«Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen.» Mit diesem Zitat des griechischen Philosophen Aristoteles führte Verwaltungsratspräsident Felix Schibli ins Hauptgeschäft Fusion ein. Der Pessimist würde über den Wind klagen, der Realist aber richte die Segel neu, veranschaulichte er.

Realistisch zeigten sich schliesslich auch die Genossenschafterinnen und Genossenschafter an der Generalversammlung in der Biberena. Sie stimmten mit 457 Ja- zu 10 Neinstimmen – ohne negative Wortmeldung – für den Zusammenschluss mit der Raiffeisenbank Recherswil-Gerlafingen-Koppigen. Der Entscheid dieser Bank fällt an deren Versammlung vom kommenden Samstag.

Souverän zeigte Felix Schibli im Vorfeld die Beweggründe zur Fusion auf. Bereits an der letzten Generalversammlung und an der Orientierungsversammlung im November informierte die Bank eingehend über den Zusammenschluss. Laut Verwaltungsratspräsident können in Zukunft dank der Kräftebündelung Synergien besser erschlossen sowie aktuelle und zukünftige Kundenbedürfnisse durch Spezialisierung noch professioneller befriedigt werden.

Keine Entlassungen

Fortan zählt die neue Raiffeisenbank «Untere Emme» 38 Mitarbeitende und 4 Auszubildende. Entlassungen gibt es keine. Die Mitgliederzahl steigt mit 3687 der Bank Biberist und 7392 der Bank Recherswil-Gerlafingen-Koppigen auf 11 079 an. Jedes Genossenschaftsmitglied hat nach dem Zusammenschluss weiterhin eine Stimme an der Generalversammlung.

Die Bilanzsumme beider Banken beläuft sich im Geschäftsjahr 2016 auf 818.2 Mio. Franken (257.6 Mio. und 560.6 Mio. Franken). Die fünf Standorte mit Biberist, Gerlafingen, Koppigen, Recherswil und Utzenstorf bleiben erhalten, wobei in Biberist der juristische und in Recherswil der operative Hauptsitz ist.

Aus den bisherigen Behörden der ursprünglichen Banken wurde als Vorsitzender für die Bankleitung Marcel Zollinger bestimmt und als Stellvertreter Daniel Mayr. Als Verwaltungsratspräsident amtet Felix Schibli und als Vizepräsident Thomas Wullimann.

Wachstum über dem Markt

Auch in ihrem letzten eigenen Jahresabschluss verzeichnet die Raiffeisenbank Biberist laut Bankleiter Daniel Mayr ein starkes Wachstum bei den Kundenausleihungen von 5.5 Prozent auf 217 Mio. Franken, davon 209.8 Mio. Franken Hypothekarausleihungen. Positiv entwickelten sich auch die Kundeneinlagen um 5.8 Prozent auf 216.5 Mio. Franken.

Der Gewinn im Geschäftsjahr 2016 stieg trotz des angespannten Wirtschaftsumfelds um 9.5 Prozent auf 499 916 Franken. «Das markante Wachstum liegt deutlich über den Erwartungen», sagte Daniel Mayr. Weiterhin entrichtet die Bank sechs Prozent Zins auf die Anteilscheine.

Der gesellschaftliche Teil soll an der Generalversammlung, zentral an einem Ort, auch in Zukunft nicht zu kurz kommen, was – in der Biberena ersichtlich – äusserst geschätzt wird.