Recherswil
Budget Recherswil: Es wird mit einem Minus von gut einer halben Million Franken gerechnet

Der Gemeinderat nimmt einen Aufwandüberschuss von einer halben Million Franken locker zur Kenntnis und lässt sich zum Grundwasserdargebot im Kantonalen Richtplan vernehmen.

Urs Byland
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Grundwasserschutzareal Oberes Wasseramt: Das Areal betrifft die Gemeinden Gerlafingen, Kriegstetten, Recherswil und Obergerlafingen (im Uhrzeigersinn von links oben).

Grundwasserschutzareal Oberes Wasseramt: Das Areal betrifft die Gemeinden Gerlafingen, Kriegstetten, Recherswil und Obergerlafingen (im Uhrzeigersinn von links oben).

Zvg

Auch wenn das Budget erstmals an der Gemeinderatssitzung traktandiert war, änderte sich nicht mehr viel in der Diskussion. «Wir haben im Vorfeld bereits einen Workshop zum Budget durchgeführt. An der Sitzung wurden nur noch marginale Änderungen beschlossen», erklärte Gemeindepräsident Hardy Jäggi. Damit wird 2022 ein Aufwandüberschuss von gut einer halben Million Franken erwartet. Dieser ist um einiges geringer als im Vorjahresbudget (minus 793'000 Franken).

Man hoffe auf ähnliche Effekte, wie in den Vorjahren. So erzielte Recherswil 2019 statt eines budgetierten Aufwandüberschusses ein Plus von 1,13 Millionen Franken und 2020 statt einem prognostizierten Minus von 460'000 ein Plus von 243'000 Franken.

Die höheren Steuererträge haben Auswirkung auf den aktualisierten Finanzplan für die nächsten Jahre bis 2026. Trotz besseren Voraussetzungen sind bis 2026 in allen Planjahren Aufwandüberschüsse vorhergesehen. Diese könnten aber mit dem bestehenden Eigenkapital der Gemeinde gedeckt werden. Ende 2026 bestehe voraussichtlich noch ein Eigenkapital von 340'000 Franken. Der Gemeinderat könne deshalb mit dem voraussichtlichen Minus von einer halben Million Franken im kommenden Jahr relativ locker umgehen. Die Hoffnung sei berechtigt, dass es besser kommt. Und notfalls helfe das angehäufte Eigenkapital. «Wir sehen, in welche Richtung es geht und sind deswegen nicht im Alarmmodus», so Jäggi.

Logistikbetriebe im Grundwasserschutzareal siedeln?

Auch Recherswil wurde zur Vernehmlassung zur Anpassung im Kantonalen Richtplan im Bereich Sicherung Grundwasserdargebot eingeladen. Der Kanton will das Grundwasserdargebot für die Trinkwasserversorgungen besser sichern. Deshalb sollen Grundwasserschutzareale für künftige Fassungen sowie bestehende Grundwasserfassungen von regionaler Bedeutung im kantonalen Richtplan festgelegt werden. In Recherswil besteht bereits jetzt schon das «Grundwasserschutzareal Oberes Wasseramt». Am Schutzareal Oberes Wasseramt soll festgehalten und dieses als regional bedeutend im Richtplan festgesetzt werden.

Der Gemeinderat unterstützt die Bemühungen des Kantons, stimmt aber auch der Bemerkung der Bau-, Werk- und Umweltkommission zu. Diese nimmt mit Erstaunen zur Kenntnis, dass im Kanton Bestrebungen laufen, im heutigen Schutzareal oberes Wasseramt, welches im Richtplan als «Regional bedeutend» festgesetzt werden soll, Logistikbetriebe anzusiedeln. «Vor einigen Jahren war das ein Tabu, nun soll es plötzlich möglich ein?», zeigt sich auch der Gemeindepräsident erstaunt.

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