Subingen
Pech für Strickler: Neuer Zonenplan verunmöglicht Weiterbestehen des Tierparks an dieser Stelle

Der Regierungsrat hat die Planung für den Fadacker genehmigt. Ein Tierpark hätte auch bei einem Kauf des Geländes durch Investoren keinen Platz.

Urs Byland
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Der Tierpark von René Strickler, die Wiese, das Areal mit den zwei Hallen und der angrenzende Zwischenraum vor den Wohnbauten gehören alle nicht mehr zur Industrie- und Gewerbezone, sondern neu zur Arbeitszone. Die einzelnen Areale sind aber verschiedenen Lärmempfindlichkeitszonen zugeordnet.

Der Tierpark von René Strickler, die Wiese, das Areal mit den zwei Hallen und der angrenzende Zwischenraum vor den Wohnbauten gehören alle nicht mehr zur Industrie- und Gewerbezone, sondern neu zur Arbeitszone. Die einzelnen Areale sind aber verschiedenen Lärmempfindlichkeitszonen zugeordnet.

hanspeter baertschi

Lange dauerte es, bis der Teilzonen- und Erschliessungsplan Fadacker vom Regierungsrat genehmigt wurde. Nun ist der Plan genehmigt. Stricklers Tierpark hätte auch bei einem Kauf des Geländes durch ihn oder seine Investoren keine Chance auf ein Weiterbestehen – nach den Buchstaben der Zonenvorschriften.

Der westliche Arealteil (zirka 5 Hektaren) wird der Arbeitszone mit Wohnanteil, 4-geschossig, Lärmempfindlichkeitszone IV zugeordnet. Auf einem Teil dieser 5 Hektaren liegt René Stricklers Tierpark. Bisher war das Areal der Industrie- und Gewerbezone zugeordnet. In der nun geltenden Arbeitszone sind Fabrikations-, Montage-, Verarbeitungs- oder Lagerhallen, Büroflächen und Wohnungen erlaubt.

In der Lärmempfindlichkeitszone IV sind zudem nur betriebsnotwendige Wohnungen zulässig. Bauvorhaben unterliegen der Gestaltungsplanpflicht, wenn sie schädliche oder stark störende Auswirkungen haben oder ein grosses Verkehrsaufkommen verursachen. Es gilt ein Kontingent von 400 Fahrten aus dem Gebiet Fadacker. Erhöht sich diese Anzahl Fahrten, müssten die Grundeigentümer die Ausbaukosten für den Knoten bei der Ausfahrt aus dem Areal übernehmen.

Strickler war informiert

Der Teilzonen- und Erschliessungsplan wurde 2012 vom Gemeinderat verabschiedet. Damals habe nicht die Absicht bestanden, den Tierpark von Strickler zu verunmöglichen. «Sein 5-Jahres-Mietvertrag mit der Grundbesitzerin lief ja gerade aus», berichtet Gemeindepräsident Hans Ruedi Ingold.

Die Grundbesitzerin, Espace Real Estate AG wollte das Gebiet entwickeln und baute zwei Hallen. «Da sagten wir stopp. Wir wollen wissen, was geplant ist und mitreden.» Beispielsweise beim Übergang im östlichen Teil des Fadackers zu den angrenzenden Wohnbauten. Dieser soll verbessert werden.

Das sei nun erreicht worden. Der östliche Teil (1,9 Hektaren) ist mit der Genehmigung durch den Regierungsrat der Wohn- und Arbeitszone, 4-geschossig, Lärmempfindlichkeitszone II zugeordnet worden. Zudem werden entlang des Siedlungsgebietes eine Baulinie im Abstand von 7 Metern und eine Höhenbeschränkungslinie auf maximal drei Geschosse im Abstand von 20 Meter ausgeschieden. Der mittlere und nördliche Bereich (2,3 Hektaren) des Fadackers wurde im Übrigen in die Arbeitszone mit Wohnanteil, 4-geschossig, Lärmempfindlichkeitszone III eingeteilt.

Er habe damals Strickler in einem Gespräch auf diese Planänderung hingewiesen und ihm erklärt, dass er sich jetzt einbringen müsse, wolle er auch künftig einen Tierpark auf dem Gelände betreiben. «Aber er hat nichts unternommen», so der Gemeindepräsident.

Der Plan lag bereits 2013 auf. Zwei Einsprachen haben zu Änderungen geführt, worauf die Einsprachen zurückgezogen wurden. Die Einsprachen kamen von (Gewerbe-)Anstössern zur Unterführung unter der Eisenbahnlinie, die die Quartiere Fadacker/Untere Neumatt und Winkelacker verbinden soll.

Die ursprüngliche Lösung, mit einem für Zweiräder befahrbaren Tunnel, behinderte die Zufahrten zu den Betrieben. Man einigte sich deshalb auf eine Unterführung mit Treppen und Lift.

Räumung Raubtierpark: «Ein einmaliger Fall»

Seit genau zwei Monaten müsste der Raubtierpark von René Strickler aus Subingen weg sein. Passiert ist bisher jedoch nichts. Jeden Moment könnte es losgehen. Beamte könnten vorfahren und René Stricklers Raubtierpark in Subingen räumen.

Seit genau zwei Monaten müsste der 65-jährige Tierdompteur mit seinen Raubkatzen weg sein. Am 14. Juli ist die Frist verstrichen. Seither ist der Staat befugt, das Gelände im Interesse des Besitzers mit Zwang zu räumen. Zuletzt hat das Bundesgericht dieses Vorgehen bestätigt. Eigentlich. Doch bisher ist noch nichts passiert.

«Eine Wohnungsräumung wäre längst erledigt», sagt Alain Hervouêt vom Oberamt in Solothurn. Dieses muss die Zwangsräumung vollstrecken. Zum aktuellen Stand des laufenden Verfahrens kann Hervouêt nichts sagen, schon gar nicht kann er über den Zeitrahmen kommunizieren.

Er hält aber fest: «Ein Raubtierpark zu räumen, ist ein äusserst schwieriges Unterfangen. Es ist ein einmaliger Fall in der Schweiz oder gar in Europa.» Der Fall ist besonders kompliziert. Während etwa in einem verwahrlosten Zoo Tiere an einen Zoo oder eine Auffangstation abgegeben werden könnten, bleiben in diesem Fall die Tiere im Besitz von Rene Strickler.

Wie geht René Strickler mit dieser Situation um? Wie geht er mit dem Druck um, der auf ihm lastet? Zu einem Gespräch besteht keine Möglichkeit. «Bringt nichts», findet Werner Ballmer, der die Raubtierpark Subingen AG präsidiert, die Kommunikation übernommen hat und eine Rettung des Raubtierparks erreichen will. Ballmer hält fest: «Es ist eine schwierige Situation.

Aber René Strickler sitzt aber nicht einfach dort. Wir suchen auch andere Standorte.» Konkreter wird Ballmer nicht. Er sagt, was das Team um René Strickler seit Monaten wiederholt: Man plane auch den Kauf des 50 000 Quadratmeter grossen Areals, das auf rund 14 Mio. Franken geschätzt wird.

«Im Hintergrund laufen intensive Verkaufsgespräche», sagt Ballmer. «Das würde alle Probleme lösen.» Mehr nicht. Denn die allfälligen Investoren möchten nicht genannt werden. Ein Grundstück werde nicht spontan gekauft, weshalb Zeit benötigt werde. «Man kauft das aber nicht spontan.» (lfh)

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