Bedingt durch die längere Krankheit der Gemeinde- und Finanzverwalterin sah sich der Gemeinderat gezwungen, eine Lösung für die Abwicklung der Jahresrechnung 2016 zu treffen. Er machte mit dem zugezogenen Treuhandunternehmen so gute Erfahrungen, dass sich der Plan konkretisierte, das Finanzwesen extern zu vergeben.

Gemeindepräsident Thomas Jenni rechnete den im reformierten Kirchgemeindehaus anwesenden 37 Stimmberechtigten vor, dass eine HRM2-versierte Fachkraft entsprechend ihrer Lohnklasse die Gemeinde anteilig 78'000 Franken kosten würde. Für einen Objektkredit von 55'000 Franken ist der Beizug eines kompetenten Unternehmens möglich, bei dem alle fachtechnischen Grundlagen vorhanden sind. Zudem, so Jenni, seien Weiterbildung und Stellvertretung jederzeit gewährleistet.

Auch die Rechnungsprüfungskommission RPK habe diese Auslagerung als optimalen Weg bezeichnet. Die Einsparung überzeugte das Plenum, das sich kurz über vertragliche Regelungen mit dem ab 1. Juli beauftragten Finanzdienstleister informierte. Mit überwiegendem Mehr passte die Versammlung den Stellenplan in der Dienst- und Gehaltsordnung an.

Dieser reduzierte Stellenplan in der Gemeindeverwaltung sieht künftig zwei Anstellungen zu 40 Prozent und zu 70 Prozent vor. Eine kleine Änderung in der Gemeindeordnung befähigt den Gemeinderat, «die Führung des Finanzhaushaltes ganz oder teilweise an aussenstehende Fachleute zu übertragen».

Räumliches Leitbild genehmigt

Planer Reto Affolter, der die spezielle Arbeitsgruppe Leitbild und den Gemeinderat in der Bearbeitung des Räumliches Leitbildes unterstützt hatte, stellte nochmals kurz die Chronologie vor. Mit öffentlichen Veranstaltungen und einer Mitwirkungsdauer sowie 30 Eingaben hatte die Bevölkerung Einfluss nehmen können. Allerdings sprachen sich an der Versammlung 5 Stimmberechtigte für «Nicht-Eintreten» aus.

Der Leitsatz 17 zur öffentlichen Wasserversorgung, die langfristig und nachhaltig mit eigenen Quellwasserschutzzonen beibehalten werden soll, ermunterte zu Widerspruch. In einer Zeit, in der die Vernetzung der Wasserlieferanten gefördert werde und die Aufbereitung des örtlichen Quellwassers viel koste, sei diese Beschränkung nicht verständlich, meinte ein Votant. So würden die Wasserpreise weiter steigen. In Günsberg kostet der Kubikmeter Frischwasser 2.50 Franken, im Kanton Solothurn durchschnittlich 2 Franken. «Dieser Preis ist nicht von der Wasserbeschaffung, sondern von unserer örtlichen Leitungsinfrastruktur abhängig», klärte der frühere Gemeinderat Daniel Kaufmann auf.

Da das Wasser-Thema auch angesichts des dicken Minus in der Spezialfinanzierung von vielen Einwohnern im Ort offenbar als sehr wichtig beurteilt wird, hatte der Gemeinderat den Wasserversorgungsexperten Kaspar Vogel von der Firma Holinger zu einem Referat im Nachgang zur Versammlung eingeladen. 2016 verbrauchte ganz Günsberg 66 000 Kubikmeter eigenes Wasser. Dies bedeutet 142 Liter pro Person und Tag.

Grosser Ertragsüberschuss

Als Finanzressortchef führte Andreas Bühler durch die Jahresrechnung 2016, die dank der um 855'000 Franken erhöhten Steuerzahlungen einen Ertragsüberschuss von 994'000 Franken ausweist. Eine halbe Million davon wird für Rückstellungen Sanierung Schulhaus und der Rest von 494'000 Franken dem Eigenkapital von jetzt 1.1 Mio. Franken gut geschrieben.

Durch HRM2-bedingte Abgrenzungen wurde die Rechnung nochmals um 410'000 Franken entlastet. Die vorgeschriebene Neubewertung des Finanzvermögens erbrachte einen Minus-Saldo von 52'000 Franken.