Kapital erhöht
Raubtierpark Subingen kauft Siky Ranch – Betriebsleiter gefunden

Der Raubtierpark Subingen AG ist es gelungen, ihr Kapital zu erhöhen. Die Siky Ranch wird per Anfang Juni gekauft, gleichzeitig wird die erste Bauphase begonnen. Zudem konnte ein Betriebsleiter gefunden werden.

Urs Byland
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Die an der Generalversammlung der Raubtierpark Subingen AG Ende Februar beschlossene Kapitalerhöhung auf 2,1 Mio. Franken konnte erfolgreich durchgeführt werden. Dies schreibt die AG in einer Medienmitteilung. Mit diesen finanziellen Mitteln ausgestattet sei die finanzielle Grundlage für den Kauf der Siky Ranch in Crémines geschaffen worden.

Mit der Verlegung des Subinger Raubtierparks nach Crémines werde die Zwangsräumung vermieden und die Tiere könnten gerettet werden. Werner Ballmer, Verwaltungsratspräsident der AG erklärt, dass das Aktionariat aus rund 20 Aktionären besteht. Namen oder Grösse des Engagements könne er aber nicht bekannt geben.

In der Siky Ranch leben die unterschiedlichste Tiere: Ein Luchs...
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Lamas
Junge Wildschweine
Ein Waschbär in der Siky Ranch
Eines der Gehege in der Siky Ranch
Auch Wölfe leben in Crémines
... oder Stachelschweine.
Das Restaurant in der Siky Ranch

In der Siky Ranch leben die unterschiedlichste Tiere: Ein Luchs...

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Bereits auf 1. Juni 2017 übernimmt die Raubtierpark Subingen AG die Siky Ranch. Die nötigen Planungen und Vorabklärungen zur Umgestaltung des bisherigen Zoos und damit die Schaffung der Voraussetzungen für den Umzug von René Stricklers Raubtieren von Subingen nach Crémines laufen seit Wochen auf Hochtouren, schreibt die AG weiter. Für die Tiere in Subingen wird in den nächsten Wochen zunächst alles wie gewohnt weitergehen und der Raubtierpark bleibt für Besucher geöffnet. Die Tiere in Crémines werden weiterhin von den ihnen vertrauten Tierpflegern versorgt.

Pläne für den Raubtierpark Siky Ranch

Pläne für den Raubtierpark Siky Ranch

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Werner Ballmer und damit auch René Strickler hoffen auf den Goodwill der hiesigen Behörden. «Wir arbeiten unsere Strategie ab. Alle, die das verfolgen, stellen fest, dass wir das konsequent umsetzen», so Ballmer. Ziel sei es die Tiere zu retten und das funktioniere nur mit einem Standortwechsel. Von den bernischen Behörden erfahre die AG eine «fantastische Unterstützung über alle Stufen hinweg». «Wie man sich das nur wünschen kann. Man darf aber nicht vergessen, mit unserem Vorgehen retten wir zwei Tierparks.»

Der Betriebsleiter des Raubtierparks in Crémines ist in der Person von Marc Zihlmann bereits gefunden worden.

Der Betriebsleiter des Raubtierparks in Crémines ist in der Person von Marc Zihlmann bereits gefunden worden.

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Um die Zusammenlegung beider Tierparks zu ermöglichen, wird in Crémines bereits ab dem 1. Juni in Bauphase 1 mit den Vorbereitungen zur Neugestaltung der Raubtiergehege begonnen. «Das sind allgemeine Vorbereitungsarbeiten innerhalb der bestehenden Infrastruktur», so Ballmer. Anschliessend folgen Erschliessungsarbeiten, beispielsweise für die Energiezufuhr.

Einen genauen Zeitpunkt, wann die Tiere nach Crémines gebracht werden, kann Ballmer nicht nennen. «Das ist kein Zeitpunkt sondern geschieht in einem Zeitfenster.» Mit ein Grund sind die Gehege in Subingen. Ein wesentlicher Teil der Anlage sei tierschutzkonform, wird in Subingen abgebaut und in Crémines wieder aufgebaut. «Das wird Gehege für Gehege, also Tier für Tier ablaufen.»

Weiter vermeldet die AG, dass ein Betriebsleiter gefunden werden konnte. Mit Marc Zihlmann sei ein erfahrener Tierpfleger, der auch früher bereits für René Strickler tätig war, verpflichtet worden. Damit kann René Strickler sich im Hintergrund, wie er schon einmal angekündigt hat, mit den Tieren beschäftigen. Das Gesamtprojekt wird im Rahmen einer Pressekonferenz am 6. Juni vorgestellt werden.

Ein Faible für Raubtiere hatte Strickler schon immer. Bis 1994 war Strickler mit seinen Raubtieren in verschiedenen Zirkusunternehmen in Europa engagiert – auch für den Zirkus Knie. Das Foto stammt aus dem Jahre 2002, vor der Gründung des Raubtierparks 2003 reiste Strickler mit seinen Tieren durch die Schweiz.
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2003 mietet Strickler für fünf Jahre ein Gebäude sowie rund 6000 Quadratmeter Land in Subingen. Eigentümerin des Geländes ist die Espace Real Estate Holding AG.
2005 muss er ein neues Baugesuch einreichen Es kommen immer wieder neue Gehege und Gebäude dazu, die auf einen permanenten Raubtierpark hindeuten.
Wie finanziert sich ein Raubtier-Themenpark? 2007 erhält Strickler zwar die Bewilligung, in Dompierre (FR) einen 42'000 Quadratmeter grossen Raubtierpark-Themenpark zu bauen, die Finanzierung des 35-Millionen-Projekts ist jedoch nicht gesichert.
2008 wird der Mietvertrag noch einmal für drei Jahre verlängert Die Zukunft der Raubtiere scheint wenigstens für eine Weile gesichert.
Im August 2009 wird jedoch bekannt, dass der Mietvertrag vor Monaten gekündigt wurde. Wohin nun mit den Tieren?
Im Januar 2010 erreicht René Strickler eine Mieterstreckung für drei weitere Jahre Die Raubtiere, darunter auch seltene Exemplare wie dieser weisse Tiger mit Namen Arisha, und die 50 kleineren Tiere, wie Hasen, Schweine oder Ziegen sind noch einmal um eine Räumung herum gekommen.
2013 fordert Strickler vergeblich eine weitere Mieterstreckung um drei Jahre. 2014 einigt er sich vor der Zivilabteilung des Richteramts Bucheggberg-Wasseramt auf einen Vergleich für die Räumung des Raubtierparks auf Ende 2015.
Trotz der angekündigten Räumung des Parks bis Ende 2015 räumt das Amtsgericht René Strickler nochmals grosszügige Fristen zu. Im März 2016 bekunden rund 200 Fans des Tierparks ihre Solidarität.
2016 gründete Stricker die Raubtierpark Subingen AG (archiv) Der Raubtierpark sollte nun nach Crémines in die Siky Ranch zügeln, die von der Rauptierpark Subingen AG übernommen wurde. Dafür wurde das Aktienkapital um 2 Millionen Franken erhöht.
Der Raubtierpark Subingen wird nun in den Berner Jura umziehen Der neue Standort des Rabutierparks wird die Siky Ranch in Crémines sein. Der Raubtierpark wird nach Umbauarbeiten im Sommer im Herbst in die Ranch einziehen.

Ein Faible für Raubtiere hatte Strickler schon immer. Bis 1994 war Strickler mit seinen Raubtieren in verschiedenen Zirkusunternehmen in Europa engagiert – auch für den Zirkus Knie. Das Foto stammt aus dem Jahre 2002, vor der Gründung des Raubtierparks 2003 reiste Strickler mit seinen Tieren durch die Schweiz.

Urs Lindt