Recherswil
Kinderkleiderbörse lässt sich trotz Corona nicht unterkriegen und setzt auf digitalen Event: «Wir wollen nicht vergessen werden»

Wie viele andere Events, musste auch die bei Eltern beliebte Kinderkleiderbörse in Recherswil Corona-bedingt ausfallen. Als Ersatz stellen die Organisatorinnen nun eine Online-Event-Börse auf die Beine.

Marlene Sedlacek
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Solche Bilder wünschen sich Väter und Mütter zurück.

Solche Bilder wünschen sich Väter und Mütter zurück.

Marlene Sedlacek

Die Initiantinnen der Kinderkleiderbörse Recherswil, Jacqueline Roth und Simone Moser hatten seit deren Gründung im 2018 innovative Ideen, um den Anlass attraktiv zu gestalten. So gab es eine Spiel- und Bastelecke für Kinder oder eine Kaffeestube. An der letzten Frühlingsbörse war gar ein Puppentheater vorgesehen. Doch es ging diesem Anlass aus bekannten Gründen wie vielen anderen auch: «Abgesagt» hiess es bald bei den Anlässen auf der Website der Gemeinde. Die Hoffnung, das Theater an der Herbstbörse nachzuholen, zerrann mit dem Anrollen der zweiten Coronawelle. Und auch dieses Jahr wird es kaum möglich sein, die Börse Ende März durchzuführen.

Kinderkleiderbörse Recherswil, v.l. Annegret Rhiner "Familie aktiv", die Initiantinnen Jacqueline Roth und Simone Moser und Lara Schwaller "Familie aktiv"

Kinderkleiderbörse Recherswil, v.l. Annegret Rhiner "Familie aktiv", die Initiantinnen Jacqueline Roth und Simone Moser und Lara Schwaller "Familie aktiv"

Marlene Sedlacek

Anstatt einer physischen Börse ein Online-Ereignis.

Doch die Organisatorinnen lassen sich nicht unterkriegen. Wie die Vergangenheit gezeigt hat, erfreut sich die Börse grosser Beliebtheit. Deshalb wollen die beiden Frauen den Familien die Möglichkeit nicht vorenthalten, ihre Sprösslinge mit guterhaltenen und günstigen Kleidern für den Sommer auszustaffieren. Also sind neue Ideen für eine coronakonforme Lösung gefragt. Es ist der Gedanke einer Online-Plattform entstanden, die den Müttern und Vätern trotz allem die Möglichkeit gibt, Kleider zu verkaufen und zu kaufen.

Simone Moser legt Wert auf die Bezeichnung «Event-Börse». Es soll ein einmaliges, befristetes Ereignis sein, ähnlich wie die herkömmliche Börse. «Damit wollen wir uns von anderen Tauschbörsen abgrenzen», erklärt sie. Die Börse soll regional bleiben und vor allem die Stammkundschaft aus der Umgebung bedienen. «Wir wollen damit aber auf keinen Fall die normale Börse ersetzen», meint Moser. Denn neben Kauf und Verkauf von Kleidern sei die soziale Komponente sehr wichtig. Ein Schwatz mit der Nachbarin, Kaffee und Kuchen mit einer Kollegin, wollen viele Besucherinnen nicht missen. «Wir möchten die Kontakte aufrechterhalten und wollen nicht vergessen werden», sagte Roth. «Es muss auch nicht rentieren», ergänzte Moser. Der pauschale Unkostenbeitrag von zwei Franken für die Registrierung der Anbieterinnen kommt dem Verein «Familie aktiv» zugute, der den Anlass unterstützt.

Vom 22. März bis 1. April kann eingekauft werden

Mit fachkundiger Hilfe wurde die Plattform erstellt. Sie ist ab 1. März für Verkäufer und Verkäuferinnen online. Sie können sich registrieren und ihre Waren mit Fotos und Preisen hochladen. Am 22. März geht der Event los. Bis am 1. April sind die hochgeladenen Artikel für die Kundschaft aufgeschaltet. Erst wenn ein Verkauf zustande kommt, werden die Kontaktdaten übermittelt. Zahlungs- und Abholungsmodalitäten werden die Parteien direkt unter sich abmachen. Informationen gibt es auf der Website der Gemeinde Recherswil unter dem Abschnitt «Veranstaltungen».
«Für uns bedeutet es einen kleinen Mehraufwand, die eingestellten Artikel zu prüfen, um Missbrauch der Plattform zu verhindern», meint Moser. Dies sei jedoch verkraftbar. Nun hofft das Organisationskomitee, dass die Kinderkleiderbörse im Herbst wieder wie gewohnt stattfinden kann. Dann soll auch das geplante Puppentheater aufgeführt werden.

https://kkb.igudorf.ch