Am Jahresstart-Apéro beteiligten sich 45 Personen. Darunter waren Gewerbetreibende, Behördenmitglieder, die Vertretung der beiden Bürgergemeinden aus den vier Messener Ortsteilen und Mitarbeitende der Verwaltung. Stefanie Marti vom Blumenladen Messen zog am Rande der Veranstaltung ihr persönliches Fazit: «Mir hat der Abend mit den beiden Referaten viel gebracht. Mit dem neu gewonnenen Wissen betrachte ich diese Sachgebiete jetzt mit veränderter Perspektive.»

Der regionale Energie-Versorger, die über 100-jährige Elektra Jegenstorf, ist als Genossenschaft organisiert. Ihr Direktor Andreas Zimmermann gab am Anlass in der Pfarrschür einen Überblick, wie sich das Unternehmen in 22 Gemeinden im solothurnisch-bernischen Verbreitungsgebiet mit rund 40'000 Einwohnern positioniert.

«Als mittelgrosser Player im Kreis von 700 Energieversorgern schweizweit bieten wir unseren Kunden möglichst günstige Tarife», kündigte Zimmermann Preissenkungen um 3 bis 6 Rappen pro kWh je nach Produkt für das laufende Jahr an.

Umbau in der Energiegewinnung

Mit einer Studie hat die Elektra die künftige Situation beurteilt. Denn ändern müsse sich für den regionalen Stromhändler die Energiegewinnung, die sich zu 3 Prozent aus hiesigen Quellen und zu 97 Prozent aus Lieferungen aus der Schweiz und dem Ausland zusammensetzt. «Man könnte künftig mit gezielten Massnahmen einen Drittel sparen, einen Drittel durch Sonnennutzung hier in der Region erzeugen und nur noch einen Drittel von aussen zuführen», so der vom Referenten vorgestellte Plan.

Im Elektra-Gebiet seien 2017 allein 73 Solaranlagen gebaut worden, die eine Summe von 20 Megawatt erzeugten und für Investitionen und gewerbliche Arbeitsplätze sorgten. Zimmermann erläuterte ausführlich alle Vorhaben, um eine höhere Energieeffizienz zu erzielen und den Atomausstieg ins Auge zu fassen.

Zudem gab er der Hoffnung Ausdruck, dass hier in der Region bald zahlreiche Elektrofahrzeuge der Mobilität dienen. Eine Stromtankstelle sei dafür bereits in Messen in Planung. Ein Votum aus dem Saal widmete sich den stetig steigenden Netzzuschlägen, die deutlicher als die reinen Strompreise ins Gewicht fallen.

Aufsteiger mit Ideen

Peter Neuenschwander erläuterte als Geschäftsführer der in Lohn-Ammannsegg domizilierten AG die Geschichte der 1952 gegründeten Firma. Was mit Winterdienst und ab 1976 mit der Kehrichtabfuhr in vielen Kommunen begann, hat sich inzwischen zu einem innovativen, breit aufgestellten Entsorgungsunternehmen entwickelt, das als regionaler Vorreiter 2015 die Sammlung mit dem gemischten Haushaltskunststoffsacks und die Rückführung aller Wertstoffe in den Kreislauf ins Programm aufnahm.

Sohn Christof Neuenschwander warb für diesen Weg, um Rohstoffe zu recyceln, die viel zu schade für die Verbrennung sind. «Ein Kreislauf hat für uns alle einen hohen Umweltnutzen», untermauerte Neuenschwander-Junior mit Zahlenmaterial, dass die Schweiz immer noch «Europameister im Abfall» mit 721 kg pro Person ist, die der Verbrennung zugeführt werden.

Noch muss der gesammelte Haushaltskunststoff im nahen Ausland zu einem vielseitig verwendbaren Regranulat verwertet werden. Wenn das Sammelergebnis hierzulande grösser wäre, könnte auch das geplante Sortierwerk rentieren.

Philosophische Begrüssung

Gemeindepräsident Bernhard Jöhr gestaltete die Eröffnung dieses inzwischen zur Tradition gewordenen Treffens mit einer aus dem Leben gegriffenen Geschichte des Autors Walter Däppen zur häufig gestellten Frage «Wie geht’s?» An einer ehrlichen Antwort über die vielschichtigen, individuellen Befindlichkeiten sei doch niemand wirklich interessiert, folgerte der Literat, der derartige Fragen nicht mehr stellt.

In Anwendung dessen wünschte Jöhr allen Anwesenden einfach nur ein gutes und gesundes 2018. Bevor der Abend gesprächig und gesellig weiterging, umriss Vizepräsident Andreas Schluep etliche Themen, welche die Behörden in ihrer Arbeit im kommenden Jahr und darüber hinaus auf Trab halten werden.