In Feldbrunnen wechselte ein Stück Landwirtschaftsland in der Unteren Matten den Besitzer. Neue Besitzer sind drei Privatpersonen. Gemeinsam haben die Anstösser das 9483 Quadratmeter grosse Landwirtschaftslandareal erwerben können. Genau genommen ist es eine Wiese, die zusätzlich in der Kantonalen Uferschutzzone gelegen ist. Spekulation kann also ausgeschlossen werden. Dort wird nie etwas gebaut werden dürfen.

Viele Private träumen davon, eines Tages eigenes Land hobbymässig zu bewirtschaften. Aber Landwirtschaftsland kann man nicht einfach kaufen. Dazu müssen bestimmte Bedingungen erfüllt sein. Auf dem Kantonalen Amt für Landwirtschaft war dieser Kauf natürlich ein Thema. «Landwirtschaftsland darf nicht einfach gekauft werden, um die Spekulation mit diesem Land, das später vielleicht eingezont wird, zu verhindern», wie Urs Kilchenmann, Amt für Landwirtschaft, erklärt. So werde beispielsweise darauf geachtet, dass der Landpreis im richtigen Rahmen liegt, sprich nicht mit einem zu hohen Quadratmeterpreis angeboten wird, den sich Bauern nicht leisten können.

Tatbeweis erbracht

Kaufen darf Land jeder Hobbylandwirt. Aber er muss Selbstbewirtschafter sein. «Sie müssen selber mit eigenen Händen die Arbeit erledigen.» Es könne niemand kommen und Landwirtschaftsland kaufen mit dem Hinweis, der Bauer dürfe weiterhin das Land bearbeiten. «Wir prüfen natürlich aufgrund von Indizien. Ein Konzept auf Papier führt noch lange nicht zum Erfolg.»

Im Fall der drei Käufer in Feldbrunnen-St. Niklaus sei aber der Tatbeweis erbracht worden, sagt Kilchenmann. Letzten Endes bleibe es aber ein Bereich, in dem jeder Fall ein Einzelfall ist. So muss ein Käufer von einer grösseren Fläche, beispielsweise zehn Hektaren Land (100'000 Quadratmeter) auch eine Landwirtschaftliche Ausbildung vorweisen.

Die drei Herren aus Feldbrunnen haben also den Tatbeweis erbracht. Auf Anfrage erklären sie, dass sie die Wiese als Magerwiese bewirtschaften wollen. Das Mähen des Grases sei ein sportlicher Ausgleich «für uns drei Bürogummis». Weiter habe alles seine Richtigkeit, denn das Land werde vom bisher bewirtschaftenden Landwirt nicht mehr gebraucht.

«Will keinen Grümpel kaufen»

Dem widerspricht der Landwirt, der bisher diese Wiese mähte. «Das stimmt so nicht», erklärt der Bellacher Fritz Lehmann. Ihm sei das Land ebenfalls angeboten worden, aber er habe es nicht zu diesem Preis kaufen wollen. «Verkauft werden darf für maximal 8 Franken. Aber die schönen Landstücke wurden bereits verkauft, ohne dass ich zugreifen konnte. Mir wurde der Grümpel angeboten. Darauf bin ich nicht eingestiegen.» Es gäbe in Feldbrunnen selber immer weniger Bauern, die bereit sind, Land zu kaufen. Und für ihn als Bellacher sei die Bewirtschaftung einer Wiese in Feldbrunnen nicht einfach. «Ich müsste jedes Mal mit einem landwirtschaftlichen Fahrzeug durch Solothurn fahren.»

«Gesetz restriktiver anwenden»

Der frühere SVP-Kantonsrat Fritz Lehmann ist aber nicht glücklich mit dem Verkauf. «Ich finde es nicht in Ordnung.» Das Gesetz werde nicht richtig ausgelegt. «In anderen Kantonen wie Waadt oder Thurgau wird das Gesetz viel restriktiver angewendet.» Adrian Rudolf, Berater beim Bauernsekretariat in Solothurn, ist derartiges aber nicht zu Ohren gekommen. «Der Kanton handelt nicht lasch.» So gelte beispielsweise für den Maximalverkaufspreis der Durchschnittspreis für ähnliches Land in der Region plus 5 Prozent. Das bäuerliche Bodenrecht würde aber den Kantonen erlauben, bis 15 Prozent über den Durchschnittspreis zu gehen.
Adrian Rudolf sagt aber auch, dass es beim Kriterium Selbstbewirtschafter Interpretationsspielraum gebe. «Unser Anliegen ist es klar, dass der Kanton dieses Kriterium streng handhabt.»