Wasseramt
Präsidiumswechsel wird auf die kommende Legislatur in fünf Gemeinden fällig

In fünf der 19 Wasserämter Gemeinden wird auf die kommende Legislatur hin ein Präsidiumswechsel fällig.

Urs Byland
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Derendingen: Kuno Tschumi hat schon früh seinen Rücktritt angekündigt.
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2020: Diese Wasserämter Gemeindepräsidenten treten nicht mehr an
Bolken: Jeannette Baumgartner wünscht Frauen in Gemeindepräsidien.
Etziken: Bruno Meyer hängt seit 2013 an und in seinem Amt (fest).
Hüniken: Jürg Schibler hat viele Jahre für sein Dorf gegeben.

Derendingen: Kuno Tschumi hat schon früh seinen Rücktritt angekündigt.

Michel Lüthi

Von den vier grössten Gemeinden im Wasseramt werden zwei in der kommenden Legislatur 2021–2025 ohne ihre bisherigen Gemeindepräsidenten auskommen müssen.

Biberist (8934 Einwohner) und Gerlafingen (5256) können sich auf stabile Verhältnisse freuen. Stefan Hug-Portmann und Philipp Heri wollen wieder antreten. In Zuchwil (9141) und in Derendingen (6536) werden mit Stefan Hug und Kuno Tschumi zwei Politiker nicht mehr antreten, die in verschiedener Art und Weise weit über ihre Gemeinde hinaus gewirkt haben.

Frühzeitig hat Derendingens Gemeindepräsident Kuno Tschumi (1951) mitgeteilt, dass er im Sommer 2021 nach fünfzehneinhalb Jahren Präsidium zum Ende der Legislatur zurücktreten wird. Dabei bleibt es auch auf Nachfrage, aber: «Ich hoffe stark, wir finden wirklich noch jemanden, der das Amt übernehmen will. Die Dorfparteien haben es bisher leider versäumt, Nachfolger aufzubauen.» Sollte sich also bis zu seinem gewünschten Rücktritt noch niemand gefunden haben, würde «ich nicht davonlaufen und kurzzeitig aushelfen, aber sicher keine Legislatur lang». Zu sehr hänge er, der im nächsten Jahr insgesamt vier Legislaturen an der Spitze in Derendingen war, an seiner Gemeinde.

Paragraf verhindert erneute Kandidatur

In Zuchwil ist die Situation klar. «Mit der neuen Dienst- und Gemeindeordnung dürfen über 65-Jährige nicht mehr antreten», erklärt Gemeindepräsident Stefan Hug (1954). Er werde demnach nicht mehr kandidieren. «Diese dann acht Jahre waren eine wertvolle Erfahrung. Das Amt war abwechslungsreich und herausfordernd. Es bildet einen würdigen Schlusspunkt meiner beruflichen Tätigkeit.» Er habe zudem, nicht wie seine Vorgänger, das Glück gehabt, in finanziell prosperierenden Zeiten amten zu dürfen. «Um ehrlich zu sein, habe ich mir es turbulenter vorgestellt, als es dann wirklich war. Zumindest bis heute.» Er macht dafür teilweise auch seinen sachlichen Umgang mit problematischen Themen verantwortlich. Und dann ist er schon wieder Wahlkämpfer. «Wir diskutieren in der SP bereits eine Nachfolge und wollen auch nach 50 Jahren weiter das Gemeindepräsidium in unserer Hand halten.» Dies sei ein grosses Anliegen seiner SP.

«Ich rate gerade Frauen dazu, es auch zu versuchen»

Auch in drei kleineren Gemeinden im Wasseramt wird das Gemeindepräsidium mit grosser Wahrscheinlichkeit von neuen Leuten besetzt werden. «Ich möchte eigentlich nicht mehr antreten», erklärt Bolkens Gemeindepräsidentin Jeannette Baumgartner. Der Gemeinderat von Bolken werde sich im Sommer auf die Suche nach geeigneten Leuten für den Gemeinderat und das Gemeindepräsidium begeben, denn auch weitere Rücktritte im Gemeinderat seien absehbar. Baumgartner, die in der letzten Woche ihre Pension antrat, hat die letzten sieben Jahre genossen. «Ich habe die Arbeit sehr gerne gemacht. Das Positive überwiegt klar. Das Amt hat mein Leben bereichert, und ich rate gerade Frauen dazu, es auch zu versuchen.» Natürlich werde sie nach der Amtszeit in ein kleines Loch fallen, «wegen der vielen Kontakte», aber sie wünsche sich sehr, dass nun wieder jüngere Kräfte das Ruder übernehmen.

Lange für die Gemeinde gedient

Im Sommer 2021 wird Bruno Meyer, Gemeindepräsident in Etziken, bereits acht Jahre auf eine Ablöse gewartet haben. «2013 war ich nochmals angetreten, weil ich mit der Pensionierung genug Zeit hatte. Und vor vier Jahren lief es ähnlich ab. Aber jetzt ist definitiv Schluss», so Meyer. Gemeindepräsident wurde er 1997 – noch im letzten Jahrhundert. Davor war er schon acht Jahre Gemeinderat. «Es ist also heftig an der Zeit, dass ich aufhöre.» Dieses Mal habe man früher begonnen, nach einer geeigneten Nachfolge zu suchen. Hier sei man auf der Zielgeraden. Falls es eine Übergangszeit brauche, werde er nochmals einige Zeit aushelfen, sagt Meyer, dem die Arbeit Riesenspass gemacht hat.

Jürg Schibler (1958) hat in der Gemeinde seinen Rücktritt auf Ende Legislatur bereits angekündigt. Es ist seine dritte Legislatur als Gemeindepräsident von Hüniken. «Es ist nun genug. Ich habe der Gemeinde recht lange gedient. Nun sollen Jüngere nachkommen», findet er. Der Rücktritt sei definitiv. Er wolle keinen Spekulationen die Türe öffnen. «Die Gemeinde muss nun eine Nachfolge finden.» Der Gemeinderat sei bereits am Suchen.