Feldbrunnen-St. Niklaus

Quartierbewohner abgeblitzt: Das geplante 7-Familienhaus ist zonenkonform

Das Gebäude an der Längackerstrasse 24 soll abgerissen werden und einem Mehrfamilienhaus weichen.

Das Baugesuch für ein 7-Familienhaus in Feldbrunnen-St.Niklaus stiess auf grossen Widerstand. Anwohner des besagten Quartiers beantragten beim Gemeinderat eine Planungszone.

An der Längackerstrasse 24 (GB Nr. 230) soll das bestehende Einfamilienhaus mit Hallenbad abgebrochen werden und durch ein neues 7-Familienhaus ersetzt werden. Das Baugesuch wurde entsprechend eingereicht, ist aber einigen Anwohnern ein Dorn im Auge. Im Quartier regt sich grosser Widerstand mit der Begründung, dass die umliegenden Grundstücke ausschliesslich mit Ein-, Zwei- oder höchstens 3-Familienhäusern bebaut seien.

Das projektierte 7-Familienhaus passe typologisch nicht in die klare Struktur des Quartiers und müsse deshalb verhindert werden, so die Argumentation der Gegner. Sie beantragten deshalb eine Planungszone im Gebiet der Wohnzone W 2 südlich der Baselstrasse. In den Vorschriften der Wohnzone W 2 sei eine Bestimmung aufzunehmen, die besagt, dass in diesem Gebiet maximal 3-Familienhäuser zulässig seien – so der Antrag einiger Quartierbewohner.

Zonenkonformer Neubau

Der Gemeinderat hat dieses Anliegen in den letzten Monaten geprüft, liess sich von einem Planungsbüro beraten und hat mit den Anwohnern Gespräche geführt. «Das Bauvorhaben widerspricht weder den geltenden Zonenvorschriften noch der laufenden Zonenplanrevision», kam Gemeindepräsidentin Anita Panzer an der Gemeinderatssitzung zum Schluss. Ein Baugesuch, das den heutigen Zonenbestimmungen entspreche, müsse bewilligt werden.

Zudem vertrete die Gemeinde die öffentlichen Interessen und sei bemüht, Wohnraum für Menschen in verschiedenen Lebensphasen anbieten zu können. Eine durchmischte Quartierstruktur sei gefragt, ausserdem halte man sich an das Bekenntnis zum verdichteten Bauen und wolle die Rechte der Eigentümer nicht beschneiden. Mit einer Reduktion der Ausnützung oder der Beschränkung von Gebäudelänge und Wohnungsanzahl würde man die Eigentümerrechte gegenüber der rechtsgültigen Nutzungsplanung beschränken, was nicht zulässig sei.

Viele Parzellen zu wenig genutzt

Ratsmitglied Thomas Schluep unterstrich zudem, dass es sich – anders als die Antragssteller schreiben – nicht um ein «Einfamilienhausquartier» handle, sondern um eine Wohnzone W 2 A. Bei den bestehenden Gebäuden werde diese meist nicht ausgenutzt. Die Parzellen in diesem Quartier seien unternutzt und geprägt durch grosse Gärten. Deshalb erscheine ein 7-Familienhaus auf den ersten Blick vielleicht nicht massstäblich in Bezug auf die bestehende Quartierstruktur, zulässig sei es aber alleweil und auch schon immer gewesen.

Weiter argumentierte der Gemeinderat, dass es sich auch beim heutigen Gebäude bereits um eine grosse Kubatur handle, der Neubau werde kaum höher als die heutige Baute. Eine Planungszone würde ausserdem die bauliche Entwicklung des gesamten Quartiers blockieren, was sich nachteilig auswirken würde.

Der Gemeinderat sprach sich somit einstimmig gegen eine Planungszone aus. Das Baugesuch für das 7-Familienhaus auf GB Nr. 230 entspricht den heutigen rechtsgültigen Zonenbestimmungen.

Den «Durstigen» erhalten

Ausserdem informierte Gemeindepräsidentin Anita Panzer, dass diese Woche gleich zwei Zusammenkünfte zum Thema Erhalt des Restaurants «Zum durstigen Wanderer» stattfinden, und zwar mit einem Konsortium aus namhaften Dorfbewohnerinnen und -bewohnern. Diese möchten den «durstigen Wanderer» erhalten und schmieden Pläne, wie dies gelingen könnte. Mit verschiedenen ausgewiesenen Wirtsleuten und Fachpersonen aus der Region haben sie einen Plan entworfen, wie man das Restaurant wieder betreiben könnte.

Es handle sich dabei zum Beispiel um pensionierte Wirte, welche nicht mehr die Hauptverantwortung für den Gesamtbetrieb eines Restaurants übernehmen möchten, aber gewisse Tage regelmässig abdecken könnten. «Es gibt also berechtigte Hoffnung», unterstrich Anita Panzer, der «durstige Wanderer» könnte vielleicht doch wieder als Gastrobetrieb eröffnet werden.

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