Lange dauerte es, bis der Teilzonen- und Erschliessungsplan Fadacker vom Regierungsrat genehmigt wurde. Nun ist der Plan genehmigt. Stricklers Tierpark hätte auch bei einem Kauf des Geländes durch ihn oder seine Investoren keine Chance auf ein Weiterbestehen – nach den Buchstaben der Zonenvorschriften.

Der westliche Arealteil (zirka 5 Hektaren) wird der Arbeitszone mit Wohnanteil, 4-geschossig, Lärmempfindlichkeitszone IV zugeordnet. Auf einem Teil dieser 5 Hektaren liegt René Stricklers Tierpark. Bisher war das Areal der Industrie- und Gewerbezone zugeordnet. In der nun geltenden Arbeitszone sind Fabrikations-, Montage-, Verarbeitungs- oder Lagerhallen, Büroflächen und Wohnungen erlaubt.

In der Lärmempfindlichkeitszone IV sind zudem nur betriebsnotwendige Wohnungen zulässig. Bauvorhaben unterliegen der Gestaltungsplanpflicht, wenn sie schädliche oder stark störende Auswirkungen haben oder ein grosses Verkehrsaufkommen verursachen. Es gilt ein Kontingent von 400 Fahrten aus dem Gebiet Fadacker. Erhöht sich diese Anzahl Fahrten, müssten die Grundeigentümer die Ausbaukosten für den Knoten bei der Ausfahrt aus dem Areal übernehmen.

Strickler war informiert

Der Teilzonen- und Erschliessungsplan wurde 2012 vom Gemeinderat verabschiedet. Damals habe nicht die Absicht bestanden, den Tierpark von Strickler zu verunmöglichen. «Sein 5-Jahres-Mietvertrag mit der Grundbesitzerin lief ja gerade aus», berichtet Gemeindepräsident Hans Ruedi Ingold.

Die Grundbesitzerin, Espace Real Estate AG wollte das Gebiet entwickeln und baute zwei Hallen. «Da sagten wir stopp. Wir wollen wissen, was geplant ist und mitreden.» Beispielsweise beim Übergang im östlichen Teil des Fadackers zu den angrenzenden Wohnbauten. Dieser soll verbessert werden.

Das sei nun erreicht worden. Der östliche Teil (1,9 Hektaren) ist mit der Genehmigung durch den Regierungsrat der Wohn- und Arbeitszone, 4-geschossig, Lärmempfindlichkeitszone II zugeordnet worden. Zudem werden entlang des Siedlungsgebietes eine Baulinie im Abstand von 7 Metern und eine Höhenbeschränkungslinie auf maximal drei Geschosse im Abstand von 20 Meter ausgeschieden. Der mittlere und nördliche Bereich (2,3 Hektaren) des Fadackers wurde im Übrigen in die Arbeitszone mit Wohnanteil, 4-geschossig, Lärmempfindlichkeitszone III eingeteilt.

Er habe damals Strickler in einem Gespräch auf diese Planänderung hingewiesen und ihm erklärt, dass er sich jetzt einbringen müsse, wolle er auch künftig einen Tierpark auf dem Gelände betreiben. «Aber er hat nichts unternommen», so der Gemeindepräsident.

Der Plan lag bereits 2013 auf. Zwei Einsprachen haben zu Änderungen geführt, worauf die Einsprachen zurückgezogen wurden. Die Einsprachen kamen von (Gewerbe-)Anstössern zur Unterführung unter der Eisenbahnlinie, die die Quartiere Fadacker/Untere Neumatt und Winkelacker verbinden soll.

Die ursprüngliche Lösung, mit einem für Zweiräder befahrbaren Tunnel, behinderte die Zufahrten zu den Betrieben. Man einigte sich deshalb auf eine Unterführung mit Treppen und Lift.