Fusion
Plakate für «Ja» zu Top 2 verschwanden in Solothurn rasch wieder

Die Befürworter der Fusion haben in diesen Tagen eine Plakat-Aktion lanciert. Skurril: In Solothurn hat die Polizei die lustigen bis verwirrenden Werbebotschaften entfernen lassen. In Zuchwil zieren die Plakate weiterhin die Strassenränder.

Urs Byland
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Mit diesen Plakaten werben die Befürworter von Top2 für die Fusion.
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Geworben wird mit «Für Gewinner – Ja zur Fusion Zuchwil + Solothurn».
Gewinner sind die befürwortenden Zuchwiler, weil neu beispielsweise das Stadttheater zu ihner Gemeinde gehört.
Oder auch das Kofmehl
Die befürwortenden Solothurner sind Gewinner, weil mit einer Fusion das Sportzentrum neu zur Stadt gehört.
Und auch das KIJUZU

Mit diesen Plakaten werben die Befürworter von Top2 für die Fusion.

Komitee Fusion-ja

Die Fusionsabstimmung Ende Februar rückt näher. Das Pro-Komitee geht in die Offensive und hängt Plakate. Die ersten waren in Solothurn an der Bielstrasse zu sehen. Zwei Tage später hängen die Plakate bereits nicht mehr. «Da gab es offenbar ein Missverständnis», berichtet der Zuchwiler Gilbert Ambühl, der das Pro-Komitee präsidiert. «Inzwischen konnten wir die Situation bereinigen und die Plakate werden in den nächsten Tagen überall in Solothurn aufgehängt.»

Entfernt wurden die Plakate von der Polizei. Die Kantonspolizei bestätigt, dass die Stadtpolizei insgesamt 11 (!) Plakate entfernt hat, die auf Verkehrsinseln und an neuralgischen Punkten entlang der Hauptverkehrsachsen angebracht wurden. «Das stimmt», so Peter Fedeli, Kommandant der Stadtpolizei. Die Plakate seien mit 90 mal 128 Zentimeter zu gross gewesen. «Erlaubt sind Plakate mit einer Fläche von bis zu einem Quadratmeter Grösse.»

Nicht erlaubt sei es zudem, diese Plakate an Stangen auf Mittelinseln anzubringen. «Velofahrer könnten verdeckt werden.» Zeitlich wurde aber dem Gesetz Genüge getan. Plakate dürfen schon sechs Wochen vor der Abstimmung bewilligungsfrei gehängt werden.

Zuchwiler Plakate hängen noch
Angebracht wurden die Plakate von Chris van den Broeke, BDP-Präsident der Stadt Solothurn und Mitglied des Ja-Komitees. «Unser Drucker hat die Plakate etwas grösser gedruckt, als abgemacht», berichtet er. Er habe noch interveniert bei der Stadtpolizei. «Leider war nichts zu machen.» Das Pro-Komitee werde nun die Plakate nochmals und kleiner drucken lassen.
Die Arme der Stadtpolizei reichen (noch) nicht nach Zuchwil. Dort werben weiterhin die zu grossen Plakate an Strassenlampen für die Fusion.

Mit sechs Motiven wird für die Fusion geworben

Inhaltlich stellt das Ja-Komitee die Betrachter der Plakate auf die Seite der Gewinner. Geworben wird mit «Für Gewinner – Ja zur Fusion Zuchwil + Solothurn». 
Gewinner sind die befürwortenden Zuchwiler, weil neu das Stadttheater, das Kofmehl, der Samstags-Märet oder das Aaremürli zu ihrer Gemeinde gehören. 
Die befürwortenden Solothurner sind Gewinner, weil mit einer Fusion das Sportzentrum sowie das Kijuzu (Kinder- und Jugendzentrum Zuchwil) neu zur Stadt gehören. Insgesamt sechs Motive werden aufgehängt. (uby)

Nun sollte der Weg also frei sein für die Plakate? Nicht ganz. Kritik kommt auch von anderer Seite. «Ich wurde von Bürgern und Politikern auf die Plakatkampagne aufmerksam gemacht», berichtet Roger Siegenthaler, Präsident Repla Espace Solothurn. Man habe sich negativ geäussert und ihn als Mitglied des Verwaltungsrates des Sportzentrums gefragt, ob dieses für die Fusion sei. «Natürlich nicht.» Dies bestätigt auch Verwaltungsratspräsident Jürg Kilchenmann. «Wir legen Wert darauf, dass wir politisch neutral sind und äussern uns auch nicht zur Fusion.»

Vonseiten des Ja-Komitees erklärt Präsident Gilbert Ambühl: «Wir haben gemäss unserem Gestalter das Copyright für alle verwendeten Fotos. Dass es allenfalls noch weitere Bewilligungen bräuchte, wäre für uns neu.» Das Komitee sei der Auffassung, dass alle öffentlich zugänglichen Gebäude und Anlagen fotografiert,und die Fotos veröffentlicht werden dürfen, wenn dies nicht ausdrücklich untersagt ist. «Dies trifft meines Wissens höchstens auf einige militärische Anlagen zu.»

«Plakate nerven»

Auch die Gegner der Fusion werden aktiv. «Roberto Conti und ich werden am Montag am Podium teilnehmen. Wir koordinieren die Aktivitäten der Gegner einer Fusion», erklärt Ulrich Bucher. Für eine Plakatkampagne reiche das Geld nicht. «Ich habe auch das Gefühl, die Leute nerven sich wegen wild aufgehängten Plakaten.»

Er setze auf Flyer. «Das kommt billiger.» Geplant sei zudem die Platzierung von Inseraten im «Azeiger». So oder so. Der Start zur Abstimmungskampagne des Ja-Komitees ist – geglückt. Die Plakate sorgen bereits für Aufsehen. Nachlegen müssen nun die Gegner einer Fusion.