In der Vernehmlassung stimmten das Bundesamt für Umwelt, die BLS und der Gemeinderat Biberist dem Vorhaben unter Vorbehalten zu. Letzterer forderte eine durchgehende Fusswegverbindung vom Schwarzweg zum Bahnhof Ost sowie eine Infotafel zu den Massnahmen für den Fischauf- und -abstieg an diesem Weg. Der Fussweg soll in einem separaten Baubewilligungsverfahren bearbeitet werden. Die Emmekanalgesellschaft Biberist will die Infotafel stellen.

Während der Auflage des Projekts beim Emme-Wehr in Biberist kamen keine Einsprachen. Aber die Organisationen WWF Solothurn, Pro Natura Solothurn, Aqua Viva und der Kantonale Fischerei-Verband schrieben einen Brief. Sie seien an einer zügigen Sanierung der Fischwanderung interessiert und würden deshalb auf eine Einsprache verzichten. Aus ihrer Sicht seien allerdings nicht die neusten Erkenntnisse im Bereich Fischgängigkeit in das Projekt eingeflossen.

Neuste Erkenntnisse umgesetzt

Nach einer Sitzung mit dem Kanton wurde am Auflageprojekt zwar nichts mehr geändert. Hingegen werden die neusten Erkenntnisse für die Verbesserung von Zählkammern sowie Methoden zur Fischwanderung in die biologische Wirkungskontrolle einbezogen.

Das Projekt zur Sanierung des Wehrs Biberist sieht folgende Massnahmen vor:

Eine Fischaufstiegshilfe am rechten Ufer der Emme in Form eines 100 Meter langen Schlitzpasses für die Zielfischarten Lachs und Barbe sowie die entsprechenden Begleitfischarten.

Einen Feinrechen für den Fischschutz mit horizontalen Stäben und einer lichten Stabweite von 15 mm. Dieser wird 30 Meter nach der Fassung am Beginn des Ausleitkanals errichtet und hindert die Fische am Einschwimmen in den Emmekanal mit den Wasserkraftwerken.

Eine Fischabstiegshilfe, indem die abstiegswilligen Fische über den schräg gestellten Feinrechen zu einem Bypass-Kanal und anschliessend in eine Kaskade von zwei Fischabstiegsbecken geleitet werden, über welche sie schonend in die Emme gelangen.

Eine kleine Gegenschwelle beim Wehr zur Schaffung eines Wasserpolsters, damit die Fische nicht über das Wehr absteigen und sich am Boden verletzen.

Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf 4,985 Mio. Franken. Die vordefinierten Hochwasserschutzkoten werden aus baulichen Gründen an insgesamt fünf Stellen nicht eingehalten. Es handelt sich dabei um Öffnungen, die wegen der Fischgängigkeit nötig sind. Im technischen Bericht würden die Themen der Restgefährdung und der Notfallplanung ausreichend dargelegt, so der Regierungsrat. Er genehmigt die Nutzungsplanung «Sanierung Fischgängigkeit und Hochwasserschutz, Emme-Wehr, Biberist» und fordert dazu auf mit den Arbeiten sofort zu beginnen.