Es hatte offiziell noch gar nicht begonnen und doch war Ursula Steiners neues Malatelier am Scharlenweg 11 bereits gut besucht. Beim Start um 11 Uhr waren es dann über 80 Besucherinnen und Besucher, die sich nicht nur einen Einblick ins Atelier verschafften, sondern auch in das Angebot der Malkurse. Die Künstlerin und ihre Familie schienen auf die vielen Gäste vorbereitet zu sein.

Man kennt Ursula Steiner im Dorf und in der Region, ihr Bekanntenkreis ist gross. Diesem verdankt sie auch ihr neues Atelier. Es war vor zwei Jahren in der «Chäsi», als sie Simona Feier ihr Leid klagte, dass sie ihr Atelier auf dem Areal der AEK in Luterbach bald verlassen müsse und sie auf der Suche nach einem neuen Raum sei. Aus dieser Begegnung entstand dann dank Gesprächen mit der Familie Feier nicht nur die Möglichkeit, einen Raum in deren neu erbautem Gewerbehaus zu mieten, sondern auch, ihn nach Steiners eigenen Bedürfnissen mitzugestalten.

«Raumtraum» geht in Erfüllung

Glück hatte Ursula Steiner auch mit dem Timing des Umzugs. Bereits im Sommer 2016 hatte sie von der Eigentümerin ihres Ateliers in Luterbach die Meldung erhalten, dass das Haus Ende 2016 abgerissen werde. Der Termin des Abrisses wurde dann immer wieder verschoben. Dadurch gewann sie Zeit. Die konnte sie gut brauchen, denn die Suche nach einem neuen geeigneten Raum erwies sich als schwierig. Er hatte gewisse Kriterien zu erfüllen. «Ich brauche beispielsweise ein Lavabo und Parkplätze», so Steiner.

Das Atelier im neuen Gebäude sei wie ein «Raumtraum», der für sie in Erfüllung gegangen ist. Klar sei auch eine Portion Wehmut dabei, den alten Ort aufzugeben. Doch wenn sie langfristig denke, sei die Erweiterung ihrer bisherigen vier Arbeitsplätze um zwei neue ein grosses Plus. Nach einer Abschiedsfeier am 30. Juni mit einigen Kursteilnehmenden erfolgte schliesslich der Umzug innerhalb eines Monats. Das Haus mit dem ehemaligen Atelier wird nun voraussichtlich im Oktober dieses Jahres abgerissen.

Ausstellung zur Eröffnung

Ursula Steiner hat die Eröffnung des Ateliers zum Anlass genommen, in einem benachbarten noch leer stehenden Raum Bilder von ihr, ihrem Vater Xaver Lenzin und von Rolf Imbach sowie Illustrationen und Plastiken von Imbach auszustellen. Da die Hängung der Bilder an den Wänden nicht möglich war, entschieden sich die Ausstellenden für Staffeleien, auf denen die Leinwände zu stehen kamen. So ergibt sich eine etwas ungewohnte Ausstellungsansicht. Die Bilder stehen teilweise zu viert gruppiert mit der Rückseite zueinander, sodass der Gast um die Bildergruppe herumgehen kann und nur jeweils ein Bild aufs Mal zur Frontalansicht hat.

Brigitte Fuchs-Reber, Mitglied des Museumsvereins Attiswil, beschreibt in ihrer Eröffnungsrede die Ausstellung als «eine Komposition, die klingt und nachklingt», wenn auch der Hall des Ausstellungsraums vielleicht nicht ideal sei.

Erster Abendkurs ist ausgebucht

Die Arbeiten der drei Ausstellenden sind in Technik und Farbwahl sehr unterschiedlich: Rolf Imbach zeigt Malereien in Acryl, Holzskulpturen sowie Illustrationen aus seinem jüngsten Kinderbuch «Otto der Schneewichtel», das er zusammen mit Bilderbuchautorin Tosca Hodel aus Wengen realisiert hat. Als Grafiker, Illustrator und Konzepter hat er eine völlig andere Herangehens- und Arbeitsweise als Xaver Lenzin, der mit satten und starken Farben in Öl- oder Acrylfarbe Flächen und Linien mit anderen geometrischen Elementen spielerisch kombiniert. Ursula Steiner mischt Malerei, Collage und Drucktechniken. Seit über zehn Jahren besucht sie zudem wöchentlich den öffentlichen Kurs in Radieren/Tiefdruck an der Schule für Gestaltung in Basel.

Verschiedene Drucktechniken integriert sie auch in ihre Malkurse. So hat sie eine Tischpresse fest installiert, die den Kursteilnehmenden zur Verfügung steht. Insgesamt ist das Atelier auf die Malkurse ausgerichtet; im Zentrum stehen bei ihr das Experimentieren mit Farben, Formen und Materialien. Ursula Steiner hat vor der Eröffnung noch einen besonderen Holzboden verlegt, auf dem Spuren des schöpferischen Tuns ihrer Kursteilnehmerinnen willkommen sind. Der erste Abendkurs am neuen Ort startet bereits am 27. August mit sechs Personen.

Die Ausstellung ist am Mittwoch, 22. August, von 14 bis 19 Uhr, Samstag, 25. August und Sonntag, 26. August, jeweils von 14 bis 17 Uhr, geöffnet. Infos zu den Kursen gibt es hier.