Recherswil
Bevölkerung spricht sich grossmehrheitlich gegen Tempo 30 aus

Der Gemeinderat hat die Bevölkerung in einer Umfrage zu Tempo 30 befragt. Das Resultat überrascht: Ein Grossteil will kein Tempo 30 im Dorf.

Rahel Meier
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Der Gemeinderat schreibt die Petition zur Einführung von Tempo 30 in Recherswil ab.

Der Gemeinderat schreibt die Petition zur Einführung von Tempo 30 in Recherswil ab.

Rahel Meier

Der Gemeinderat hat an seiner letzten Sitzung über die Petition «Ja zu Tempo 30 in Recherswil» diskutiert. Zuvor wurde die Bevölkerung in einer Umfrage um ihre Meinung gebeten.

An der Umfrage nahmen 272 Personen teil. 124 Personen halten die Verkehrssicherheit in den Quartieren für sehr gut (9 und 10 Punkte auf einer Skala von 1 bis 10). Nur 18 Personen halten sie für sehr schlecht (1 und 2 Punkte).

Einführung ist bereits zwei Mal gescheitert

Die flächendeckende Einführung von Tempo 30 halten 168 Personen für vollkommen unnötig (1 Punkt) und 37 Personen für absolut notwendig (10 Punkte). Für 178 Personen ist die Beibehaltung des Steuerfusses wichtiger als die Einführung von Tempo 30 (1 Punkt). Nur 29 Personen halten Tempo 30 für wichtiger (10 Punkte).

Obwohl die Befürworter von Tempo 30 mit Flugblättern zur Teilnahme an der Umfrage aufgerufen hatten, ist das Resultat deutlich gegen Tempo 30 ausgefallen.

«Kredit hätte keine Chance»

«In der Diskussion kam der Gemeinderat deshalb zum Schluss, dass ein Kreditantrag zur Einführung von Tempo 30 an der Gemeindeversammlung keine Chance hätte», erklärt Gemeindepräsident Hardy Jäggi auf Anfrage. In den letzten Jahren scheiterten bereits zwei Versuche zur Einführung von Tempo 30 (einmal flächendeckend und einmal in der Westringstrasse).

Die Umfrage zeige, dass sich die Einstellung zu Tempo 30 im Dorf nicht verändert habe. Der Gemeinderat hat deshalb entschieden, das Postulat «Ja zu Tempo 30 in Recherswil» abzuschreiben.

Sammeleinsprache gegen SBB

Recherswil hat sich dazu entschieden gemeinsam mit Zielebach, Obergerlafingen, Gerlafingen und Kriegstetten gegen den Bau der neuen Hochspannungsleitung der SBB einzusprechen. Recherswil ist nur am Rand betroffen. Neu würde ein Mast auf dem Gemeindegebiet zu stehen kommen.

«Wir fragen uns, wieso man in der heutigen Zeit mit den heutigen technischen Möglichkeiten eine Leitung quer durch die Landschaft bauen will», so Jäggi. Die Gemeinden lassen sich durch einen Anwalt vertreten.