Pro Natura hat diese Woche einen Brief an die Gemeinde Bolken geschrieben und erklärt, dass die Einsprache gegen das Drainagen-Projekt (wir berichteten) zurückgezogen wird. Wie Ariane Hausammann (Geschäftsleiterin Pro Natura Solothurn) auf Anfrage erklärt, habe man in der Einspracheverhandlung viele der offenen Fragen klären können. «Aus dem Bericht, der mit den Plänen aufgelegt war, gingen für uns nicht alle Details hervor.»

Offensichtlich habe es schon während der Projektierungsphasen sehr viele Absprachen mit den verschiedenen involvierten Parteien – den Bewirtschaftern, der Gemeinde und den kantonalen Amtsstellen – gegeben. Aufgrund dieser Absprachen sind die Bolkner Behörden der Meinung, dass das aufgelegte Projekt der aktuellen Landwirtschaftspolitik und der Biodiversitätsstrategie des Bundes entspreche. Dies war einer der Einsprachenpunkte von Pro Natura. Auch die Absprache mit dem Verantwortlichen für die Sanierung des Inkwilersees sei rechtzeitig erfolgt.

Der Forderung von Pro Natura, auf die Sanierung der Drainagenleitungen entlang des Dägenmoosbächli zu verzichten, wurde nicht entsprochen. Dies, weil nur auf der südöstlichen Seite des Flurweges Drainagenleitungen geplant seien. Auf der nordwestlichen Seite habe man bewusst verzichtet, im Hinblick auf eine mögliche Renaturierung des Gewässers.

Sorge tragen zu den Torfböden

Erfolg hat Pro Natura aber mit ihrem zweiten Einsprachenpunkt. In der Burchmatten im Gebiet Moosmatten wird die Drainagenleitung zwar wie geplant ersetzt, aber als geschlossene Leitung. Der Bewirtschafter dieser Parzelle hat sich bereit erklärt, das Gebiet künftig extensiv zu bewirtschaften. «Damit könnte wieder eine Feuchtwiese entstehen und die dort noch vorhandenen Torfböden würden erhalten.»

Die kantonalen Behörden hätten zudem in Aussicht gestellt, dass mit dem Bewirtschafter eine Vernetzungsvereinbarung und eine Vereinbarung mit dem Mehrjahresprogramm Naur- und Landschaft geprüft werde. Das heisst konkret, dass der Landwirt ein zusätzliches Entgelt dafür erhalten würde, dass er die Wiese nicht mehr intensiv nutzt. Ferner kam man im Gespräch zur Überzeugung, dass in Zukunft bei solchen Projekten Pro Natura bereits im Vorfeld mit einbezogen werden sollte, erklärt Hausammann.