Biberist
«P9» will gemeinsam mit den Gästen das Beste aus der Situation machen

Das P9 in Biberist öffnet seine Tore wieder. Es gilt ein Schutzkonzept, das zurzeit noch teilweise eine Maskenpflicht beinhaltet.

Rahel Meier
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Das P9 fasst in normalen Zeiten rund 1000 Leute.

Das P9 fasst in normalen Zeiten rund 1000 Leute.

Urs Byland

Auch das «P9», das vor zwei Jahren auf dem Areal der Papierfabrik seinen Betrieb aufgenommen hat, hat seine Tore wieder geöffnet. Viele der Anlässe, die im Frühling abgesagt wurden, konnten auf den Herbst geschoben werden. «Das Programm stand deshalb schon bald.» Nachdem das Schutzkonzept beim Kanton eingereicht und bewilligt wurde, startete man mit einem Daydance-Event am 1. August.

Ein nächstes Konzert folgte Mitte September. «Wir hatten knapp 100 Leute hier in der Halle. Die Stimmung war gut, die Gäste haben von sich aus genug Abstand gehalten», erklären Andre und Thomas Burkhalter, die hinter dem «P9» stehen. Eine Kontrolle durch die kantonalen Behörden bestand der Betrieb ebenfalls.

Alle Auflagen können eingehalten werden

In normalen Zeiten fasst das «P9» 1000 Personen. Wegen der Vorgaben des Kantons müssen zurzeit an Anlässen aber Sektoren eingerichtet werden, in denen jeweils nur 100 Personen Einlass finden. «Dank unserer grossen Location und den Gegebenheiten können wir alle Auflagen strikte einhalten. Wir können drei Sektoren einrichten. Drei Zugänge sind auch da.» Die Verantwortlichen des «P9» arbeiten an einem Schutzkonzept, das ohne Masken auskommt.

Zurzeit müssen die Besucher aber noch eine Maske mitbringen. Denn auf dem Zugangsweg zu den Sektoren, dem Weg zu den sanitären Anlagen und in den sanitären Anlagen selbst, mischen sich die Besucher, weshalb dort Maskenpflicht gilt. Beim Eingang kann der Sektor, in dem man den Abend verbringen möchte frei gewählt werden, solange es genügend Platz hat. Im Sektor darf die Maske abgelegt werden.

Personalaufwand steigt

Im «P9» wäre es einfacher, mit zwei Sektoren, zwei Zugängen und zwei Barbereichen zu arbeiten. «Je mehr Sektoren wir haben, desto mehr Personal brauchen wir. Da stellt sich schnell die Frage nach der Wirtschaftlichkeit. Schon jetzt ist es schwierig, einen Anlass kostendeckend durchzuführen.» Nicht ganz einfach sei es zudem, den Überblick über die Sektoren zu behalten. Je später der Abend, desto eher würden die Gäste versuchen, den Sektor zu wechseln, weil sie dort Kollegen gesichtet hätten.

Zudem ändere sich das Programm zurzeit immer noch fast täglich. 32 Anlässe wurden bisher abgesagt. Nicht nur Anlässe, die das «P9» selbst durchführen wollte. Auch Privatfeste oder Anlässe, für die das «P9» Miete bekommen hätte. Weil bis Ende September die 300-Grenze galt und die Behörden erst relativ spät kommunizierten, wie es ab Oktober weitergeht, musste der geplante Anlass am ersten Oktober-Wochenende ebenfalls verschoben werden.

Nicht Haupterwerb

Das P9 hat keine finanzielle Hilfe vom Kanton erhalten. Berechtigt zum Bezug ist nur, wer mindestens 50 Prozent seines Jahresumsatzes im Kultursektor macht. Das P9 konnte auch keine Kurzarbeit beantragen, weil es keine Festangestellten hat. Mirage Sound & Light, das das P9 im Bereich Licht und Tontechnik unterstützt, hat seit Februar ebenfalls keine Einnahmen mehr und hat vom Kanton denselben negativen Entscheid in Sachen Unterstützung erhalten.

Andre und Thomas Burkhalter haben den Entscheid des Kantons zur Kenntnis genommen. «Wir setzen alles daran aus dieser Krise herauszukommen», schreiben sie auf ihrer Website. «Wir möchten unseren Gästen auch künftig tolle Events und unvergessliche Moment in der P9 Event-Location anbieten können». Sie fragen sich aber auch, was ein Kulturunternehmen denn genau ist, wenn nicht eines, in dem 80 Prozent der Anlässe aus Musik, Konzerten, Comedy und Partys bestehen.

Aber die Schau soll weitergehen

«Sich zu treffen, Musik zu hören, gemeinsam etwas zu trinken ist ein Teil unserer Kultur. Wir versuchen den Gästen dafür, einen sicheren Platz zu bieten», meinen Burkhalters. Oder wie es Freddie Mercury sang: «The Show must go on.» Sie appellieren an ihre Besucher, sich an die Regeln zu halten. «Mit der Unterstützung und Eigenverantwortung unserer Gäste bringen wir es gemeinsam hin, wieder zur Normalität zurückzufinden», sind sie überzeugt.

Das Publikum im «P9» ist im Durchschnitt über 30 Jahre alt. Das mache es etwas einfacher. «Viele unserer Stammkunden, die noch etwas älter sind, gehen zurzeit aber gar nicht aus. Die Angst vor dem Coronavirus ist spürbar.» Das tut Burkhalters insofern weh, als das «P9» noch am Anfang stand, als der Lockdown kam. Im ersten Jahr wurde viel Aufbauarbeit geleistet.

Im zweiten Jahr war spürbar, dass das Lokal bekannter wurde und die Buchungen zunahmen. «Wir möchten gerne lokalen Rockbands Platz und eine Bühne bieten. Mit diesen Anlässen verdienen wir aber nicht das grosse Geld. Darum brauchen wir Anlässe, mit denen wir das quersubventionieren können.»

Der Anlass vom 3. Oktober wurde auf den 28. November verschoben. Am 31. Oktober findet die 3. Irish-Night statt. Detailliertes Programm unter www.p-9.ch