Aeschi
Putz fällt ab, Ziegel rutschen: Jetzt werden Spender für Sanierung der Marienkapelle gesucht

Schon lange ist klar, dass die Marienkapelle in Steinhof saniert werden muss. Die Bürgergemeinde Aeschi sucht jetzt Spender und Gönner, die mithelfen, die Kapelle zu sanieren.

Rahel Meier
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Die Marienkapelle in Steinhof soll innen und aussen saniert werden.

Die Marienkapelle in Steinhof soll innen und aussen saniert werden.

Rahel Meier

Umgeben von Obstbäumen steht die Marienkapelle als eines der Wahrzeichen auf dem Steinhof. Doch der Schein trügt. Der Zahn der Zeit hat seine Spuren hinterlassen. Schon lange ist nämlich klar, dass die Kapelle saniert werden muss. Ein Zustandsbericht, der im Auftrag der kantonalen Denkmalpflege erarbeitet wurde, zeigt die Mängel detailliert auf. Die Sanierung kostet schätzungsweise 300 000 Franken.

Die Bürgergemeinde Aeschi ist als Eigentümerin bereit, die Sanierung anzugehen, kann die Kosten aber nicht alleine tragen. Die Bürgergemeinde verfügt nämlich über keinerlei Steuereinnahmen, und die Waldbewirtschaftung wirft kaum mehr Ertrag ab. Deshalb sind nun Gemeinden, Stiftungen, Firmen und Privatpersonen gesucht, die Spender oder Gönner werden möchten.

Umfassende Sanierung

Die Kapelle muss sowohl aussen als auch innen umfassend saniert werden. Neben dem Verputz, der abblättert, rutschen auch die Ziegel des Kirchturms ab, und die Farbe der Dachuntersicht blättert ab. Die Wasserrohre sind am Verrosten, und auch die goldenen Verzierungen haben ihren Glanz verloren. Das Zifferblatt der Turmuhr ist kaum mehr zu erkennen, und die Einfassungen der Fenster sind ebenfalls in einem traurigen Zustand. Im Innenbereich finden sich viele Risse, Decke und Wände sind von Staub und Russ verschmutzt. Der Anstrich der Stuckaturen blättert ab, und auch die Statuen zeigen Spuren des Alters. Boden und Kirchenbänke sollen ebenfalls gereinigt werden.

Als Dank für die Rettung

Der Bau der Marienkapelle wurde vom Steinhöfer «Weierklaus» initiiert. Er brachte von einer Wallfahrt zum Dank für sein Überleben in einem Gewittersturm auf dem Vierwaldstättersee eine Kopie der schwarzen Madonna von Einsiedeln nach Hause. Andere Steinhöfer schenkten ihm Land und halfen beim Bau der Kapelle. Die schwarze Madonna erhielt einen Ehrenplatz in der Kapelle. Im Lauf der Zeit erhielt das Gotteshaus zwei Glocken, einen Altar, mehrere Statuen, ein Marienbild, ein Deckenbild und die 12 Kreuzweg-Stationen. 1911 bauten die Steinhöfer zudem einen Turm mit Uhr und eine Sakristei.

Die Marienkapelle gehört zur Pfarrei

St. Anna (Aeschi) und wird auch heute noch teilweise genutzt. Zwei Mal im Jahr wird die Messe auf dem Steinhof gelesen: Am 2. Juli (Maria Heimsuchung) und am 21. November (Maria Opferung).

Die Kapelle gehört nicht der Kirch-, sondern der Bürgergemeinde. Bei der Bewilligung des Baus im Jahr 1720 wurde das Vorgängergemeinwesen der heutigen Bürgergemeinde dazu verpflichtet, die Kapelle zu unterhalten. Diese Verpflichtung nimmt die Bürgergemeinde Aeschi bis heute wahr. Dies auch, weil die Kapelle für die Bevölkerung ein wichtiges Kulturgut und für den Steinhof ein Wahrzeichen ist. (rm)

Bei der Sanierung stützt sich die Bürgergemeinde Aeschi auf den Zustandsbericht der auf Restaurierungen spezialisierten Firma ab, der die Mängel auflistet. Aufgrund derer Empfehlung wird auf die Freilegung der am Ende der 1960er-Jahre weiss übertünchten Schablonenmalereien verzichtet. Die Restauration wäre sehr aufwendig, und es ist ungewiss, ob die Malereien vollständig erhalten sind.

Die Sanierung wird von der kantonalen Denkmalpflege des Kantons Solothurn mit einem Beitrag von 36 000 Franken unterstützt. Die Denkmalpflege hat den Bericht zur Zustandserfassung finanziert. Die Bürgergemeinde wird diverse Gemeinwesen, Stiftungen, aber auch das Bistum Basel um Beiträge angehen. Auch ein Crowdfunding soll lanciert werden. Das Ziel ist es, die Finanzierung bis ins Frühjahr 2018 zu sichern und die Bauarbeiten im Sommer 2019 abzuschliessen.

Weitere Informationen unter www.bg-aeschi.ch