«Wir fangen das Regenwasser in einem Becken auf, um damit die Pflanzen zu giessen», erklärt Anton Sonderegger den Schülern. Doch wieso tränkt man die Pflanzen überhaupt mit Regenwasser, wenn man doch auch Leitungswasser brauchen könnte? «Das ist günstiger», wissen die Kinder. Sonderegger lacht. «Ja, das stimmt. Wir brauchen es aber auch, weil es viel weniger Kalk hat, als unser Leitungswasser und gewisse Pflanzen keinen Kalk vertragen.»

Dass die Kinder der 3. und 4. Klasse von Anne-Marie Baschung aus Lohn-Ammannsegg bei ihrem Besuch in der Gärtnerei Sonderegger in Langendorf schon einiges über Pflanzen wissen, zeigen sie beim Pflanzenquiz. «Was ist das?», fragt Sonderegger und zeigt auf eine hohe Pflanze. «Das ist ein Olivenbaum, so einen haben wir auch im Garten», weiss ein Mädchen. Schwieriger wird es dann bei spezielleren Gewächsen, wie dem Schlangenbart. Es ist ein Zwiebelgewächs aus Japan und eine der wenigen Pflanzen, die schwarze Blätter tragen.

Warm im Kompost und im Winter

Sonderegger zeigt den Kindern auch den hauseigenen Kompost. «Hier machen wir aus unseren Grünabfällen Komposterde. Es arbeiten ganz viele Bakterien und Pilze im Kompost, die den Grünabfall essen.» Die Mikroorganismen im Kompost lassen die Temperaturen auf bis zu 60 bis 70 Grad steigen. «Der Prozess dauert insgesamt etwa ein ganzes Jahr», erklärt er. Die Schüler bestaunen auch den grossen Erdwolf, der ähnlich funktioniert wie ein Fleischwolf, wie ihre Lehrerin, Frau Baschung, erklärt. Sie findet für die Aktion «Schule in der Gärtnerei» nur gute Worte. «Der Besuch in der Gärtnerei passt super in unser Jahres-Thema Ernährung. Es ist ein spannender Einstieg und zeigt den Schülern, welche Pflanzen es gibt und was diese auszeichnet.»

Im nächsten Gewächshaus sehen die Schüler all die Pflanzen, die überwintert werden. «Wir haben jedes Jahr rund 1000 Pflanzen hier, die wir für unsere Kunden überwintern», erzählt Anton Sonderegger.

Selber Hand anlegen

Und schon geht es ins nächste Gewächshaus, wo die Schüler selber verschiedene Pflanzen umtopfen dürfen. Viele haben sich für die Hauswurz entschieden und machen sich fleissig daran, ihren Topf mit Erde zu füllen und dann ein kleines Stückchen der Hauswurz hineinzusetzen. Pascal und Dominik, beide neun Jahre alt, finden es super, dass sie die Pflänzchen nachher mit nach Hause nehmen können und selber darauf aufpassen dürfen. «Der Besuch in der Gärtnerei ist sehr spannend und wir haben so viele Pflanzen gesehen, dass wir gar nicht entscheiden können, welches unsere Lieblingspflanze ist», sind sich die beiden einig.

Für Sonderegger und seine Gärtnerei ist der Besuch der Schulkasse im Rahmen der Aktion «Schule in der Gärtnerei» von Jardin Suisse nicht der erste dieser Art. «Wir bieten schon seit einigen Jahren immer auch Kurse beim Langendörfer und beim Solothurner Ferienpass an, die sehr beliebt sind.» Die Arbeit mit Kindern ist für ihn sehr wichtig und bereichernd. «Die Kinder geben viel und haben auch Freude daran, neues über die Pflanzenwelt zu erfahren», so Sonderegger.