Mit einem Ertragsüberschuss von 648'000 Franken bei einem Gesamtertrag der Erfolgsrechnung über 6,1 Millionen Franken hat Günsberg mehr Luft für künftige Aufgaben. Das Budget hatte noch mit einem Minus von 33'000 Franken gerechnet.
Finanzressort-Chef Andreas Bühler begründete vor 26 Stimmberechtigten den plötzlichen «Fiskal-Finanzsegen» in Höhe von gesamthaft 5,1 Millionen mit gestiegenen Steuereingängen, die mithilfe der definitiven Veranlagung im Umfang von 843'000 Franken für Vorjahre ein- und nachgezahlt wurden.

Der Steuerertrag von natürlichen Personen lag 2017 bei 3,9 Millionen, von juristischen Personen bei 111'000 Franken. Gegenüber dem Eigenkapital von neu 1,7 Millionen lag das Fremdkapital bei insgesamt 5,2 Millionen, die eine Pro-Kopf-Verschuldung von rund 3166 Franken bedingen. Der Finanz- und Lastenausgleich steuerte zum Haushalt 222 300 Franken bei.

Bühler beleuchtete kurz die Neuausrichtung der Finanzverwaltung ab Mitte 2016 auf ein externes Mandat, das die Umstellung auf HRM2 und die Neustrukturierung des örtlichen Finanzwesens realisierte. Bei den Spezialfinanzierungen weist nur die Wasserversorgung ein Minus über 141'000 Franken aus. Mit einem Antrag an die Budgetgemeindeversammlung im Dezember will der Gemeinderat die Werte korrigieren. Möglicherweise den Wasserzins leicht anheben und für die kommenden Leitungsbauten eine Mischrechnung mit der positiven Spezialfinanzierung Abwasser vorsehen.

Investiert wurde für netto 308'000 Franken. Gewisse, für 2017 geplante Strassenbau-Vorhaben wie die Buchweid, Balmbergstrasse und Kirchgasse werden erst im laufenden Jahr in Angriff genommen. Nach Verlesung des Prüfungsprotokolls der Rechnungsprüfungskommission war die Versammlung ohne weitere Fragen mit der Jahresrechnung einverstanden.

Sanierung Schulhaus

Gemeinderat Rolf Sterki fasste den Stand der Dinge zur Sanierung des 1968 erbauten und damals schon modern konzipierten Günsberger Schulhauses zusammen. Gemeinsam mit einer sechsköpfigen Planungsgruppe und dem Dreierteam professioneller Baufachleute sei das Gebäude auf notwendige Massnahmen hin analysiert worden. «Wir wollen den Charakter des Schulhauses erhalten, in Rücksicht auf die Gemeindefinanzen aber mit Sofortsanierungen die Benutzbarkeit verbessern», so Sterki.

Das Erneuerungspaket für 128'200 Franken soll möglichst schon in diesen Sommer- und Herbstferien umgesetzt werden. Von 2019 bis 2020 steht ein weiterer Sanierungsschritt für 731'300 Franken bevor. Er betrifft die Fenster in der Abwartswohnung sowie einzelne in Schule und Turnhalle, die Überdachung des Innenhofes, Lüftung, Beleuchtung und Schränke, die Passarelle, den Pausenplatz und die Sanierung von Schulzimmern wegen des Wasserschadens wie auch ein der Kindergrösse angepasstes WC am Kindergarten.

Als weiteren Bedarf sieht die Arbeitsgruppe die mögliche Erneuerung der 1994 installierten Heizung. «Mit 22'000 Litern Heizöl jährlich arbeitet sie energieeffizient. Wir wollen aber mit neuer Planung parat sein, sofern sie ausfällt», erläuterte Sterki das dritte Sanierungspaket, das die Dächer vor Turnhalle und Schulhaus einschliesst in einem Zeithorizont von 5 Jahren und Kosten von 940'500 Franken. Die Gemeindeversammlung genehmigte einstimmig den Kredit von 1.8 Millionen Franken. Vorhanden sind Rückstellungen von 1.5 Millionen Franken.