Bucheggberg
Radfahrer kämpfen gegen die Zeit und mit der Hitze

In Lüterkofen-Ichertswil starteten am Donnerstagnachmittag Radrennfahrer an den Schweizermeisterschaften im Zeitfahren auf eine 19.3 Kilometer lange Strecke durch den Bucheggberg. Dabei kämpften sie neben der Zeit auch mit der Hitze.

Noëlle Karpf
Drucken
Teilen
Schweizermeisterschaften im Zeitfahren in Lüterkofen
31 Bilder
13.30 Uhr: Der erste Start dieser Schweizermeisterschaften mit der Kategorie Männer U23
Die Begleitmotorräder stehen am Rand bereit...
Begleitfahrzeuge - einige sogar mit Ersatzvelos
...und hier bereiten sich die Fahrer vor.
Jede Minute startet ein Athlet auf die Strecke
19,3 Kilometer gehts durch den Bucheggberg
Vorbereiten aufs Rennen
Pumpen vor dem Start
Die Rennfahrräder müssen vor dem Start noch in den Check
So sehen die Schuhe der Fahrer aus
Achtung Kabel
Schnell unterwegs
Ein Verkehrslotse im Einsatz
Der Leaderthron
Ab in den Schatten
Sonnenschutz für den Fotografen
Der Start in Lüterkofen
Blick in die Küche in der Turnhalle
Gastro in der Turnhalle

Schweizermeisterschaften im Zeitfahren in Lüterkofen

Hanspeter Bärtschi

Es sind immerhin Schweizermeisterschaften. Radfahrer aus dem ganzen Land messen sich am Donnerstagnachmittag in Lüterkofen im Zeitfahren. Vor dem Start liegt Anspannung in der Luft. Die Athleten richten Helm und Sonnenbrille, blicken immer wieder auf die Uhr. Im Minutentakt starten sie auf die 19.3 Kilometer lange Strecke.

Abseits davon ist von der Meisterschaft nicht viel zu spüren. Am frühen, heissen Nachmittag sind nicht viele Zuschauer da. Die meisten sind Eltern, die noch ein Foto von ihrem Nachwuchs knipsen und «viel Glück» wünschen.

Nach dem Start verziehen sie sich an kühlere Orte. Übrig bleiben zwei Helfer, die vor dem Start die Rennräder kontrollieren. «Es gibt gewisse Standards zu überprüfen», erklärt einer. «Damit niemand mit einem leichten Velo antritt, das nach 20 Kilometern auseinanderfällt.»

Insgesamt sind 55 Helfer aus der Region Bern-Solothurn an den Schweizermeisterschaften im Einsatz. Viele davon sind Verkehrslotsen. Sie stehen in Leuchtwesten und mit Trillerpfeiffen ausgerüstet an der Kreuzung neben dem Startbereich. Sobald ein Rennfahrer in Sicht ist, geht das Pfeifkonzert los. Alle anderen Fahrzeuger und Fussgänger müssen Platz machen. Ist der Fahrer vorbeigeradelt, ist die Hektik vorbei. Der Verkehr läuft weiter. An anderen Streckenabschnitten ist es noch ruhiger. Ab und zu ist ein weiterer Verkehrslotse postiert, der die Radfahrer und ihre Begleitfahrzeuge leitet. Angehörige oder Teammitglieder fahren den Athleten per Auto nach. «Für den Fall, dass ein Teilnehmer stürzt», erklärt ein anderer Helfer.

Stefan Küng ist Schweizer Meister im Zeitfahren

Elite (38,6 km): 1. Stefan Küng 48:34,41 ( 47,680 km/h). 2. Silvan Dillier 0:57 zurück. 3. Théry Schir 3:49. 4. Tom Bohl 3:55. 5. Reto Hollenstein 4:00.

U23 (38,6 km): 1. Marc Hirschi 53:21,33. 2. Justin Paroz 0:34 zurück. 3. Reto Müller 0:48. 4. Joel Suter 0:54. 5. Stefan Bissegger 1:00.

Frauen (19,3 km): 1. Marlen Reusser 28:31,81. 2. Marica Eicher 0:52 zurück. 3. Nicole Hanselmann 0:59. 4. Nicole Hecht 1:37. 5. Riccarda Mazzotta 1:54. – Ferner: 7. Maja Frey (Bellach) 2:19. 8. Petra Eggenschwiler (Laupersdorf) 2:34

Die Berichterstattung zum sportlichen Teil der Schweizermeisterschaften finden Sie hier.

So haben die meisten Begleitfahrzeuge auch ein oder sogar mehrere Ersatzvelos auf dem Dach. Voraus fährt immer ein Töff. Zur Sicherheit – für das Rennen in Lüterkofen wurde nämlich nur eine Strassenseite gesperrt. Das sei eine der «Kleinigkeiten», die nicht ganz optimal laufen so Organisator Jonas Leib. Der Anlass musste kurzfristig vorbereitet werden. Das Rennen hätte ursprünglich in Affoltern stattfinden sollen. Erst dieses Frühjahr wurden die Meisterschaften nach Lüterkofen verlegt.

Erschöpfung im Ziel

Im Zielbereich stehen auch nur wenige Besucher – mit Sonnenhüten oder Badetüchern auf dem Kopf. Die Festwirtschaft in der Turnhalle ist fast leer. Man habe 250 Bratwürste vorbereitet, heisst es bei der Männeriege Lüterkofen. «Damit die alle weggehen, müssen noch Besucher kommen.» Wasser ist dafür sehr gefragt. Helfer seien mit 120 Einliter-Flaschen versorgt worden. Schon am frühen Nachmittag wurde Nachschub verlangt.

Durstig sind auch die Athleten der U23, die bis 15 Uhr alle durch das Ziel geradelt sind. Durchgeschwitzt sitzen sie auf dem Boden, den Reisverschluss des Radleranzugs offen. «Schon fies, diese Hitze?» – zurück kommt ein stummes Nicken. Mit den Fahrern leiden die Angehörige. Viele sind mit Minivan und kompletter Ausrüstung angereist, um die Athleten zu betreuen. Es sind schliesslich Schweizermeisterschaften.

zvg

Aktuelle Nachrichten