Messen
Polizei stoppt das Fällen der Blutbuche neben der Kirche

Weil die Bewilligung für das Belegen der Kantonsstrasse fehlte, konnte die Blutbuche neben der Kirche in Messen noch nicht gefällt werden.

Rahel Meier
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Die Blutbuche im Dorfzentrum von Messen sollte gefällt werden Das Vorhaben wurde von der Polizei unterbrochen: Es fehlte die Bewilligung, welche für das Belegen einer Kantonsstrasse erforderlich ist.
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 Vorbereiten für den Einsatz auf dem Kranausleger
 Die Arbeiter lassen sich mit dem Kran zur Baumkrone heben
 Ast für Ast wird abgesägt
Blutbuche in Messen wird gefällt
 Der Auslegerkran steht auf der Kantonsstrasse und behindert den Verkehr
 Die Äste werden in der ebenfalls auf der Strasse stehenden Mulde entsorgt
 Das schwere Gerät ist verschwunden. So präsentiert sich die Buche am Nachmittag

Die Blutbuche im Dorfzentrum von Messen sollte gefällt werden Das Vorhaben wurde von der Polizei unterbrochen: Es fehlte die Bewilligung, welche für das Belegen einer Kantonsstrasse erforderlich ist.

Hanspeter Bärtschi

Sie prägt das Bild im Zentrum von Messen. Direkt neben der frühmittelalterlichen Kirche, die 1480 erbaut wurde, steht seit Jahrzehnten eine grosse Blutbuche. Am Dienstag sollte sie gefällt werden. Kurz vor dem Mittag wurde die Aktion durch die Polizei, in Absprache mit dem Kreisbauamt I, gestoppt. Der Grund: Es fehlte die Bewilligung, welche für das Belegen einer Kantonsstrasse erforderlich ist.

Der Mediendienst der Kantonspolizei bestätigt auf Anfrage, dass die Fällaktion abgebrochen wurde. Laut Auskunft des Mediendienstes wurde die Polizei von Einwohnern avisiert. Als die Patrouille dann vor Ort war, stellte sie fest, dass die nötigen Bewilligungen fehlen und es bestanden grosse Defizite, was die Verkehrssicherheit anbelangt. Laut Polizei wurde der Verkehr durch nicht ausgebildete und im Kanton Solothurn zugelassene Personen geregelt.

Die «Umleitung» erfolgte über den Vorplatz, nahe dem Eingangsbereich, der Denner-Filiale. Daher wurde, in Absprache mit dem Kreisbauamt I, der Stopp ausgesprochen. «Den Antrag für die Arealbelegung kann online beim Kreisbauamt heruntergeladen und anschliessend ausgefüllt eingereicht werden», erklärt Mediensprecher Thomas Kummer. Gerade auf einer Strasse, die wie diejenige in Messen, stark befahren sei und auf der auch noch der Bus verkehre, sei es üblich, dass die Situation mit den involvierten Stellen zuerst vor Ort angesehen und das Vorgehen gemeinsam besprochen werde. Die Fällaktion kann voraussichtlich morgen Donnerstag, nach erfolgtem Augenschein, zu Ende gebracht werden.

Kirchgemeindepräsident Ernst Marti wollte sich auf Nachfrage nicht zum Vorfall äussern.

Kirche, Turm und Stützmauer bedroht

Weder der Kirchgemeinde- noch der Einwohnergemeinderat machten sich den Entscheid, die grosse Blutbuche zu fällen, leicht. Aber es muss sein: Die Buche war über die Jahre riesig geworden. Die Wurzeln des Baumes begannen das Mauerwerk der Stützmauer gegen die Strasse hin zu beschädigen und auch Kirchendach und Kirchturm waren bedroht. Zudem zeigte ein Gutachten auf, dass die Buche ein Sicherheitsrisiko für die Verkehrsteilnehmer auf der Hauptstrasse, aber auch die Bevölkerung und die nähere Umgebung darstellt.

Das Fällen der Buche wurde mit dem Amt für Denkmalpflege und Archäologie abgesprochen. Die Verantwortlichen stimmten der Fällaktion zu, obwohl allen bewusst ist, dass der Baum für das heutige Kirchenensemble prägend ist. Andererseits verdeckt der Baum mit seiner Grösse in der Zwischenzeit Kirche und Turm beinahe ganz. In den letzten Jahren musste die Kirchgemeinde zudem viel Geld in «Baumdoktoren» investieren. Sicher ist, dass nach der Fällung wiederum eine ansehnliche Buche als Ersatz gepflanzt werden soll.