38 Stimmberechtigte, das ist ein Prozent der Derendinger Stimmbürgerinnen und –bürger, arbeiteten sich geduldig, aber sportlich durch die zwölfteilige Geschäftsordnung. Gemeindepräsident Kuno Tschumi (FDP) erläuterte, wie stark das zu rund 85 Prozent fremdbestimmte Budget diesmal durch entlastende politische Entscheide mitgestaltet worden sei. Darunter die Ausfinanzierung der Pensionskasse und Beiträge nur für die Gemeindeangestellten (1,75 Millionen aus Rückstellungen), die kantonal angestossene Kostenverlagerung im Sozialbereich und den kürzlich bewilligten neuen Finanzausgleich.

Derendingen, das seit 9 Jahren nie mehr einen defizitären Rechnungsabschluss vorlegte – auch das Ergebnis 2014 sieht laut Gemeindepräsident trotz negativer Budgetierung erfreulich aus – rechnet im Voranschlag fürs kommende Jahr bei einem Aufwand von 36,4 Millionen mit einem Aufwandüberschuss von 152 000 Franken.

2,3 Millionen aus Finanzausgleich

Der Gewinn sei nur möglich, weil der Finanzausgleich der Gemeinde, die bezüglich Steuersubstrat auf Rang 96 aller Solothurner Kommunen liegt, mit kräftigem Beitrag von 2,3 Millionen Franken unter die Arme greife. «Unser Budget ist keine Luftnummer, sondern von unten über die Beratung mit allen Fachverantwortlichen, Gemeinderat und Finanzkommission realistisch aufgebaut», bekräftigte Tschumi.

Finanzkommissions-Präsident Markus Zürcher plädierte dafür, das Ergebnis «unaufgeregt» zur Kenntnis zu nehmen, zumal sich durch den Zuzug von 200 neuen Steuerzahlern die Einnahmen deutlich verbessern. «Aber wir bleiben auf der vorsichtigen Seite», bezog er sich auf mögliche Forderungen zur Steuerfusssenkung. Das Plenum verzichtete auf derartige Wünsche zur Reduzierung der Steueranlage und unterstützte den rätlichen Antrag auf Beibehaltung von 133 für natürliche und 115 Prozent für juristische Personen einstimmig.

Die Investitionsausgaben von netto 3 Millionen, die allerdings nur zu 22 Prozent aus eigenen Mitteln finanzierbar sind, führen in der Budget-Gesamtsicht zu einem Finanzfehlbetrag von rund 2 Millionen Franken. Finanzverwalter Peter Weibel erörterte alle Details mit Skizzen zu Aufwand und Ertrag sowie der Zusammenstellung der Kostenverursacher im örtlichen Finanzwesen. «Unsere Spirale dreht sich aufwärts», würdigte Tschumi die doch erkennbar positive Entwicklung des Dorfes.

Räumliches Leitbild genehmigt

Raumplaner Christian Siegrist fasste kurz den über mehrere Jahre erfolgten Planungsprozess zusammen, der unter öffentlicher Mitwirkung stattfand. Dann erläuterte er Strategie und Leitsätze zur generellen Entwicklung, zu Siedlungsgebiet, Verkehr, Umwelt und Nicht-Siedlungsgebiet. Die Versammlung genehmigte das nicht eigentümer- verbindliche Leitbild mit einer Gegenstimme. Damit seien gute Vorzeichen für die Sanierung der Hauptstrasse und für die Umwandlung des Kreuzplatzes in den kommenden Jahren gesetzt, unterstrich Gemeindepräsident Tschumi. Auch der von Derendingen befürwortete Anschluss an die Autobahn soll weiter eine Rolle spielen.