Im verkleinerten Gemeinderat, neu elf anstelle von bisher 23 Gemeinderäten, werden die Geschäfte fokussierter behandelt als auch schon. Das Spektrum der Meinungen ist zwar kleiner geworden, was aber inhaltlich den Geschäften an der zweiten Sitzung des Gemeinderates eher gut getan hat, so der Eindruck des Beobachters. Es franste weniger aus.

Von einer Einigelung des Gemeinderates kann aber keine Rede sein, im Gegenteil: bei der Behandlung der Wahl von Kommissionsmitgliedern, Funktionären und Delegierten kam es zu einer unerwarteten Öffnung. Karen Bennett Cadola (FDP) stellte den Antrag, Vakanzen wie aktuell in der Baukommission öffentlich auszuschreiben und so das Interesse von Leuten vom Fach aber ohne Parteibuch zu wecken. Patrick Marti und Gemeindepräsident Stefan Hug, beide SP, unterstützten den Antrag. Die Vakanzen stammen von der CVP und den Grünen und Bunten. «Wir geben den Sitz frei», erklärt Daniel Grolimund (CVP). Er habe niemanden gefunden und es bestehe auch keine Aussicht, dass er jemanden finden wird. Ähnlich tönte es von Benjamin Studer (Grüne und Bunte). Der Antrag von Bennett wurde einstimmig gutgeheissen. Die Verwaltung wird ein entsprechendes Inserat publizieren. Ansonsten wurden alle Vorschläge für Kommissionen, Funktionärsposten und Delegierte einstimmig positiv beurteilt.

Bisheriger macht das Rennen

Anfangs 2018 endet der 5-jährige Rahmenvertrag für die Informatik-Dienstleistungen der Einwohnergemeinde. Finanzverwalter Michael Marti hatte deshalb mit Zustimmung des Gemeinderates eine Ausschreibung organisiert, wozu auch das Pflichtenheft mit den Muss-Kriterien gehörte. Auf die Ausschreibung hin haben zwei Firmen offeriert. Weil eine Firma nicht alle Muss-Kriterien erfüllt, was von deren Inhabern bestätigt worden sei, konnte deren Angebot nicht berücksichtigt werden.

Die Gemeinderäte informierten sich dennoch genauer, weil zwischen den beiden Angeboten eine grosse Preisdifferenz besteht. Eine Neuausschreibung sei nicht möglich, so die Einsicht, weil im Ausschreibungsverfahren keine Fehler gemacht wurden. Würde man nicht den obsiegenden Anbieter nehmen, könnte dieser klagen. Der Gemeinderat stimmte mit 9 Ja und 2 Nein der Zuschlagsverfügung zu. Der bisherige Anbieter machte das Rennen und darf weitere fünf Jahre die Informatik-Dienstleistung, neu für 161 000 Franken jährlich, für die Einwohnergemeinde erbringen.

Präventive Hausbesuche

Die Spitex-Dienste Zuchwil leisten in einem Pilotprojekt seit zwei Jahren präventive Hausbesuche. Dabei werden die hochaltrigen Einwohnerinnen und Einwohner aufgesucht, beraten, in ihrer Selbstständigkeit bestärkt oder möglicher Unterstützungsbedarf evaluiert. Ziel ist, dass hochaltrige Menschen in Würde zu Hause leben können und Unterstützung, die ihnen zusteht, auch erhalten. Der Besuch ist freiwillig.

Die Pilotphase habe gezeigt, dass in der hochaltrigen Bevölkerung eine hohe Akzeptanz für das Angebotes besteht. Aufgrund von Unfällen oder Krankheiten wurden von den Besuchten zirka 40 Prozent später zu Spitexpatientinnen oder -patienten. Die Kosten für das Angebot betrugen 2015 und 2016 je zwischen 2000 und 3000 Franken. Geld, das aus dem Spitexfonds stammt, in dem noch zirka 18 000 Franken sind.

Der Gemeinderat liess sich bei einer Gegenstimme von der Spitex-Leiterin Patrizia Häberli überzeugen, das Angebot weiterzuführen. Führte bisher eine Mitarbeiterin die Hausbesuche durch, wird dies künftig die Leiterin tun. Sie sei aber bemüht eine geeignete Mitarbeiterin zu finden, welche ihr die Hausbesuche abnehmen könne.