Recherswil
15 Kandidierende - und alle sieben Bisherigen treten wieder an

Allzu viele Veränderungen dürfte es im Gemeinderat bei der diesjährigen Ausgangslage in Recherswil nicht geben. Alle Bisherigen treten nämlich für eine weitere Legislatur an.

Rahel Meier
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Der Gemeinderat Recherswil im Januar 2019. Für Karin Wimberger (zweite von links) ist in der Zwischenzeit Romana Wimberger nachgerückt.

Der Gemeinderat Recherswil im Januar 2019. Für Karin Wimberger (zweite von links) ist in der Zwischenzeit Romana Wimberger nachgerückt.

Zvg

In Recherswil stehen 15 Kandidatinnen und Kandidaten für die sieben Gemeinderatssitze zur Auswahl. Trotzdem dürfte wohl nicht allzu viel passieren am Wahlsonntag: Alle sieben Bisherigen (3 FDP, 3 SP, 1 CVP) und beinahe alle Ersatzgemeinderäte treten nämlich wieder an.

Am schwierigsten dürfte es wohl für die CVP werden, die nur zwei Leute auf der Liste hat. «Wir haben trotzdem die Hoffnung, dass wir zwei Sitze machen. Wir haben in den letzten Jahren immer gut abgeschnitten und den zweiten Sitz jeweils nur ganz knapp verfehlt», meint Parteipräsident Peter Jutzi, der selbst auch kandidiert.

Die Kandidatinnen und Kandidaten

15 wollen in den Gemeinderat

CVP – Die Mitte: Peter Jutzi (bisher Ersatz), Irene Rüfenacht (bisher).

FDP - die Liberalen: Christian Erzer (Gemeindevizepräsident, bisher), Jan Flückiger (bisher), Peter Gehrig (bisher), Nadine Racine, Kateryna Riediker (bisher Ersatz), Martin Rohn, Roman Schöll (bisher Ersatz).

SP: Peter Christen (bisher), Hardy Jäggi (bisher), Oleg Kaufman (bisher Ersatz), Yvonne Läderach, Anna-Laura Rossmann (bisher Ersatz), Romana Wimberger (bisher).

Die Wahl ist erst mit dem letzten ausgezählten Stimmzettel fertig

Keine Prognose wagt Peter Christen (SP). «Wenn ich mir die letzten Abstimmungsergebnisse in der Gemeinde ansehe, dann hat die SP eher schlecht abgeschnitten», meint er. Er sei darum froh, wenn seine Partei bei den Gemeinderatswahlen ihre drei Sitze behalten könne. «Eine Wahl ist erst gewonnen, wenn die letzte Stimme ausgezählt ist.»

Mit drei Sitzen und damit dem gleichen Stimmenanteil wie vor vier Jahren rechnet Stephan Riediker (Co-Parteipräsident FDP). «Das ist realistisch.»

Finanzielle Situation im Griff behalten

Alle drei Gemeinderatsparteien sind sich der schwierigen finanziellen Lage der Gemeinde bewusst. «Für uns ist das das Wichtigste in der nächsten Legislatur», meint Stephan Riediker. Es sei zurzeit auch noch nicht abschätzbar, inwieweit sich die Coronakrise auf die Steuereinnahmen auswirke.

Der Finanzplan zeige schon so schlechte Zahlen, meint auch Peter Christen. «Wir haben einiges investiert in der Vergangenheit und die Steuern wurden gesenkt. Das ist legitim, möglicherweise holt uns das jetzt aber wieder ein.» Christen zeigt sich zudem besorgt über die Situation des Gewerbes. «Einkaufsmöglichkeiten im Dorf zu erhalten wird immer schwieriger.»

Er macht weiter auf die SP-Motion zur Entlastung von pflegenden Angehörigen aufmerksam, deren Umsetzung in Diskussion sei und auf den öffentlichen Verkehr bei dem weiterhin eine Anbindung nach Gerlafingen fehle.

Kein Wahlkampf möglich

FDP Recherswil setzt auf Videos

Weil zu Coronazeiten aktiver Wahlkampf kaum möglich ist, setzt die FDP Recherswil auf Videos. Auf ihrer Homepage stellen sich alle Kandidatinnen und Kandidaten in einem kurzen Spot von 30 bis 40 Sekunden vor. So kann man sich von bisher vielleicht eher unbekannten Mitmenschen mindestens ein Bild machen. Witzig anzusehen: die gemeinsame Videokonferenz der FDP-Kandidat/innen. (rm)

Neue Einwohner vermehrt einbinden

«Wir müssen unsere Investitionen in der kommenden Legislatur herunterschrauben», ist sich auch Peter Jutzi bewusst. «Strassensanierungen werden wir wohl hinausschieben müssen.» Jutzi unterstützt die Motion zur Entlastung der pflegenden Angehörigen ebenfalls als wichtig und nötig.

Die Ortsplanungsrevision stehe vor dem Abschluss. Die Gemeinde werde wohl nicht mehr allzu stark wachsen, meint er. Es gehe nun darum die Zuzüger im Dorf einzubinden.