Obergerlafingen
Plus in der Rechnung, Minus im Budget

Der Souverän stimmte in Obergerlafingen der Rechnung 2019 und dem Budget 2021 zu.

Marlene Sedlacek
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Der Um- und Neubau des Schulhauses wurde teurer als budgetiert.

Der Um- und Neubau des Schulhauses wurde teurer als budgetiert.

Oliver Menge

Die Gemeindeversammlung in Obergerlafingen war gleichzeitig Rechnungs- und Budgetversammlung. Nichtsdestotrotz ging die Veranstaltung in nicht viel mehr als einer Stunde über die Bühne.

Bei einem Aufwand von 4,653 Mio. Franken und einem Ertrag von 4,872 Mio. Franken ergab sich in der Rechnung 2019 ein Ertragsüberschuss von 219'192 Franken. Dies erlaubte zusätzliche Abschreibungen von 183'767 Franken. Dem Eigenkapital konnte ein Betrag von 35'425 Franken zugewiesen werden. Auf der Ertragsseite sei die Gemeinde stark unterwegs gewesen, erläuterte Gemeindepräsident Beat Muralt. Auf der Aufwandseite hingegen hätten alle Positionen ausser die Sozialhilfe das Budget überschritten.

Die Investitionen beliefen sich auf 808'242 Franken. Der Bruttokredit von 5,85 Mio. Franken für den Um- und Neubau des Schulhauses wurde um 66'000 Franken überschritten. Gründe für die höheren Kosten sind unter anderem der Einbau einer nicht vorgesehenen Lüftung, der Dachausbau im Altbau, der nicht in diesem Umfang geplant war, oder der Brandschutz. «Die Kosten für einen Umbau kann man schlecht planen», so Muralt. Er sei jedoch froh, dass das alte Schulhaus erhalten blieb und zu einem schönen Dorfbild beiträgt.

Corona sorgt für grosse Unsicherheiten

Das Budget 2021 fällt um einiges schlechter aus. Es schliesst mit einem Aufwandüberschuss von 258'000 Franken. Mit einem Eigenkapital von 6,6 Mio. Franken sei das negative Ergebnis jedoch verkraftbar, meinte der Gemeindepräsident. Zudem sei das Budget vorsichtig gerechnet. Grosse Unsicherheiten bestünden bei den Auswirkungen von Corona. Allerdings sei die Gemeinde mit den Steuereinnahmen 2020 trotzdem gut unterwegs. «Auch wissen wir nicht, wie sich die Steuerreform Staf auf die juristischen Personen auswirkt», gab Muralt zu bedenken. Am Steuerfuss von 110 Prozent für natürliche und 115 Prozent für juristische Personen wird nicht gerüttelt.

Nach den hohen Investitionen für die Schulliegenschaften kehrt jetzt etwas Ruhe ein.
Die Nettoinvestitionen werden sich nur auf 66'000 Franken belaufen. Einzig für Kanalsanierungen sind Investitionen vorgesehen.

Im Gemeinderat sind Demissionen zu verzeichnen

Der Gemeinderat muss sich auf die Suche nach neuen Mitgliedern machen. «Auf die Wahlen 2021 demissionieren zwei Schwergewichte», eröffnete Muralt. Dies sei selbstverständlich im übertragenen Sinn gemeint, präzisierte er. Stefan Zumbrunn, Vizepräsident und Vorsteher Ressort Bildung, und Stefan Krieg, Ressort Umwelt und Werke, verlassen das Gremium.

Beide sind seit 2013 im Gemeinderat. Der Gemeindepräsident ist zuversichtlich, dass er die Vakanzen besetzen kann. Im Zusammenhang mit den Wahlen ist am 23. Januar ein Mitwirkungsanlass geplant. Muralt möchte damit die Bevölkerung für die Belange der Gemeinde sensibilisieren, aber auch deren Erwartungshaltung abholen. Ob der Anlass coronabedingt überhaupt stattfinden kann, bleibe abzuwarten.

Als externe Revisionsstelle wählten die 25 Anwesenden wiederum einstimmig die PKO Treuhand GmbH. Seit Jahren sei die Gemeinde mit dieser Wahl gut gefahren, sagte Muralt. Auch kostenmässig stimme es.

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