Durch die Schweiz

Recherswilerin startet Rollstuhl-Challenge – wegen Corona hat sich aber der Plan geändert

Start zur Schweiz-Reise: v.l Daniela Moser, Christa Leisi, Marlis Rüegsegger, im Auto Cornelia Hess, Isabelle Schmid und Esther Lattmann.

Start zur Schweiz-Reise: v.l Daniela Moser, Christa Leisi, Marlis Rüegsegger, im Auto Cornelia Hess, Isabelle Schmid und Esther Lattmann.

Daniela Moser aus Recherswil ist mit ihrem Team auf die Reise mit ihrem Elektrorollstuhl gestartet. Wegen des Coronavirus hat sich die Reiseroute aber geändert. Spanien wird nun höchstens am Ende noch Thema.

«Zu behaupten, wir wären nicht enttäuscht ist gelogen», meint Daniela Moser. Eigentlich wäre sie und ihr Team schon auf dem Weg nach Spanien. Am 4.Mai 2020 wäre der Startschuss für die 75-tägige Reise von Recherswil aus in Richtung Cambrils gefallen. Dort, in 1000 Kilometer Distanz verbringt Daniela Moser seit 30 Jahren regelmässig ihre Ferien. Einmal wollte sie den Weg nicht als Beifahrerin im Auto absolvieren, sondern selbst im Elektrorollstuhl unter die Räder nehmen. Mit dabei wären Freundin Esther Lattmann auf dem Cargo-E-Bike und die beiden Hunde Ivo und Samu gewesen. Mosers persönliche Assistentin Cornelia Hess wäre mit einem Servicewagen voraus gefahren.

Doch das Coronavirus machte der Reise einen Strich durch die Rechnung. «Aus Respekt und Sicherheitsgründen gegenüber den vielen Corona- Betroffenen» habe man sich gegen die Reise durch Frankreich nach Spanien entschieden, so Moser.

Für einen Kompromiss entschieden

Eine Absage kam aber nicht infrage. «Esther, Cornelia und ich haben uns über ein Jahr auf diese Reise vorbereitet. In dieser Zeit sind wir als Team eng zusammengewachsen», sagt die 51-Jährige, die bei der Geburt eine cerebrale Lähmung erlitt und auf den Rollstuhl angewiesen ist. Sowohl Esther wie auch Cornelia hätten im nächsten Jahr nicht mehr die Möglichkeit gehabt, drei Monate unbezahlten Urlaub nehmen zu können. «In einer anderen Konstellation zu Reisen ist für uns alle keine Option.» 

Es sei deshalb immer klar gewesen, dass die drei Frauen in irgendeiner Form unterwegs sein würden. «Dafür gab es die verschiedensten Varianten. Diese, die wir jetzt gewählt haben, empfinden wir den Umständen entsprechend die Passendste.» Der neue Plan für die Rollstuhl-Challenge unter dem Motto «Vayamos!» – zu deutsch «los geht's»: Eine Reise durch die Schweiz. «Wir drei Frauen haben uns mit diesem Kompromiss ausgesöhnt und freuen uns auf das Abenteuer anderer Natur.» 

Dieses Gruppenbild entstand im Februar 2020. v.l. Hund Ivo, Daniela Moser, Cornelia Hess, Esther Lattmann und Hund Samu.

Dieses Gruppenbild entstand im Februar 2020. v.l. Hund Ivo, Daniela Moser, Cornelia Hess, Esther Lattmann und Hund Samu.

Der Weg ist nun das Ziel

Am Montagmittag ist die Gruppe Richtung Westschweiz gestartet. Zum Start gabs Begleitung von Freunden. Anstatt eines speziellen Ortes, gilt nun der Weg als Ziel. Alles werde nun spontaner, erzählt Moser. «Wir müssen keine fixen Etappen einhalten und können Route und Übernachtungen von Tag zu Tag planen.» Das mache das Reisen zum Einen freier und zum Anderen unsicher. 

Dass in der Coronakrise die Massnahmen des Bundesamts für Gesundheit eingehalten werden, ist den Reisenden wichtig. «Wir werden uns und unsere Mitmenschen entsprechend schützen», so Moser und ihr Team. Übernachten wollen sie im Zelt — da die Campingplätze noch geschlossen sind, suchen sie private Angebote. 

Geplant wäre laut Daniela Moser, bis voraussichtlich am 11. oder 12.Juli unterwegs zu sein. «Sollte man im Juli nach Spanien reisen dürfen, werden wir wie geplant Mitte Juli aber nun mit dem Auto nach Spanien fahren und zwei Wochen auf der bereits gebuchten Finca meiner spanischen Freunde verbringen.» 

Überwältigt von der Unterstützung

Für die Reise darf das Team auf grosse Unterstützung zählen. Per Crowdfunding wurde Geld für Anschaffungen und die Reise selbst gesammelt. Bis Anfang März kamen so 26'600 Franken von 181 Unterstützern zusammen. Das freut die Reisenden sehr. «Wir sind überwältigt von der grossen Unterstützung unserer ‹Crowd› und unserer Freunde und Familien. Die Dankbarkeit ist riesig!» Das Geld wird nun für die Reise eingesetzt. «Falls am Ende noch etwas übrig ist, werden wir andere soziale und wohltätige Projekte damit unterstützen», heisst es.

Je nach Höhe der Unterstützung erhalten die Personen ein Dankeschön. Einige davon weisen einen spanischem Bezug auf. So zum Beispiel eine Postkarte aus Cambrils oder eine Wurst als Mitbringsel aus Spanien. Die meisten Dankeschön können laut den Reisenden aber ohne Probleme auf die Schweiz umgemünzt werden. 

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