Black Cherry, schwarze Krim, Berner Rosen, Ochsenherz, schwarzer Prinz. Die Liste mit den Namen alter Tomatensorten und von Gemüsespezialitäten der Pro Specie Rara lässt sich beliebig verlängern. Wer solch spezielle Sorten schätzt, kann von Donnerstag bis Sonntag Setzlinge für den Eigenbedarf kaufen. Über 10 000 Setzlinge haben Karin und Max Bolliger von Hand gezogen. 73 verschiedene Tomatensorten sind dabei. Aber auch Gurken, Peperoni, Krautstiel, Auberginen, Zucchetti, Randen, Sellerie, Spinat, Chili oder Basilikum. Insgesamt werden 140 verschiedene Arten angeboten.

Eigentlich führt Max Bolliger einen Gartenbaubetrieb und beschäftigt sich mit Gartengestaltung. Steingärten sind eine Spezialität von ihm. Weil er im Tessin die Umgebung bei einigen Lidl-Filialen gestalten konnte, haben Bolligers nun auch eine Filiale in Cadenazzo. Viele Deutschschweizer, die ein Rustico haben, nehmen ihre Dienste in Anspruch. «Aber es kommen auch immer mehr Einheimische zu uns.»

Vor vier Jahren begann Karin Bolliger damit, Setzlinge zu ziehen. «Ich mag die Arbeit mit den Pflanzen und ich wollte nicht dasselbe produzieren, das man in jedem Laden kaufen kann», erklärt sie. Weil Bolligers schon lange Mitglied bei Bioterra sind, kamen sie schnell zu den alten Sorten von Pro Specie Rara. «Diese Tomaten schmecken einfach anders. Sie sind süss und saftig und haben meist nur wenige Kerne», schwärmt Karin Bolliger. Eine Lieblingssorte habe sie nicht. Sie seien einfach alle schmackhaft.

Nicht jede Sorte eignet sich

Bolligers haben experimentiert mit den verschiedenen Sorten. «Melonen können wir hier nicht anbauen. Sie wachsen nicht», so Max Bolliger. Ende Februar werden die Samen in Saatschalen ausgesät. Danach werden die Pflanzen pikiert. Einen grossen Teil dieser Arbeit macht Karin Bolliger. «Aber alleine könnte ich das nie», erklärt sie. Abends und an den Wochenenden hilft ihr Mann.

Die Pflanzen gedeihen in Gewächshäusern, die temperiert werden. «Vor allem die Tomaten müssen geschützt sein. Sie vertragen keinen Regen.» Dünger und Spritzmittel sind sowieso tabu. Die Gemüsesorten von Pro Specie Rara würden meist von Hobbygärtnern angepflanzt, meinen Bolligers. Es gebe ab und zu Märkte, an denen sich die Produzenten treffen, so beispielsweise in Wildegg AG.

Wirklich professionell würden die Setzlinge aber kaum vermarktet. «Was wir in den nächsten Tagen nicht verkaufen, pflanzen wir selbst an.» Wenn das Gemüse reif ist, verkauft es Karin Bolliger unter anderem in Lüterkofen, wo sie bei der Bäckerei Ingold jeweils einen Tisch mit ihren Waren aufstellen darf.

Setzlingsmarkt im Wolftürli Mühledorf, Donnerstag, 7., bis und mit Sonntag, 10. Mai, 9 bis 17 Uhr.