Bucheggberg
Pilotprojekt für Mitfahrerbörse PubliRide ist offiziell lanciert

Am Schulungsanlass zur Benutzung von PubliRide liessen sich Vertreter und Vertreterinnen von sieben Bucheggberger Gemeinden in die Anwendung der Plattform zur Vermittlung von Mitfahrgelegenheiten einführen. Die Mitfahrerbörse soll eine Ergänzung zum Postauto sein.

Marlene Sedlacek
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Die Mitfahrmöglichkeiten von PubliRide sollen eine Ergänzung zum Postauto sein.

Die Mitfahrmöglichkeiten von PubliRide sollen eine Ergänzung zum Postauto sein.

Christoph Neuenschwander

Mit Feuereifer hauten Gemeindevertreter und -vertreterinnen in die Tasten und suchten Mitfahrgelegenheiten oder boten selber Fahrten an. «Edith könnte dich mitnehmen», bekam eine Teilnehmerin, die eine Fahrgelegenheit suchte, innert kürzester Frist auf dem Bildschirm angezeigt.

Am Schulungsanlass zur Benutzung von PubliRide liessen sich Vertreter und Vertreterinnen von sieben Bucheggberger Gemeinden in die Anwendung der Plattform zur Vermittlung von Mitfahrgelegenheiten einführen. Drei Teilnehmende hatten das Angebot bereits im Voraus erfolgreich getestet und waren gemeinsam nach Mühledorf angereist. Von Obergerlafingen nach Gerlafingen ging die Fahrt. Ein weiterer Passagier wurde in Lohn aufgeladen. «Ich habe meine Fahrerin vorher nicht gekannt», berichtete Reto Staub von Postauto Bern. «Unterwegs haben wir festgestellt, dass ihr Vater ein Lehrer meiner Frau war», schmunzelte er.

Eliane Leuzinger von der Postauto Schweiz AG, die die Schulung leitete, stellte fest, dass bei Fahrgemeinschaften der soziale Aspekt nicht zu unterschätzen ist. Sie ist sich allerdings bewusst, dass Herr und Frau Schweizer nicht unbedingt Freunde von Fahrgemeinschaften sind. Dennoch spricht sie dem Projekt eine positive Zukunft zu. Gute Erfahrungen seien bereits in der kleinen Baselländer Gemeinde Blauen, in Baden und im Wallis gemacht worden, zählte sie auf.

Routine kommt beim Ausprobieren

Die an der Schulung teilnehmenden zehn Gemeindevertreter dienen als sogenannte Multiplikatoren. Ihnen obliegt es, dem PubliRide Starthilfe zu geben und einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen. Als geeignete Kanäle nannte Leuzinger die Internetauftritte der Gemeinden, Mitteilungsblätter, Anschlagbretter, Gemeindeversammlungen und andere Gemeindeanlässe. Sie schlug vor, in den E-Mail-Signaturen einen Hinweis einzubauen. Michèle Graf, Gemeindeschreiberin von Messen, könnte sich vorstellen, eine entsprechende Facebook-Gruppe zu gründen. Die Postauto Schweiz stellt Werbematerial wie Flyers, Piktogramme, Bild- und Textmaterial zur Verfügung.

Das Angebot kann über die Website oder eine App benutzt werden. «Die Anwendung ist sehr einfach», zeigte Leuzinger auf. Unter der Adresse www.publiride.ch/bucheggberg könne sich jedermann mit nur wenigen persönlichen Angaben gratis registrieren und sofort die Dienste in Anspruch nehmen. Sobald jemand eine Fahrt anbietet, oder eine Mitfahrgelegenheit sucht, wird das System aktiv und beginnt, passende Personen zusammen zu bringen. Leuzinger ermunterte die Teilnehmenden, keine Angst vor dem Experimentieren zu haben. «Man kann dabei nichts falsch machen», versicherte sie.

Anfragen und Angebote, die man nur zu Testzwecken verschickt habe, könne man sofort wieder löschen, auch wenn das System bereits ein passendes Gegenüber ausgespuckt habe, wie es einem Anwesenden schon passiert war. «Mit der Zeit stellt sich Routine ein», ist sie sich sicher. Der Vorteil dieser Plattform sei, dass auch Angaben zum öffentlichen Verkehr miteinbezogen würden. «Findet das System keinen passenden Partner, kann man mit einem Mausklick das öV-Angebot für die gewünschte Strecke abfragen», erklärte sie.

Zu viel verlangt?

Eine Vertreterin von Schnottwil besuchte den Anlass um herauszufinden, ob dieses Angebot auch für Senioren und Seniorinnen tauglich sei. «Das ist nichts für ältere Leute», bilanzierte sie etwas enttäuscht. «Wer dieses Angebot nutzen kann, kann auch Autofahren». Dass das Medizentrum in Messen als Vermittler von Fahrgemeinschaften dienen würde, sei wohl zu viel verlangt. «Dazu braucht es sehr grosses Engagement und viel Zeit», meinte Eliane Leuzinger. Sie könnte sich dies nur auf ehrenamtlicher Basis vorstellen.