Bellach
Reformierte Kirche wurde zu ihrem 60. Jubiläum sanft renoviert

Mit der sanften Renovation sei der Kircheninnenraum, wie Pfarrerin Gabi Wartmann festhält, für heutige Menschen «amächelig» gestaltet worden.

Gundi Klemm
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Ein neu gestalteter Kircheninnenraum für viele Gelegenheiten.

Ein neu gestalteter Kircheninnenraum für viele Gelegenheiten.

Michel Lüthi

Unübersehbar liegt die von einem schlanken Turm überragte Kirche der reformierten Gemeinde Bellach oberhalb der grossen Dorfwiese und gefällt immer noch in ihrer besonderen Architektur. Erbaut wurde sie vor 60 Jahren. Die ältere Bevölkerung in Bellach kann sich noch gut an die damaligen Baumassnahmen erinnern. Denn mit ehrenamtlicher Mithilfe – sprich Fronarbeit – trugen etliche Gemeindemitglieder zu Planung und Bau bei. Der 1957 gedrehte Film zum Kirchenbau Bellach wird ab kommendem Samstag, 23. September, bei allen Festanlässen im Rahmen des Jubiläums gezeigt. Er soll die Freude darüber wachhalten, dass der damals doch ungewöhnliche Entwurf für ein Gotteshaus gelang und mit Leben erfüllt ist.

Modernisierter Innenraum

Mit der sanften Renovation sei der Kircheninnenraum, wie Pfarrerin Gabi Wartmann festhält, für heutige Menschen «amächelig» gestaltet worden. Die früher starren Bankreihen sind durch 230 flexibel stellbare Stühle ersetzt worden, und Beleuchtung sowie Akustikanlagen wurden ebenfalls modernisiert. Auf dem Fussboden wurden anthrazitfarbige Platten verlegt. «Wir alle freuen uns, unsere renovierte Kirche wieder in Besitz nehmen zu können», sagt Georg Käser, Präsident des Kirchenkreisteams.

Die Festveranstaltungen vom 23. September bis 1. Oktober sollen zeigen, welche Vorteile auch für die Zukunft der Gemeinde der sanierte, aufgefrischte Kirchenraum bietet. Zu den Veranstaltungen sind wie immer alle eingeladen.

Ganz fein, aber mit Bodenhaftung

Das Programm der vier Schwerpunkt-Veranstaltungen in der Kirche zeigt, wie vielseitig der Kirchenraum nun nutzbar ist. Einen ersten Eindruck erhielten gestern schon die Mitglieder des Gemeinde-Seniorenausflugs. Denn sie starteten auf ihre Reise mit einer kurzen Andacht in der reformierten Kirche. Gabi Wartmann stellte die Ansprache unter die provokative Frage «Haben die eigentlich einen Vogel?». Dazu projizierte sie den Storch auf die Wand, der vor wenigen Tagen unternehmungslustig zuoberst auf dem Turm-Hahn Platz genommen hatte. «Wir haben durchaus keinen Vogel, denn wir wollen, dass sich alle Altersgruppen bei uns wohl fühlen», sagte sie augenzwinkernd.

Grossen Andrang erwartet das gastgebende Gemeindeteam am kommenden Samstag, 23. September. Um 10 Uhr findet der Familien-Gottesdienst statt unter dem Thema «Mir boue es Huus und Gott isch derby». Anschliessend gibt es einen kleinen Imbiss. Von 15 bis 17.30 Uhr lädt Andreas Rutschmann zu einem reizvollen Experiment ein unter dem Titel «Ueber-gang im Ueber-Tanz». Mit melodischen und rhythmisch «betanzbaren» Liedern aus dem Kirchengesangbuch soll der noch leere Kirchenraum seiner Bestimmung zugeführt werden. Abends ab 18 Uhr treffen sich die jungen Konfirmierten beim legendären Walliser Raclette. Gilbert Schuppli, der frühere Leiter des Konfirmanden-Unterrichts, wird diese Zusammenkunft gemeinsam mit Pfarrerin Wartmann und Christina von Allmen begleiten.

Mit «Weisch no» sollen am Dienstag, 26. September, mit einem ökumenischen Anlass von 14 bis 16 Uhr bei Kaffee und Kuchen Erinnerungen an die Zeit des Kirchenbaus ausgetauscht werden.

Irische Musik

Am Freitag (29. 9., 19.30 Uhr) lädt der örtliche Kirchenmusiker Fredy Schnyder gemeinsam mit Brendan Wade zu irischer Folk-Musik und ihrer Instrumentalvielfalt ein. Im Gemeindesaal nebenan gibt es danach echtes Guiness-Bier aus Irland. Der folgende Sonntag, 1. Oktober, widmet sich ab 9.30 Uhr dem grossen Festgottesdienst. Der Jodlerklub Seerose wird die Feierstunde, die neben der Freude über die Kirchen-Historie auch den Erntedank einbezieht, mit schönstimmigen Liedern umrahmen. Für die Kinder findet ein eigenes Programm im Turm statt. Denn der Kirchturm ist der «Kinderturm» der Gemeinde. Und ganz gastfreundlich steht danach wieder ein Apéro riche bereit.

Georg Käser wird eine weitere Neuerung bekannt geben: Ab November soll die Kirche als Ort der Stille und Meditation für alle tagsüber geöffnet sein.