Subingen

Projekt für mehr Biodiversität stösst auf Widerstand in den eigenen Reihen

Noch sind Blühwiesen in Subingen eine Seltenheit.

Noch sind Blühwiesen in Subingen eine Seltenheit.

Zum 750-Jahr-Jubiläum wollte der Gemeindepräsident die Biodiversität der Gemeinde steigern. Das Projekt «Subingen blüht auf» stiess allerdings bei den Gemeinderäten auf Widerstand. Grund: Die Kosten von rund 47'000 Franken.

Subingen begeht nächstes Jahr sein 750-Jahr-Jubiläum, und dies soll gefeiert werden. Geplant sind unter anderem ein grosser Schlagerabend und ein Partyabend. Ausserdem am Sonntag ein grosser Festumzug. «Feste sind etwas sehr Schönes, aber heute ist Nachhaltigkeit gefragt und vom Jubiläum soll auch noch etwas bleiben», meinte Gemeindepräsident Hans Ruedi Ingold. Er stellte deshalb im Gemeinderat ein Projekt zur Nachhaltigkeit vor. «Subingen blüht auf» ist eine Kampagne für mehr Biodiversität.

Vorgestellt wurde das Konzept von Markus Arm (Jardinpublic, Werbeagentur). Es ist bekannt: Bienen sterben aus, Insekten werden weniger, es gibt zu viele Rasenflächen und zu wenig blühende Blumen. «Subingen blüht auf» richtet sich in erster Linie an die Einwohner-, die Bürger- und die Kirchgemeinde. Diese haben grosse Flächen, die zu Blühwiesen umgewandelt werden könnten. Die zweite Zielgruppe der Kampagne sind Liegenschaftenbesitzer und als Drittes sollen alle Einwohner sensibilisiert werden. «Es gibt immer noch Leute die meinen, dass eine blühende Wiese Unordnung ist und nicht in einen Garten passt.» Ziel wäre es, mindestens 5000 Quadratmeter zu Blühwiese zu machen. Im März und April nächsten Jahres sollten die ersten Flächen mit einer einjährigen Blumenmischung angesät werden. Im September und Oktober würden die Flächen dann bearbeitet und mit einer mehrjährigen Samenmischung bepflanzt. Es ist vorgesehen, das Saatgut gratis an die interessierten Einwohner abzugeben. Die ganze Kampagne soll zudem professionell begleitet werden. Ein Infostand am Jubiläumsfest, ein Flyer für die Subinger und eine Homepage, die über die Kampagne und die Erfolge berichtet. Abschliessend an die Präsentation zeigte Arm das Budget auf, das sich auf 47 000 Franken beläuft.

Angespannte Ruhe im Gemeinderat

Dies stiess den Gemeinderätinnen und Gemeinderäten dann ziemlich sauer auf. Das sei doch ein gar stolzer Betrag in Hinblick auf einen Aufwandüberschuss im Budget 2020. Niemand zweifelte daran, dass Biodiversität wichtig sei und das Projekt gefalle. Das «Aber» in Hinblick auf die Kosten blieb allerdings hörbar im Raum stehen. Als dann noch die Frage gestellt wurde, wieso das jetzt umgesetzt werden müsse und ob man damit warten könne, platzte Gemeindepräsident Hans Ruedi Ingold der Kragen. «Ich habe vom OK-Präsidenten des Jubiläumsfestes offiziell den Auftrag erhalten, ein Projekt zur Nachhaltigkeit zu erarbeiten. Der Zeitpunkt ist also goldrichtig», meinte er. Wenn er sich das Budget ansehe, dann sei ein schöner Betrag dafür eingesetzt worden, damit man am Jubiläumsfest «essen, trinken und festen» könne. Er zog das Traktandum anschliessend ohne weitere Erklärungen oder Abstimmung zurück und gab nach Ende der Sitzung bekannt, dass er sich überlege, das Geschäft als Einwohner von Subingen trotzdem in die Gemeindeversammlung zu bringen.

Der Aufwandüberschuss bleibt

Auch nach der zweiten Lesung zeigt das Budget für Subingen einen Aufwandüberschuss von 409 525, bei Aufwand und Ertrag von 15,696 Mio. Franken. In der ersten Lesung wurde das Budget überarbeitet und bei 88 Positionen gekürzt. Auch in der Investitionsrechnung gab es Kürzungen. Letztere beläuft sich trotzdem auf 8,534 Mio. Franken. Dabei fallen der Bau der Dreifachhalle, der Vereinspavillon und die Sanierung des Schulhauses ins Gewicht. Diese Projekte sind bereits genehmigt worden. Zum Aufwandüberschuss trägt zudem bei, dass die Aufwendungen im Gesundheits- und Sozialbereich um rund 100 000 Franken angestiegen sind. Ebenso die Personal- und Sozialversicherungskosten, und zwar um insgesamt 177 000 Franken. Dabei fällt unter anderem die Frühpensionierung eines Mitarbeiters im Werkhof ins Gewicht, und es soll befristet auf zwei Jahre neu ein Bausekretariat in Teilzeit geführt werden. Die Einführung der familienergänzenden Betreuung kostet 50 000 Franken und die defizitgarantie für die 750-Jahr-Feier beläuft sich auf 168 000 Franken. Schliesslich werden 143 000 Franken weniger aus dem Finanz- und Lastenausgleich ausgeschüttet als heuer.

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