Die Zuchwiler Eishalle war nicht wieder zu erkennen. Eine Fülle von roten und weissen Rosen schmückte die Bühne. Ein schwarzer Flügel stand spielbereit. An den Wänden in der Halle leuchtete der rote Schriftzug Raiffeisen inmitten von projizierten Baumkronen. Die Generalversammlung der Raiffeisenbank Wasseramt Mitte versprach, alles andere als nüchtern zu werden. «Sie dürfen sich freuen, wir werden miteinander in die Nacht hinein feiern», verkündete denn auch Moderatorin Melanie Winiger.

Vorerst informierte Verwaltungsratspräsident Beat Muralt die 1312 anwesenden Stimmberechtigten (total 13 336 Genossenschaftsmitglieder) über das nicht einfache Geschäftsjahr 2015, geprägt von einem Wechselbad der Gefühle. Er nannte dabei den Wechselkursschock, den Zusammenbruch des chinesischen Aktienmarktes, die Gefahr von Grexit, die hohen Verluste im globalen Aktienmarkt und die Erhöhung des Leitzinses der US-Notenbank. Der Margendruck sei enorm und das Wachstum schwach. «Wir aber brauchen das Wachstum, um den Margendruck auszugleichen», bekräftigte Muralt.

Moderates Wachstum

Trotz des politisch wie wirtschaftlich turbulenten Jahres und der ständig höheren gesetzlichen Auflagen in Bezug auf Sicherheit durfte Andreas Anderegg, Vorsitzender der Bankleitung, ein gutes Jahresergebnis präsentieren. Die Bilanzsumme erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 1,7 Prozent auf 1,178 Milliarden Franken. Im Hypothekargeschäft konnte die Bank mit einem Wachstum von 1,5 Prozent ihre Position behaupten. Die gesamten Kundenausleihungen stiegen um 1,3 Prozent auf 1,036 Milliarden Franken. Demgegenüber erhöhten sich die Kundengelder um 1,6 Prozent auf 995,5 Millionen Franken. «Unser Geld verdienen wir immer noch mit dem Zinsgeschäft», sagte Anderegg und verwies auf den Bruttoerfolg von 15,16 Millionen Franken (plus 1,6 Prozent). Wegen der Investitionen für den Totalumbau der Geschäftsstelle in Zuchwil erhöhte sich der Sachaufwand einmalig um 30 Prozent. Schliesslich resultierte ein Jahresgewinn von 2,30 Millionen Franken (plus 1,1 Prozent). Die Raiffeisenbank Wasseramt Mitte beschäftigt 54 Mitarbeitende, davon 5 Lernende. Das Eigenkapital beläuft sich auf 48,25 Millionen Franken. Weiterhin mit 6 Prozent verzinst werden die Genossenschaftsanteile der Mitglieder. Diese werden heuer mit dem Angebot in die Weinregionen der Schweiz verwöhnt.

Kritik aus Halten

Nicht einverstanden mit der Vernachlässigung «seiner Region» zeigte sich Eduard Gerber, Gemeindepräsident von Halten. Grund: Die Raiffeisen-Geschäftsstelle wurde per Anfang 2016 geschlossen. Laut Verwaltungsratspräsident Muralt ist für 2017 die Fusion mit der Raiffeisenbank Aeschi-Buchsi vorgesehen. «Der starke Konkurrenzkampf zwingt uns zum Wachsen, Einheiten zusammenzuschliessen und den Beratungsbereich auszubauen», begründete er den Entscheid.

Anschliessend an die Präsentation der Geschäftszahlen genossen die Anwesenden beim Nachtessen die Showeinlagen des deutschen Musik-Comedy-Duos «Ass-Dur». Mit ihrem Programm aus Klaviermusik, Gesang, gepaart mit Dialogen des «hochintellektuellen» Benedikts und des «weniger intellektuellen» Dominiks waren dem Duo die Lacher des Publikums sicher.