Es dampft und brutzelt am späten Vormittag in der Küche des Schulhauses in Rüttenen. Die Tageschefköchin Elena Morganti und drei Hilfsköche bereiten den Mittagstisch vor. «Alles frische Zutaten, Fast Food gibt es nicht», bekräftigt sie.

Der Tisch ist bereits gedeckt und herbstlich mit Marroni und Nüssen dekoriert. Noch spielen die Kinder draussen auf dem Pausenplatz. Wenig später werden sie, ausgetobt, mit den Spielregeln vertraut gemacht.

52 Kinder und Erwachsene sitzen schliesslich nach 12 Uhr um die Tische und geniessen den Salat, den Schweinebraten, das Kürbisgemüse und die Spätzli. Auch das Süsse – Schoggimousse – fehlt nicht. Dies zu äusserst moderaten Preisen.

Platzverhältnisse ausgeschöpft

Noch vor einem Jahr funktionierte ein Mittagstisch nur noch als Stammtischtreff für die ältere Generation. Dann aber engagierte sich eine freiwillige, offene Gruppe, und der eingeschlafene Mittagstisch für Kinder erwachte.

So sehr, dass die Organisatoren ein Inserat mit fett gedrucktem «Aufnahmestopp» lancieren mussten. Dies in erster Linie aus Platzgründen. «Rund 1/3 der 120 Schulkinder nutzen nämlich das wöchentlich stattfindende Angebot, viele regelmässig, andere ab und zu», sagt Elena Morganti.

Bis 14 Uhr werden sie von zwei Personen betreut. Elena Morganti träumt davon, das Betreuungsangebot noch zu erweitern. Derzeit umfasst das ganze Team drei Hauptköchinnen, neun Hilfsköchinnen und sechs Betreuerinnen.

Ihr Lohn ist das Mittagessen. Ab und zu arbeitet eine Auszubildende des Theresiahauses mit. Halbjährlich erstellt das Team den Einsatzplan. Die Gemeinde Rüttenen übernimmt die Defizitgarantie.

«Der Mix von Jung und Alt gefällt mir», sagt Elena Morganti. Auch den älteren Personen scheint das Treffen zu gefallen.

Margrit und Kurt Bleuer sowie Gerda Allemann, die sich früher selber am Mittagstisch nützlich machten, betonen: «Es ist schön, sich einmal pro Woche einfach hinsetzen zu dürfen und sich verwöhnen zu lassen.» Das Essen sei immer gut und das Zusammensein mit bekannten Leuten ebenfalls.