Es ist unklar, wie viele Grundeigentümer am Montagabend im Konzertsaal waren. Offen ist auch, wer von den 42 Anwesenden aufgrund der Neuausrichtung der schweizerischen Raumplanung mit Vorteilen oder mit Verlusten rechnen muss. Fest steht, dass die Langendörfer dem revidierten eidgenössischen Raumplanungsgesetz 2013 mit 77 Prozent zugestimmt und ein Zeichen gegen die Zersiedelung gesetzt hatten. Kulturland und Landschaft sollen geschont werden.

Das neue Gesetz fordert einen Ausgleich der Vor- und Nachteile, die aufgrund von Ein- und Auszonungen von Bauland entstehen. Die eine Seite muss eine Abgabe leisten, die andere Seite wird entschädigt. Weil das entsprechende Gesetz auf Kantonsstufe noch nicht ausgegoren ist, Langendorf aber mit der Ortsplanung vorwärtsmachen will, genehmigte die Gemeindeversammlung am Montag ein Reglement über die Ausgleichsabgabe.

Kanton ist noch nicht so weit

«Wir wollen nicht auf die Bremse stehen, nur weil der Kanton noch nicht so weit ist», begründete Gemeindepräsident Hans-Peter Berger. Peter Brügger hielt aus dem Plenum fest, dass die Gemeinde nun in eine Lücke springe, die sich aufgrund von Verzögerungen im Kantonsrat ergebe. Er wollte wissen, ob die Gemeinde das Reglement wieder aufhebe, sobald das Kantonsgesetz in Kraft trete.

Laut Berger sei dies im Gemeinderat noch nicht diskutiert worden, er könne es sich aber gut vorstellen. Wichtig sei, die Chance jetzt zu packen. Die Anwesenden bekräftigten einstimmig. Bei der Bemessung der Abgabe richtet sich Langendorf nach kantonalen Grundlagen aus. Die Abgabe beträgt 20 Prozent des Mehrwerts, der bei Ein- und Umzonungen erzielt wird.

Gewinn fliesst ins Schulhaus

«Es ist ein ausserordentlich guter Abschluss», lobte Gemeindepräsident Berger die Rechnung 2016. Gemeindeverwalter Kurt Kohl bestätigte den positiven Befund. «Die Finanzen sind im Lot.» Dank seit Jahren sparsamer Ausgabenpolitik und hohen nachträglichen Steuereinnahmen von 1,2 Millionen Franken resultiert ein Ertragsüberschuss von 2,2 Millionen Franken. Dies bei einem Umsatz von 19,2 Millionen Franken. Das Geld fliesst in die Vorfinanzierung eines neuen Schulhauses. Vergangenen Dezember hatte die Gemeindeversammlung einem Projektierungskredit für die Erweiterung der Schulbauten zugestimmt.

Inzwischen haben vier Architekturbüros Pläne gezeichnet und Vorschläge eingereicht. Das Siegerprojekt ist bestimmt und wird am 26. Juni im Gemeinderat diskutiert. Am 3. Juli wird das Projekt der Bevölkerung vorgestellt. Bis zur Gemeindeversammlung im Dezember müssen dann die detaillierten Pläne vorliegen. «Es ist ein sehr ehrgeiziges Programm», befand Berger. Dieses ist aber nötig: Schon bald fehlen in Langendorf diverse Schulräume.

Neben den schwarzen Zahlen in der Rechnung liegen auch die Investitionen unter dem Budgetwert. Mit knapp einer Million Franken wurde verhältnismässig wenig investiert. Weil sich die Erschliessung mit einem Glasfasernetz durch die GAW verzögert, wurde ein Kredit für Vorarbeiten noch nicht ausgeschöpft. Zudem wurde mit der Sanierung der Stöcklimattstrasse Süd erst begonnen. Abgerechnet wird dann in einem Jahr.