Gemeindeversammlung
Rechnung in Kammersrohr unter neuer Leitung verabschiedet

Die Gemeindeversammlung hat die Rechnung genehmigt. Sie präsentiert sich etwas schlechter als im Voranschlag.

Lea Reimann
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In stiller Wahl zum neuen Gemeinde-präsidenten gewählt: Ueli Emch.

In stiller Wahl zum neuen Gemeinde-präsidenten gewählt: Ueli Emch.

Urs Byland

cht Einwohnerinnen und Einwohner haben sich im Wohnzimmer des Gemeindehauses versammelt – nicht ganz so viele wie sonst, aber trotzdem ein beachtlicher Anteil der Stimmberechtigten. In der Kleinstgemeinde beträgt die Anwesenheit bei einer Gemeindeversammlung in aller Regel etwa 80 Prozent, was etwas mehr als zwanzig Personen entspricht. Man trifft sich dazu in der Stube der Mieter des Gemeindehauses.

Es war die erste Gemeindeversammlung unter der Leitung des neuen Gemeindepräsidenten Ueli Emch. Er hat nach dem überraschenden Tod des bisherigen Amtsinhabers Terry Spillmann bereits als Gemeindepräsident ad interim geamtet und wurde im April – in stiller Wahl – offiziell gewählt. Die Laufende Rechnung präsentiert sich bei einem Gesamtaufwand von rund 126'000 Franken mit einem Aufwandüberschuss von 52'000 Franken etwas schlechter als im Voranschlag. Dieser sah ein Defizit von rund 35'000 Franken vor.

Verantwortlich dafür seien vor allem Rückzahlungen von Steuern aus Vorjahren, erläuterte Ueli Emch. Ausserdem seien in einigen Bereichen Mehraufwände zu verzeichnen. Die Bildungskosten sind 5'000 Franken höher als geplant. Das Dach des Gemeindehauses wurde repariert und die Abklärungen für eine allfällige Fusion mit anderen Gemeinden haben Kosten von rund 4'185 Franken verursacht. Der Steuersatz beträgt in Kammersrohr lediglich 60 Prozent.

Strasse wird saniert

Im Weiteren informierte Ueli Emch über die geplante Strassensanierung, welche bereits seit Jahren diskutiert wird. Die Verbindungsstrasse zwischen Kammersrohr und Günsberg, die sich in einem schlechten Zustand befindet, soll Ende Juni geteert werden, was rund 62'000 Franken kosten wird.

Auch bezüglich Wasserversorgung war die Verbindung zu Günsberg ein Thema. Da dort die Ribi-Quelle saniert wurde, sollen Diskussionen mit der Gemeinde nun ergeben, ob Kammersrohr diese allenfalls als Notwasserversorgung nutzen könnte, etwa für den Fall eines Leitungsbruchs oder in Zeiten der Trockenheit. «Bei trockenem Wetter kann es vorkommen, dass wir hier etwas knapp mit Wasser sind», so Emch. 2003 habe es einen Engpass gegeben und auch letztes Jahr hätten die Vorräte gerade so knapp gereicht. Eine bestehende Leitung, die sich aber in Privatbesitz befindet, könnte eventuell genutzt und erweitert werden.

Ueli Emch informierte auch zum Schutzwaldprojekt, das demnächst in Angriff genommen wird. Der Rohrbach soll im steilen Gelände zwischen Günsberg und Kammersrohr von Holz befreit werden. Begonnen wird in den höheren Gebieten direkt am Jura, Kammersrohr ist erst 2019 betroffen.

Noch ein paar Jahre alleine

Zudem hat die Versammlung beschlossen, den erhöhten Beitrag an die Jugendarbeit Unterleberberg (Jaul) künftig doch zu zahlen. Nachdem der Beitrag letztes Jahr von 18 Franken auf 20 Franken pro Einwohner erhöht wurde, wollte Kammersrohr zunächst nicht zustimmen. Da dies nun aber, so Emch, immer wieder zu Spötteleien unter den Unterleberberger Gemeindepräsidenten führe, insbesondere weil diese Erhöhung à zwei Franken pro Einwohner für Kammersrohr nur etwa 60 Franken betragen würde, bat Emch die Versammlung, sich doch damit einverstanden zu erklären. «Weil ich froh wäre», kommentierte er schmunzelnd, und die Anwesenden stimmte lachend zu.

Fusionsabsichten hegt Kammersrohr momentan keine mehr. Emch, dem zum Schluss der Versammlung für sein Engagement gedankt wurde, zeigte sich zuversichtlich: «Wenn wir einander helfen, können wir das noch ein paar Jahre meistern.» Fast wie eine grosse Familie gestaltet sich diese Gemeinde, in der die Gastgeber nach der Gemeindeversammlung im Wohnzimmer Kuchen und Getränke auftischen, sodass man den Abend bei gemütlichem Beisammensein ausklingen lassen konnte.