«Wir diskutieren heute Abend noch nicht über einzelne Parzellen und zeigen die Pläne auch nicht im Detail», erklärte Gemeindepräsident Markus Sieber gleich nach der Begrüssung. Er betonte, dass man lediglich in groben Zügen über wesentliche Änderungen informieren wolle – die Mitwirkung starte dann im Herbst, also erst nach der Vorprüfung durch den Kanton. Es könne nämlich durchaus sein, dass sich die präsentierten Inhalte nach der Vorprüfung nochmals ändern werden.

Ein Herzstück der Planung ist der Bauzonenplan, welcher von Isaak Meyer präsentiert wurde. «In der letzten Ortsplanungsrevision (OPR) von 2003 hat man die gesamte Wohnzone als W2 klassiert», erklärte er. Diese erlaubt zweigeschossige Bauten mit einem dritten nutzbaren Geschoss (Attika oder Dachstock). «Dadurch hat eine Verdichtung stattgefunden, was ja auch das Ziel war», so Meyer. Allerdings sei die Verdichtung nicht überall quartierverträglich vonstatten gegangen. Teilweise entstanden grosse Mehrfamilienhäuser in Quartieren, wo links und rechts nur Einfamilienhäuser stehen. «Wir möchten der Quartierverträglichkeit Rechnung tragen, und die Verdichtung dort ansiedeln, wo sie Sinn macht», so Meyer.

Auch Quartieranalysen gehörten zum Prozess der OPR. In diesem Sinne wurde die W2-Zone nun in W2a und W2b aufgeteilt, sprich in eine weniger dichte Zone, in der grössere Gärten möglich sind, und eine dichtere Zone. Zudem gibt es neu eine W3-Zone ohne Attika, welche drei vollen Geschossen entspricht. In der Region Bahnhof entlang der Solothurnstrasse ist eine Mischzone geplant, welche neben Gewerbe neu auch Wohnen ermöglicht, und zwar bis zu viergeschossig. «Wohnen in Bahnhofsnähe ist heutzutage gefragt», so Meyer. Auch der Gemeindepräsident ergänzte: «Wir wollen dort weiter verdichten, wo jetzt bereits hohe Häuser und Silos stehen.»

Einzonungen möglich?

Man möchte zudem versuchen, zwei Gebiete der aktuellen Reservezone einzuzonen. Einerseits handelt es sich um das Gebiet Seeacker im nordöstlichen Siedlungsgebiet, andererseits um eine kleine unüberbaute Aussparung direkt an der Bahnlinie, ebenfalls im östlichen Teil, aber südlich der Kantonsstrasse. Auch zwei Kreisel auf der Kantonsstrasse wären längerfristig wünschenswert, und zwar beim Bahnhof (Alte Bernstrasse) sowie bei der Einfahrt ins Dorf von Biberist her (Schulhausstrasse, Heinibühlstrasse). Damit könnte man das Heinibühl-Quartier besser anschliessen. Es gehört gemeinsam mit dem Dorfplatz und dem Bahnhofsbereich zu den drei Schlüsselstellen im bereits 2012 verabschiedeten räumlichen Leitbild. Auch einen Fussweg zwischen dem Kreisel Spichermattstrasse und der Solothurnstrasse möchte man in den Erschliessungsplan aufnehmen. Im Zuge der Harmonisierung der Baubegriffe ändern gewisse Parameter, so wird die Gebäudehöhe durch die Fassadenhöhe ersetzt, statt der Ausnützungsziffer gilt künftig die Überbauungsziffer.

Genehmigung im Sommer 2020?

Ende Woche wird die OPR nun zur Vorprüfung eingereicht und bleibt etwa sechs Monate beim Kanton. Nach der Überarbeitung startet voraussichtlich im dritten Quartal dieses Jahres die öffentliche Mitwirkung. «Da gibt es einen grossen Strauss an Möglichkeiten, wie man sich einbringen kann», betonte Selina Bleuel von BSB+Partner. Infoveranstaltung, Sprechstunden und gezielte Gespräche sind vorgesehen, dazu kommt die Möglichkeit der schriftlichen Mitwirkung. Zwei Personen aus der Versammlung äusserten sich aber dennoch schon am Montagabend kritisch. Sie hätten sich gewünscht, dass bereits vor der Vorprüfung alles detailliert «auf den Tisch» gelegt worden wäre. Unbehagen über die vier Geschosse beim Bahnhof schwang dabei mit.