In der Solothurner Genossenschaft OptimaSolar, die beispielsweise auch das neue Schulhaus nebst Turnhalle in Luterbach mit einer Voltaik-Lösung ausstattete, haben die Blumenhaus-Verantwortlichen das für sie passende Angebot gefunden. Karl Hauswirth, im Vorstand der Genossenschaft für technische Aspekte zuständig, referierte vor den Gästen über das Projekt, das von der Etziker Firma ES installiert werden soll. Das «Kraftwerk auf dem Dach» besteht aus 1,6 Quadratmeter grossen Paneelen, die in leicht angewinkelter, wellenartiger Anordnung in Ost-West-Richtung verlaufen, und kostet rund 160 000 Franken. Karl Hauswirth erläuterte auch die Einzelheiten der Anlage, die auf Eigenverbrauch setzt, Überschüsse aber ins Netz abgibt. Bei fehlendem Sonnenschein fliesst Strom von aussen zu. Als tägliche Spitzenleistung werden 76 Kilowatt erwartet. Dies entspricht der Energie-«Ernte» des Riedholzer Wallierhof-Solardachs.

Zu 70 Prozent finanziert

Lucia Grüter, angehende Präsidentin der Genossenschaft OptimaSolar, stellte deren Betriebsmodell vor. Man komme ohne Bankkredite aus. Finanziert werden die Projekte mit dem Geld von 673 Genossenschaftern. Sie zeichneten Anteilscheine zum augenblicklichen Wert von je 1012 Franken. Die Genossenschaft umfasst inzwischen 17 Anlagen mit einer Leistung von 2 Megawatt und das Genossenschaftskapital beläuft sich auf 4,5 Mio. Franken. Die Solar-Dachfläche auf dem Blumenhaus sei bereits zu 70 Prozent finanziert, betonte Grüter, die bei einer Rendite von 2 Prozent ab dem dritten Jahr für weitere Anteilzeichnungen warb (www.optima-solar.ch).

Trotz seiner prominenten Optima-Solar-Genossenschafterin, Energieministerin Doris Leuthard, ist der Schweizer Energiebedarf nur zu 1 Prozent aus Solaranlagen gedeckt. Das soll sich aber ändern. In Gründung befindet sich gerade im Kanton Freiburg eine Schwester-Genossenschaft von OptimaSolar, die eine Delegation an die Veranstaltung nach Buchegg entsandte.

Zwei Notfallplätze zusätzlich

Blumenhaus-Institutionsleiter Roger Schnellmann zeigte auf, warum dieser Neubau anstelle des alten Bauernhauses angesichts der demografischen
Entwicklung dringend nötig sei. Denn bei Betreuungsplätzen für ältere Behinderte bestünde absoluter Mangel. Ab 2016 also wird das neue Gebäude als Wohnheim für Erwachsene 27 Zimmer und zwei Notfallplätze aufweisen. Immer häufiger komme es vor, dass Eltern die Betreuung ihres zu Hause wohnenden, älter werdenden Kindes nicht mehr bewältigen könnten. Für derartige Überlastungen und natürlich bei Todesfällen der Betreuungspersonen sind diese Notfallzimmer gedacht, bis eine adäquate Unterbringung des erwachsenen Behinderten gefunden ist. «Hier muss die Gesellschaft Verantwortung übernehmen», hielt Schnellmann fest.

Nur noch wenig fehlt

Die Kosten für das Neubauprojekt betragen 10 Mio. Franken. Durch eine beispielhafte Spendenkampagne seien bisher 5,6 Mio. Franken aufgebracht worden, so Schnellmann. «Die fehlenden 4,4 Mio. wollen wir auch noch decken.» Mit der «Ziegelaktion» wurden bereits 13 458 Stück der rötlichen Tonziegel verkauft, die farblich an die Bucheggberger Bauernhausdächer erinnern. Sie werden demnächst als Wetterhaut die Fassade des Gebäudes schützen. In der Aktion werden noch 1859 Ziegel verkauft.

Überregionale Bedeutung

Seit den Sechzigerjahren gehören Erweiterungsbauten zum Blumenhaus, das 1942 von Dora Geigenmüller gegründet wurde. Über die Jahre war die Nachfrage so gross, dass die Institution inzwischen 60 Schul- und 36 Internatsplätze für Minderjährige, 19 Wohnheimplätze für Erwachsene, 25 geschützte Arbeitsplätze und 8 Unterbringungen in der Tagesstätte anbieten kann. «Unsere jugendlichen und erwachsenen Schützlinge verfügen über individuelle Betreuungsformen und kommen aus einem Gebiet zwischen Grenchen, Olten und Langenthal zu uns», berichtete Roger Schnellmann.