Standortattraktivität

Podiumsdiskussion: Wie attraktiv ist Biberist?

Die Diskussionsrunde ist in vollem Gange mit (von links) Stefan Hug, Roman Strausak, Reto Schoch, Thomas Ledermann und Michele Muccioli.

Die Diskussionsrunde ist in vollem Gange mit (von links) Stefan Hug, Roman Strausak, Reto Schoch, Thomas Ledermann und Michele Muccioli.

Die CVP-Ortspartei organisierte eine Podiumsdiskussion und thematisierte die Standortattraktivität. Rund 60 Besucher nahmen an der Veranstaltung teil.

Die CVP veranstaltete einen Infoanlass mit anschliessender Podiumsdiskussion zum Thema «Impulse für Biberist». Im «Läbesgarte» versammelten sich rund 60 Zuhörer und Zuhörerinnen, die den anwesenden Rednern, darunter Gemeindepräsident Stefan Hug-Portmann, gespannt zuhörten.

Im ersten Teil der Veranstaltung erklärten Hug und Michele Muccioli, Vertreter des HIAG-Konzerns (Besitzerin des «Papieri-Areals»), aus zwei verschiedenen Blickwinkeln die Standortattraktivität Biberists. Hug ging während seines Referats vor allem auf die Standortattraktivität im Zusammenhang mit der Verkehrslage Biberists ein. So habe Biberist, wo sich während der Rushhour stets Autokolonnen bilden, kein eigentliches Verkehrsproblem.

Der Grossteil des Verkehrs sei laut Hug Ziel -und Quellverkehr, weshalb eine Umfahrung wenig Sinn machen würde. Das Verkehrsproblem liesse sich einzig mit der Verschiebung des Verkehrsaufkommens auf einen grösseren Zeitraum oder durch Umlagerung auf andere Verkehrsmittel beseitigen. So könne Stau nur verhindert werden, wenn vermehrt auf den öffentlichen Verkehr gesetzt würde.

Hug kritisierte jedoch die schlechte Anbindung von einigen Quartieren und die ausbaufähige Infrastruktur. Als Beispiel nannte er den Bahnhof Biberist Ost, der nicht schön anzuschauen sei. So sei nicht nur die Erreichbarkeit des öffentlichen Verkehrs ein wichtiger Punkt für dessen Attraktivität, sondern auch die Infrastruktur der Bus und Bahnstationen.

Brache als Chance

HIAG-Vertreter Michele Muccioli sprach über die Standortattraktivität von Gemeinden mit Industriebrachen. Das Vorhandensein einer Brache werde oft als Belastung angesehen, doch sei es vielmehr eine Chance. So biete eine Industriebrache oft ungeahnte Nutzungsmöglichkeiten, die auf den ersten Blick schnell übersehen würden. Brachen lägen oft an Gewässern, welche gute Umgebungsbedingungen für Wohnprojekte darstellten und seien energie- und verkehrstechnisch bestens angeschlossen. Muccioli betonte in der Folge, wie wichtig für solche Lösungen die Zusammenarbeit der Gemeinde mit Konzernen wie der HIAG sei, um Industriebrachen wiederzubeleben.

Warum ging Strausak Holzbau

Im zweiten Teil der Veranstaltung folgte eine Podiumsdiskussion mit Stefan Hug, Michele Muccioli, Thomas Ledermann, Raumplaner bei BSB + Partner und Roman Strausak, Geschäftsführer der Strausak Holzbau AG.
Diskussionsthemen waren vor allem der Zonenplan Biberists, der bedingt durch das Raumplanungsgesetz keine weiteren Einzonungen für Gewerbe zulässt, und die Gründe für den Wegzug der Firma Strausak Holzbau AG nach 104 Jahren.

Stefan Hug erklärte, dass die Gemeinde aufgrund der grossen Gewerbefläche auf dem «Papieri-Areal» keine neuen Gewerbezonen einzonen kann. Mit den bereits bestehenden kann nicht frei verfügt werden, da sie sich in Privatbesitz befinden. Roman Strausak machte indes auch klar, dass er trotz intensiver Suche in Biberist, keinen geeigneten Standort für sein Unternehmen erwerben konnte. Zwar sind auf dem «Papieri-Areal» noch rund 85 Prozent der Fläche unbelegt, doch waren der Wunsch Strausaks nach Eigentum mit der Vermietabsicht der HIAG nicht vereinbar. Strausak fühlte sich somit gezwungen mit seinem Ur-Biberister Unternehmen nach Lüsslingen umzusiedeln.

Weiter wurden die Probleme an den Übergängen von Gewerbezonen zu Wohnzonen angesprochen. Die Referenten waren sich einig, dass die Toleranz gegenüber Industrie und Gewerbe in der unmittelbaren Nachbarschaft abgenommen habe. So seien es oftmals Neuzuzüger, die sich über alteingesessenes Gewerbe beklagen, gleichzeitig jedoch ihre Häusern in die Lücke zwischen Gewerberaum und Wohnraum bauten.
Den Schlusspunkt des Abends setzte Konrad Imbach, Mitglied des CVP-Vorstands, der noch einmal die wichtigsten Argumente des Abends herausgriff.

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