Pipo wird langsam nervös und scharrt mit seinen Hufen. Der Teenager-Esel – Pipo hat eine Lebenserwartung von 50 Jahren und ist mit 4 gerade im besten Alter – wartet auf seinen Einsatz: Denn heute gehts zur Kartoffelernte. Seine Besitzer Claudia und Matthias Zimmermann betreiben seit zwei Jahren einen Bio-Bauernhof in Küttigkofen. An diesem Morgen empfangen sie hier elf Kinder, die sich im Rahmen des Ferienpasses als Pommes-Chips-Produzenten versuchen.

«Ich finde es wertvoll, wenn die Kinder sehen, wie Pommes-Chips gemacht werden», sagt Claudia Zimmermann. Den Kurs bietet sie zum ersten Mal an. Gerade hat der Regen eingesetzt und die Kinder sind unterwegs zum Feld, Kartoffeln ernten. Dabei lernen sie schnell, die ursprünglichen Setzlinge, die Mutterkartoffeln, von den jungen Kartoffeln zu unterscheiden. Mit Gabel und von Hand wird eifrig gegraben und haufenweise «Rohmaterial» für die künftigen Chips ausgegraben.

Kartoffeln ernten.

Kartoffeln ernten.

Vom Feld bis ins Säckchen

Max, der selbst auf einem Bauernhof aufwächst, versucht, einen der vollen Kartoffelsäcke hochzuheben und merkt schnell: Die sind richtig schwer. So werden die Kartoffeln Pipo übergeben, der sie geduldig zum Hof zurückträgt. Dort gehts an die Verarbeitung der Kartoffeln. Eine Gruppe beginnt mit dem Schälen der Kartoffeln, während die andere ihre eigenen Pommes-Chips-Säckchen kreiert. Dabei werden die unterschiedlichsten Motive – von Sonnenblumen bis Orkas – und Schreibweisen für die «Bommschips» gewählt.

Kartoffeln schälen.

Kartoffeln schälen.

«Wir haben lange überlegt, womit wir die Kartoffeln am besten schneiden», so Claudia Zimmermann. Die Wahl fiel letztlich auf die Küchenmaschine. Die letzte Station ist schliesslich die Fritteuse: hier werden aus den Kartoffelblättchen richtig knusprige Chips. Der Vorgang dauert etwas, und so unterhalten sich die Kinder beim Anstehen über die wichtigen Aspekte der Chips-Produktion. Etwa, wer die grössten Kartoffeln ausgesucht und somit die meisten Chips erhält – Max ist siegessicher – oder welche Menge Salz (natürlich in Kilogramm) denn nun die richtige sei. Wahrscheinlich war die Entscheidung von Matthias Zimmermann, das Salzen selbst zu übernehmen, die richtige.

Kartoffeln schnippen.

Kartoffeln schnippen.

Eigene schmecken am besten

Der Prozess vom Waschen bis zum Frittieren geht schnell vorüber und schon bald hält Leandra als Erste ihre fertigen Chips in der Hand. Urteil: sehr lecker! Tatsächlich sind die Chips goldiger als die bekannten aus dem Regal. Und man ist sich schnell einig, dass sie die gekauften auch geschmacklich toppen. Die Portion, die sich aus vier Kartoffeln ergibt, ist glücklicherweise zu gross, als dass sie in einem Säckchen Platz hätte. Und so gibts zum Znüni neben Kuchen, Zopf, Gemüse und Apfelsaft schon einige Chips zum «Schmausen». Nachdem alle Chips frittiert und abgefüllt sind, bleibt noch etwas Zeit für einen Hof-Rundgang. Die Kinder freuen sich, den Pferden und Hühnern hallo sagen zu dürfen. Und auch die Schweine freuen sich: denn ihnen haben die Besucher mit der übrig gebliebenen Kartoffelschale eine unverhoffte Zwischenmahlzeit mitgebracht.

Pommes Chips essen.

Pommes Chips essen.