Bellach
Pfarrhaus wird abgerissen, Kirche erneuert

Die Stimmberechtigten der reformierten Kirchgemeinde Solothurn haben sich entschieden: Das Bellacher Pfarrhaus wird abgerissen und durch ein Einfamilienhaus ersetzt, die Kirche wird erneuert.

Urs Byland
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Das Pfarrhaus, links vom Turm, wird durch einen Neubau ersetzt.

Das Pfarrhaus, links vom Turm, wird durch einen Neubau ersetzt.

Urs Byland

Die reformierte Kirchgemeinde Solothurn hatte an ihrer Budgetversammlung gewichtige Investitionen zu entscheiden. So kamen statt einiger Nasen nicht weniger als 63 Stimmberechtigte in die Kirche Bellach. Diese sowie das daneben liegende Pfarrhaus waren denn auch die Objekte, welche die Investitionskredite betrafen.

Beide Gebäude neben dem allein stehenden Kirchturm, 1956 als Ensemble gebaut, sind sanierungsbedürftig. Im Fall des Pfarrhauses schlägt der Kirchgemeinderat gar die radikale Variante eines Abrisses und Neubaus vor.

In den Vorberatungen des Kirchgemeinderates standen auch andere Varianten zur Diskussion. Entweder sollte das Gebäude total saniert oder zusätzlich noch das Gebäudevolumen verkleinert werden. Aktuell verfügt das sanierungsbedürftige Gebäude aus dem Jahr 1956 über eine Nettowohnfläche von 200 Quadratmetern sowie viel ungenutzten Raum.

Der Kirchgemeinderat begründete die gewählte Variante damit, dass mit einem Neubau das Kosten-Nutzen-Verhältnis optimal sei. «So kann beispielsweise auch die Auflage, 20 Prozent erneuerbare Energie einzusetzen, erfüllt werden. Der Neubau wird ein schönes, normales Einfamilienhaus», erklärt Informationsbeauftragte Angelica Schorre.

Ganz normal wird aber das neue Pfarrhaus trotzdem nicht werden. So soll auch das neue Pfarrhaus mit der Kirche ein Ensemble bilden. «Der Neubau soll diese Einheit nicht stören», beschreibt es Schorre. Der in einer lebhaften Diskussion eingebrachte Antrag, einen Planungskredit von 20 000 Franken für einen Architektenwettbewerb neu auszuschreiben, unterlag mit 9 zu 36 Stimmen. Der Investitionskredit von 790 000 Franken für Rückbau und Neubau des Pfarrhauses in Bellach wurde in der Folge grossmehrheitlich angenommen.

Die Bänke bleiben – vorläufig

Die Stimmberechtigten befanden auch über einen Umbau- und Sanierungskredit in der Höhe von 610 000 Franken für die Kirche Bellach. Genehmigt wurden die vorgesehenen Anbauten Behinderten-WC, Lagerraum und Gerätekammer. Im Gegensatz zum Antrag wird aber der Kirchenraum nicht vollständig saniert. Einzig das Geländer der Empore wird den Sicherheitsvorschriften angepasst.

Die vorgesehene neue Bestuhlung, für die der Boden hätte aufgerissen werden müssen, wird verschoben. Für die Gestaltung des Foyers sowie der Bestuhlung wurde eine ortsnahe, generationenübergreifende Arbeitsgruppe beantragt, was mit 28 zu 18 Stimmen Zustimmung fand. Der Kredit für die Kirchensanierung passierte mit 43 zu 6 Stimmen.