Im letzten Herbst wurde versuchsweise mit einem Saugbagger Sediment im Inkwilersee abgesaugt (wir berichteten). Knapp 500 Kubikmeter Schlamm wurden so entnommen. Das Material wurde danach im Uferbereich gelagert und soll im März oder April zur Bodenverbesserung und zu Düngungszwecken ausgebracht werden.

Der Versuch mit dem Saugbagger wurde etwas früher abgebrochen, als ursprünglich geplant war. «Das hatte den positiven Effekt, dass wir einen kleinen Teil des abgesogenen Materials vor dem Winter noch versuchsmässig ausbringen konnten», so Daniel Schrag (Amt für Umwelt). Das Material wurde in der Zwischenzeit analysiert und es sind keine erhöhten Messwerte von Phosphor, Stickstoff oder Schwermetall gefunden worden.

Damit steht, so Schrag, einem Austrag nichts im Wege. Rund fünf Landwirte um den See herum werden das Material voraussichtlich übernehmen und es auf zehn Hektaren verteilen. Das beste Resultat gebe es, wenn das Material auf Ackerland ausgebracht und nur an der Oberfläche eingearbeitet werde.

Muscheln eingesaugt

Rund 3100 Grossmuscheln wurden im Hinblick auf die Sanierung des Sees im Frühling 2012 teilweise umgesiedelt. «Es hat wohl rund 30 000 Muscheln im See», so Schrag. Offensichtlich wurde ein Teil dieser Muscheln vom Saugbagger eingesaugt, denn es finden sich Schalenresten im angesaugten Material. Interessant ist das Alter der Muscheln, die umplatziert wurden. Nur gerade 50 der Muscheln waren unter zehn Jahren alt; 350 Tiere waren zwischen 10 und 15 Jahren und der weitaus grösste Teil wird auf über 15 Jahre geschätzt. «Offensichtlich haben die Muscheln überlebt, obwohl der See bekanntlich mehrmals kippte und die Fische den sauerstofflosen Zustand nicht überlebt haben.»

Spannend sei auch, dass es nur Schwanenmuscheln (grosse Teichmuscheln) seien. «Eigentlich könnte man ja auch noch andere Muschelarten erwarten.» Die Muscheln seien ein nicht zu unterschätzender Faktor im Inkwilersee, da jede einzelne pro Tag rund 30 Liter Seewasser filtern und damit reinigen kann.