Zuchwil

Polizei wird nicht auf der Schiessanlage Feldacker schiessen

Die Schiessanlage Feldacker wird nicht umgestaltet. Die Kantonspolizei will andernorts die Schiessausbildung anbieten.

Die Schiessanlage Feldacker wird nicht umgestaltet. Die Kantonspolizei will andernorts die Schiessausbildung anbieten.

Der Gemeinderat Zuchwil erhält vom Kanton schriftlich eine Absage: Die Polizei hat sich gegen die Schiessanlage Feldacker für ihr Training entschieden. Weiter ist das Budget 2021 der Gemeinde nicht so schlecht wie befürchtet.

Lange Zeit wartete man auf eine weitere Planung für die Schiessanlage Feldacker in Zuchwil. Die Kantonspolizei wollte diese Schiessanlage mitbenutzen und auf ihre bisherige Anlage in Oensingen verzichten.

Nun erreichte ein Schreiben, unterzeichnet vom Polizeikommandanten und vom Kantonsbaumeister, den Gemeinderat Zuchwil. Darin ist nachzulesen, dass das Planauflageverfahren bereits Ende Juli 2019 für ein Jahr sistiert wurde. Der Kanton wolle diese Zeit nutzen, um verschiedene Optionen zu prüfen, hiess es damals. Als Grund wurde zudem angegeben, zusätzlich prüfen zu wollen, wie sich das Prozess- und Planungsrisiko wegen der Einsprachen zur geplanten Zonenplanänderung auswirken könnte. Dieses könnte vor allem den zeitlichen Rahmen sprengen.

Kein Interesse mehr am Projekt Feldacker

Beim Standort Oensingen habe sich eine neue Möglichkeit ergeben, ist im Brief nachzulesen. Deshalb haben sich Kanton und Polizei respektive Regierungsrat Roland Fürst und Regierungsrätin Susanne Schaffner entschieden, vom Projekt der Schiessanlage Feldacker Abstand zu nehmen. Der Kanton habe somit kein Interesse mehr an der Änderung des Bauzonen- und Gesamtplans Schiessanlage Feldacker und an der weiteren Mitgestaltung am Gestaltungsplan mit Sonderbauvorschriften.

Diese Nachricht dürfte einige Einsprecher erfreuen, nicht aber den Gemeindepräsidenten von Zuchwil. «Damit bleibt es beim Status quo. Das ist schade, denn wir hätten die Chance erhalten, dass der Schiessstand insgesamt leiser geworden wäre», ist Stefan Hug überzeugt.

Budget mit einem Minus verabschiedet

Der Gemeinderat traf sich bereits um 8 Uhr morgens zur Sitzung im Lindensaal. Grund dafür war das Budget 2021, das es zu behandeln galt. Ins Rennen ging der Gemeinderat mit einem Budgetminus von 1,2 Mio. Franken. Bereits vorgängig hatte das Kader, laut Gemeindepräsident, auf Ausgaben von einer Mio. Franken verzichtet. Silvio Auderset (SVP) stellte den Antrag, das Budget um 1,5 Prozent zu reduzieren, was rund 900000 Franken entsprechen würde. Wie dies geschehen sollte, sei der Verwaltung zu überlassen. Der Antrag fand keine Mehrheit. «Danach haben wir viele kleine Positionen angeschaut», erklärt Hug. So konnten 300000 Franken eingespart werden.

Andererseits wurden zwei Positionen neu ins Budget aufgenommen. Die eine betrifft das geplante Kinder- und Jugendzentrum am Walde, dessen Realisierung in der früheren Beratung des Finanzplanes um ein Jahr ins 2022 geschoben wurde. «Wir haben einen Planungskredit bereits ins Budget 2021 aufgenommen, damit es 2022 auch wirklich fertiggestellt werden kann.» Diese Position sei heftig umstritten gewesen, nicht nur vonseiten der SVP, wurde aber vom Gemeinderat genehmigt. Weniger umstritten sei ebenfalls ein Planungskredit für den geplanten Anbau an die Eisbahn im Sportzentrum gewesen.

Abgelehnt wurde der Antrag, den Lohn des Verwaltungspersonals um 0,45 Prozent zu erhöhen. «Das wäre als Ausgleich gedacht für die zusätzlichen Sozialabgaben in gleicher Höhe», so Hug. Besprochen, aber nicht weiter vertieft wurde der Steuersatz. «Eine Diskussion, beispielsweise über eine Steuererhöhung, wurde nicht verlangt.»

«Wenn wir mit diesem 900000-Franken-Minus im nächsten Jahr abschliessen würden, dann kämen wir mit einem blauen Auge davon», kommentiert Hug das Budget. Sorgen mache er sich wegen der weiteren Zukunft. «Mit der Unternehmenssteuerreform müssen wir auf 3 Mio. Franken verzichten, und was uns die Coronakrise noch bescheren wird, weiss niemand.»

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