Wenn es um die Bekämpfung von Neophyten geht, sind die Gemeinden und deren Verantwortliche wichtige Player. Darum hat die Repla Espace Solothurn die Koordination und Ausbildung für die «Gemeindeverantwortlichen Pflanzenschutz» übernommen. Die Bezeichnung stammt, so Martin Huber (Biologe), noch aus der Zeit, in der der Feuerbrand in der Region wütete und es darum ging die Ausbreitung zu unterbinden. Tatsächlich sind die «Gemeindeverantwortlichen Pflanzenschutz» beim Amt für Umwelt erfasst und erhalten auch regelmässig Post. 

Wegleitungen und Merkblätter alleine seien oft zu wenig, so Huber. Die Repla führte deshalb letztes Jahr zum ersten Mal einen praktischen Kurshalbtag durch, an dem allerlei Wissenswertes zum Umgang mit Neophyten erklärt wurde. «Die Neophyten können nicht vollständig ausgerottet werden», so Huber. Das sei auch nicht das Ziel. Die Ressourcen in den Gemeinden seien beschränkt. «Darum ist es wichtig, dass die Verantwortlichen wissen, wann die Pflanzen am schwächsten sind und am effektivsten behandelt werden können.» Auch die Entsorgung der Neophyten müsse richtig angegangen werden.

Koordination ist nötig

Wichtig sei auch die Koordination zwischen den verschiedenen beteiligten Stellen. «Im Wald beschäftigt sich der Forst mit den Neophyten, an den Strassenrändern ist es das Kreisbauamt, in Kiesgruben müssen die Betreiber die Verantwortung übernehmen und auf Industriebrachen ist das Amt für Umwelt zuständig.» Alle diese Leute hätten einen Erfahrungsschatz zu bieten. «Der Austausch dieser Erfahrungen ist eine wichtige Sache», so Huber.

«Genau genommen gibt es kein Gesetz, das die Bekämpfung der Neophyten vorschreibt», erklärt Huber. In der Freisetzungsverordnung sei nur Ambrosia explizit erwähnt. Für die anderen Neophyten gelte zwar ein Pflanzverbot. «Bekämpfen muss man sie aber nicht.» Man konzentriere sich darum auf diejenigen Pflanzen, die nachweislich gesundheitsschädigend seien, wie eben die Ambrosia, oder der Riesenbärenklau. Anders sei es mit der Gewässerschutzverordnung. Diese verlange entlang der Bäche eine standortgerechte Bepflanzung.

«Wenn wir das Problem der Neophyten aktiv angehen wollen, dann müssen wir regional denken.» Es nütze nichts, wenn entlang der Emme in Biberist die Neophyten aktiv bekämpft würden, im Kanton Bern aber nicht. «Mit der Emme werden auch Samen angeschwemmt, die in Biberist wieder Wurzeln schlagen.»

Die Repla versucht als Nächstes ein Grundlagenpapier zu erarbeiten, das in den Gemeinden als Bekämpfungskonzept, in dem die Prioritäten und Verantwortlichkeiten geregelt und räumlich dargestellt werden, genützt werden kann.