Das Postulat von Kurt Ritter wurde an der Gemeindeversammlung heftig diskutiert. Dieses verlangte, dass künftig über Beträge in Millionenhöhe an der Urne abgestimmt werden soll. «Wenn über einen so hohen Geldbetrag abgestimmt wird, hat das Geschäft eine grössere Wirkung, wenn es an der Urne, also von der breiten Bevölkerung angenommen wird», argumentierte Ritter.

Durch eine solche Abstimmung würde auch die Legitimation des jeweiligen Geschäfts gesteigert. «Es kann nicht sein, dass nur zwei bis drei Prozent der Bevölkerung über etwas so Wichtiges entscheiden. Man kann von einer Diktatur der Minderheit sprechen.» Dem pflichtete Rolf Truninger bei: «Es ist auch so, dass einige verhindert sind und nicht an die Versammlung kommen können, diese hätten die Chance, noch abzustimmen.»

«Unnötige Änderung»

Der Gemeinderat empfahl, das Postulat als nicht erheblich zu erklären und begründete dies damit, dass jede Gemeindeversammlung eine Urnenabstimmung erwirken kann, wenn ein Drittel der Anwesenden sich dafür ausspricht. Zudem würde auch nur eine Minderheit an der Urnenabstimmung teilnehmen. «Dies ist nicht nur auf Gemeindeebene so, sondern auch auf der nationalen», sagte Gemeindepräsident Hans-Peter Berger. Die Änderung sei unnötig.

Weitere Votanten unterstützten den Gemeindepräsidenten: «Diese zwei bis drei Prozent, die die Versammlungen besuchen, setzen sich mit den Geschäften genau auseinander und wissen Bescheid. Es kann demnach sein, dass es bei anderen Stimmbürgern zu Fehleinschätzungen kommt, die Auswirkungen auf das Resultat haben», äusserte sich Christoph Loser.

Auch Max Kaufmann stärkte die Gemeindeversammlung als demokratische Abstimmungskraft: «Jeder hat die Möglichkeit, diese zu besuchen. Es ist ausserdem bequemer, vom Sofa aus abzustimmen: Wer an eine Gemeindeversammlung kommt, engagiert sich.» Das Postulat wurde mit 41 zu 17 Stimmen abgelehnt.

Ja zur Kostenbeteiligung

Die Langendörfer setzten ein Zeichen bei der Vereinbarung mit der Repla über die Kostenbeteiligung der Regionsgemeinden an regionalen Aufgaben. Lediglich zwei der 58 Stimmberechtigten stimmten gegen das Geschäft. Der Gemeindepräsident bedankte sich erfreut über das Zugeständnis.

Damit wird sich die Gemeinde ab 2017 für die nächsten vier Jahre mit
einem Beitrag von 104'091 Franken beteiligen. Dies aber nur insofern die Vereinbarung von genügend anderen Gemeindeversammlungen angenommen wird und damit der Mindestbetrag von 1,6 Millionen Franken erreicht wird. Tritt die neue Regelung in Kraft, so werden die Bewohner der teilhabenden Gemeinden in einigen der Institutionen von Vergünstigungen profitieren können.

An der Gemeindeversammlung wurde auch die Ladenschlussordnung von Langendorf aus dem Jahr 1999 aufgehoben. In Zukunft wird diese vom Kanton geregelt. Das Reglement über die Bewilligung von Freinächten und gastgewerblichen Gelegenheitsanlässen wurde einstimmig gutgeheissen. Genauso verhielt es sich mit der Rechnung 2015, die unerwartet erfreulich ausfiel.