In Mühledorf suchen die Verantwortlichen der Firma Hugi Metallbau & Design eine Luftveränderung. Aktuell ist die Firma im Gewerbegebiet in der Mühle 7 eingemietet. Jetzt wollen die Inhaber der Firma, die Familie Hugi, nur wenige Meter weiter eine Gewerbehalle errichten. Für sechs Arbeitsplätze am neuen Ort an der Tscheppachstrasse 18 will die Familie über 1 Million Franken investieren.

Am neuen Standort steht aktuell noch eine alte «Sagerei». Die neue Halle ist zweistöckig geplant. Das obere Stockwerk ist ebenerdig zur Tscheppachstrasse. Das untere Stockwerk muss im abfallenden Gelände von der Rückseite her erschlossen werden. Die Gewerbehalle hat eine Grundfläche von 30,8 auf 15,8 Meter und eine maximale Höhe unter 7,5 Meter, wie in der Zone gefordert.

Andere Vorstellungen

Das Bauvorhaben hat Feinde, die sich schon in einem anderen Bauverfahren bemerkbar machten. Denn zur Teilzonenplanänderung im Rahmen der Publikation Cutohof sollte in Mühledorf ein Stück Land ausgezont werden, damit in Küttigkofen ein Stück Land eingezont werden kann. Dazu meldeten sich Einsprecher, die verlangten, das benachbarte Grundstück in Mühledorf ebenfalls aus der Gewerbezone in die Landwirtschaftszone zu entlassen. Dieses benachbarte Grundstück ist nun eben das Landstück, auf der die Gewerbehalle gebaut werden soll.

Damals stellte man sich als Unbeteiligter die Frage: Warum wird in einem Verfahren, ein benachbartes Grundstück einbezogen, das nichts mit der eigentlichen Sache zu tun hat? Jetzt sieht man klarer, denn zur nachfolgenden Baupublikation für die Gewerbehalle wird ebenfalls Einsprache geführt. Es sind dieselben Einsprecher. Sie sind die einzigen Einsprecher zur Gewerbehalle und haben ihre Einsprache auch gleich auf der Redaktion deponiert.

So soll der Neubau aussehen.

So soll der Neubau aussehen.

Konkret handelt es sich um zwei Parteien von der gegenüberliegenden Seite der Tscheppachstrasse. Für sie spricht eine weitere Person, die in der Nähe wohnt, aber nicht Anstösser ist. Es ist der frühere Leiter des kantonalen Amtes für Raumplanung, Ruedi Bieri. In der Einsprache werden mehrere Punkte moniert, zur Hauptsache sagt aber Ruedi Bieri: «Das darf man dem Dorf nicht antun.» Mühledorf vertrage vielleicht Gewerbe, aber nicht eine solche «Industriehalle» am Dorfeingang.

Die Frage, ob Mühledorf nicht Gefahr laufe, zu einem Museum zu werden, verneint Bieri. «Die Halle ist mit ihrer Mächtigkeit am falschen Ort. Passen als Standorte würden beispielsweise Biberist oder Gerlafingen und allenfalls das Gewerbegebiet in Lüsslingen-Nennigkofen, aber nicht Mühledorf.» Er sei noch dabei gewesen, als man die Gewerbezone für die Sägerei einrichtete, in der Absicht, dieser einen Ausbau zu ermöglichen. «Aber jetzt kommt etwas ganz anderes dorthin. Das ist von der Ästhetik her gesehen ein gewaltiger Eingriff. Das ist eine Industriehalle und keine Gewerbehalle», ist er überzeugt und weist auf Terrainveränderungen hin und betonierte Flächen für die Fahrzeuge. Er sei schockiert, wir kritiklos Baukommission und Verwaltung agieren würden.

«Kompromiss finden»

Er habe schon früher Kontakt zu den Behörden gehabt, so Ruedi Bieri weiter, aber seine Anregungen seien auf keinen fruchtbaren Boden gefallen. So habe er in der ersten Auflage des Baugesuches einen Eventualantrag gemacht, für die Parzelle an der Tscheppachstrasse 18 eine Gestaltungsplanpflicht zu erlassen. «An der Einspracheverhandlung zeigten sich die Behörden kompromisslos.»

Gemeindepräsidentin Verena Meyer weist daraufhin, dass es sich um ein laufendes Baugesuchsverfahren handelt, in dem sie nichts zu sagen habe. «Das ist Sache der Baukommission.» Sie habe aber Kenntnis von der Einsprache. Sie sei eine lösungsorientierte Person und hoffe, dass sich die beiden Parteien finden werden. «Es muss doch eine Möglichkeit geben, dass die Gewerbehalle ins Dorfbild passt und trotzdem die technischen Anforderungen für den Betrieb erfüllt», gibt sie ihrer Hoffnung Ausdruck. «Vielleicht sehe ich das zu einfach, aber wenn jede Seite Bereitschaft zeigt, miteinander zu reden und an einer guten Lösung zu arbeiten, sollte doch ein Kompromiss möglich sein.»