Lommiswil
Plätze in Kita und Hort sind gefragt

Am Sonntag feiert die Kita Lommiswil ihren fünften Geburtstag. Sie bietet auch einen Kinderhort.

Ueli Custer
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Die Kita-Kinder sind so viel wie möglich an der frischen Luft. Hier mit der Leiterin Saskia Scheidegger (mit Kind auf dem Schoss) und Michelle Salzmann, Lernende im 1. Lehrjahr als Fachbetreuerin Kind (FaBeK).

Die Kita-Kinder sind so viel wie möglich an der frischen Luft. Hier mit der Leiterin Saskia Scheidegger (mit Kind auf dem Schoss) und Michelle Salzmann, Lernende im 1. Lehrjahr als Fachbetreuerin Kind (FaBeK).

ZVG

Vor mehr fünf Jahren hatten die Hebamme und Pflegefachfrau Sylvie Niederhäuser Jutzeler und ihr Mann Roger Jutzeler die Idee, in Lommiswil eine Kindertagesstätte (Kita) zu eröffnen.

Nach dem Überwinden von zahlreichen administrativen Hürden, dem Anmieten von geeigneten Räumen konnte im Februar 2014 die Kita Lommiswil GmbH gegründet und am 28. April eröffnet werden. Untergebracht ist sie im Haus der Bürgergemeinde direkt bei der Bahn- und Busstation «Im Holz». Sie startete mit fünf Kindern, heute sind es bereits 28.

Da eine Kita nur Kinder im Vorschulalter aufnimmt, zeigte sich sehr bald, dass auch ein Bedarf für einen Kinderhort besteht, der schulpflichtige Kinder ausserhalb der Unterrichtszeiten aufnimmt. Dank der finanziellen Unterstützung durch die Gemeinde konnte bereits 2015 ein entsprechendes Hortangebot gestartet werden, das aktuell von 20 Kindern genutzt wird.

Auch in den Schulferien offen

In der Kita Lommiswil steht die individuelle Betreuung der Kinder in einem familiären Rahmen im Vordergrund. Dabei wird auf eine gesunde Ernährung und eine gelebte Tischkultur Wert gelegt. Dafür hat sie das Label «fourchette verte – ama terra» erhalten. Einmal pro Woche wird gemeinsam im Dorfladen eingekauft. In Begleitung von fachlich kompetenten Betreuerinnen backen die Kinder wöchentlich Brot. Die Kinder haben auch alle ihre Ämtli und lernen so schon früh, Verantwortung zu übernehmen. Speziell zu erwähnen sind die familienfreundlichen Betreuungszeiten. Sowohl die Kita als auch der Hort sind ganzjährig von Montag bis Freitag jeweils von 6.30 bis 18.30 Uhr geöffnet. Nur zwischen Weihnachten und Neujahr schliesst der Betrieb für ein paar Tage.

Seit drei Jahren organisiert die Kita Lommiswil auch einen Kinderhort an den Solothurner Literaturtagen. Er wird dieses Jahr vom Freitag, 31. Mai bis Sonntag 2. Juni angeboten. Im 2. Stock des Landhauses lädt das JuKiLiversum Kinder und Familien zum gemeinsamen schminken, lauschen, lesen, spielen, basteln oder drucken ein. Eltern, die eine Veranstaltung besuchen, können ihre Kinder aber auch für maximal 2,5 Stunden betreuen lassen.

Trotz dieses Erfolges macht auch die Lommiswiler Einrichtung die Erfahrung, dass es schwierig ist, den Betrieb selbsttragend zu gestalten. Die Kita Lommiswil ist deshalb gegenwärtig mit den Gemeindebehörden in Kontakt, um dieses Problem zu lösen. Denn eine Kita im Dorf hat für die Gemeinde auch Vorteile. Und zwar nicht nur bezüglich der Attraktivität für mögliche Neuzuzüger, sondern auch finanziell. Gemäss einer Ecoplan-Studie bringt nämlich jeder Kita-Platz einer Gemeinde unter dem Strich Mehreinnahmen von gut 5000 Franken.

Kinder mit Down-Syndrom und Autismus

Die Kita Lommiswil nimmt auch Kinder mit Down-Syndrom (Trisomie 21) und Autismus auf. Dies in enger Zusammenarbeit mit der Pro Infirmis Aargau-Solothurn und dem heilpädagogischen Dienst.

Beim Down-Syndrom handelt es sich um eine unveränderbare genetische Besonderheit. Dadurch wird die körperliche und geistige Entwicklung in nicht vorhersehbarer Weise beeinflusst. Der Autismus ist eine neurologische Besonderheit, verbunden mit Schwierigkeiten in der sozialen Interaktion, Kommunikation und dem sozialen Verständnis.

Grundsätzlich sind Kitas und Horte aufgrund des Behinderten-Gleichstellungsgesetzes verpflichtet, auch solche Kinder aufzunehmen. Eher selten ist es, dass eine Einrichtung bereits praktische Erfahrungen gesammelt hat. Beim autistischen Knaben, den der Hort in Lommiswil bis zum letzten Herbst betreute, hat sich gezeigt, dass es eine 1:1-Betreuung braucht. Der Knabe habe zwar viel mit den andern Kindern gespielt, aber auch seine Rückzugsmöglichkeiten ausgenutzt. Aktuell wird in der Kita ein Kleinkind mit dem Down-Syndrom betreut. Die Betreuerinnen haben dazu eine Weiterbildung durch den Heilpädagogischen Dienst Solothurn erhalten. Der Dienst besucht die Kita regelmässig und gibt Tipps. Der grösste Teil der Betreuungskosten wird von der Pro Infirmis übernommen. (ucl)