Als ihren Strassenmarsch für den Regionalmusiktag in Recherswil im Mai hat die Musikgesellschaft Lohn-Ammannsegg «Olonium» von Guido Anklin ausgesucht. Mit ihm eröffnete sie ihr Matinee-Konzert. Mit Schweizer Musik führte sie das Programm weiter. Sie kam sogar aus dem Bereich des eigenen Bezirksverbandes Bucheggberg und Umgebung. Dort gehört auch Oberwil bei Büren dazu.

Von dort kommt nämlich Thomas Rüedi und damit auch seine Komposition «Ein Fest für die Musik». Mit Christoph Walter taucht der Name eines weiteren bekannten Schweizers auf im Konzertprogramm. Mit «Celtic Crest» spielte die Gesellschaft eines seiner momentan bekanntesten Werke.

Bekannt und scheinbar zeitlos sind die Hits von Udo Jürgens. Seit Kurt Gäble aus ihnen ein gefälliges Medley zimmerte, sind sie in der Blasmusik fest verankert. Auch in Lohn wurde dieses ein solider Bestandteil des Konzertprogramms. Offensichtlich kann der von einer Dorfmusik aus lauter Amateuren gefällig interpretiert werden. Auch James Last schuf unsterbliche Melodien. Unter dem Titel «James Last Golden Hits» hat Steve McMillan einige davon für Blasmusik arrangiert.

Auch wenn sie so etwas weniger Glanz und Glimmer versprühen, als von der Band des Meisters, bereiteten sie in Lohn durchaus Freude. Weit seltener war bisher der Titel «Steimanndli Jutz» in Blasmusikprogrammen zu finden. Das dürfte sich in Zukunft ändern. Bei Jodelanlässen gehört dieser Titel fast immer dazu. Es ist der momentan wohl beliebteste Jodel. Geschrieben wurde er von André von Moos. Die Komponistin und Arrangeurin Evi Güdel-Tanner hat ihn nun auch den Blasmusiken zugänglich gemacht. In Lohn war er zu hören. Eine Zugabe war der MG zu entlocken. Wie schon für den Start entschied sie sich wieder für einen Marsch. Mit Guido Anklin hat dieser «Arc-en-ciel» auch den gleichen Komponisten.

Mährische Volksmusik

Für den zweiten Konzertteil konnte die Bouele Musig aus Langnau gewonnen werden. Die mobilisierte natürlich ihre Fans und Anhänger aus unserer Region. Das sind nicht wenige und seit diesem Konzert sind es sicher noch einige mehr. Wer ihren legendären Ruf noch etwas anzweifelte, wurde sofort, nämlich ab den ersten Tönen, eines Besseren belehrt. Diese exzellenten Bläser – alle grossartige Solisten – verschmelzen zu einer musikalischen Einheit. Ihre Power besticht, dabei sind es bloss 13 Personen. Aber nicht das macht sie aus.

Was sie ausmacht, sind unglaubliche Präzision, bestechende Technik und herausragende Musikalität. Unverkennbar ist ihre echte Freude am Musizieren. Sie fühlen sich der böhmischen und mährischen Volksmusik verpflichtet. Sie spielen aber auch moderne Unterhaltungsmusik auf dem entsprechenden Niveau. Dass sie sich durchaus auch mit Titeln aus dem Jazz zurechtfinden, war beim «Louis Armstrong Medley» – notabene zurechtgemacht, wie sie es nennen, von Mario Bürki – deutlich zu spüren.

Dass auch die einzige Frau (Agnes Gartmann) jazzig mitreden kann, bewies sie auf der B-Klarinette im «Wild Cat Blues». Die Kraftbrocken vom Blech in der vorderen Reihe spielen alle mindestens zwei Instrumente, beide auf hohem Niveau. Hohes Niveau, nicht nur bei seinen Soli, bewies auch der Tubist (Michael Scheidegger).

Für ein musikalisches Schlussfeuerwerk vereinigten sich beide Formationen zu einem einzigen Klangkörper. Das gemeinsam gespielte Erfolgsstück «Böhmischer Traum» wurde zu einem Erlebnis. Es wird viel und bei verschiedensten Gelegenheiten gespielt. So gut, wie es die beiden zusammen interpretierten, haben es sicher nicht viele aus dem Publikum zuvor schon gehört.