Gerlafingen
Philipp Heri will in Zanettis Fussstapfen treten

Die Sozialdemokraten beanspruchen das Gerlafinger Gemeindepräsidium. Die Ortspartei hat den 37-jährigen Philipp Heri nominiert.

Christof Ramser
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Peter Jordi, Philipp Heri und Roberto Zanetti

Peter Jordi, Philipp Heri und Roberto Zanetti

Christof Ramser

Es sind verblüffende Parallelen. Ob Philipp Heri einmal Ständerat wird, steht zwar offen. Dass er aber wie einst Roberto Zanetti Gemeindepräsident von Gerlafingen wird, ist gut möglich.

Wie Zanetti wurde Heri als 22-Jähriger sehr jung in den Gemeinderat gewählt, zügelte danach für einige Jahre weg und kam als Ersatzgemeinderat ins Dorf zurück.

Von dort will er es nun, wie sein berühmter Vor-Vorgänger, ins Präsidium schaffen. Die beiden hätten vom Büro sogar den gleichen, kurzen Heimweg – sie wohnen im gleichen Quartier. Der einzige Unterschied: Zanetti hat Migrationshintergrund, wurde quasi als Polit-Rebell an die Spitze katapultiert. Heri entstammt einer eingesessenen Gerlafinger Familie und ist gut vernetzt im Dorf und im kantonalen Verwaltungsbetrieb.

Klage gegen den Chef

Dass die SP Gerlafingen bereits am Montag den Nachfolger für den abtretenden Peter Jordi nominierte, macht den Anspruch der Partei deutlich. Noch ist keine Gegenkandidatur in Sicht für die Wahl vom 21. Mai 2017. Die Sozialkompetenz sei zentral für die Partei, nicht bloss Kapitalrückstellungen und Steuersenkungen, meinte Präsident Max Nydegger. Dabei sei die Arbeiter- und Angestelltensicht immer wichtig gewesen.

«Wir wollen uns klar positionieren», sagt der 37-jährige Heri, der sich als «Realo» bezeichnet. «Wenn es aber um Grundwerte geht, werde ich zum Fundi.» Er wolle als Kandidat Leute abholen, die sonst eher nicht SP wählen würden.

Als stellvertretender Leiter der Sportfachstelle des Kantons Solothurn und als Dozent für Bewegung und Sport an der Pädagogischen Hochschule Zürich sieht sich der fünffache Familienvater (drei Buben und zwei Mädchen) gewappnet für die Nachfolge Jordis. Dass er konsequent für seine Anliegen eintritt, zeigte sich, als er sich gegen die Einsparungen beim Lehrlingsturnen im Kanton wehrte. Notabene ging die Klage gegen den gesamten Regierungsrat und damit gegen seinen Vorgesetzten Remo Ankli. Die Klage Heris als Präsident des kantonalen Turn- und Sportlehrervereins war vor Verwaltungsgericht gut geheissen worden.

«Ein Geben und Nehmen»

Das Stahlarbeiterdorf hat eine jahrzehntelange sozialdemokratische Tradition. Zwar büsste die SP bei den letzten Wahlen einen Sitz ein – sie hält derzeit vier Sitze im elfköpfigen Gemeinderat – doch den obersten Posten besetzen die Roten konsequent. Das sei nur möglich, sagte der scheidende Präsident Peter Jordi, wenn man Mehrheiten für die eigenen Anliegen gewinne könne. Dazu müsse man andere Ansichten respektieren und den «Fundi» auch mal zurückstellen. Das sieht Philipp Heri ebenso. Er wolle die Arbeit von Zanetti und Jordi weiterführen. Denn Gemeindepolitik sein «ein Geben und Nehmen».

Ebenfalls nominiert wurden Othmar Erhart für die Kantonsrats- und Philipp Hadorn für die Regierungsratswahlen.