Die Revision der Ortsplanung kommt nun für die Bevölkerung in eine wichtige Phase. «Jetzt fängt der Prozess erst an», betonte Gemeindepräsident Stefan Hug-Portmann an der Informationsveranstaltung zur öffentlichen Mitwirkung. Ab jetzt werde es eine öffentliche Zusammenfassung der Mitwirkung geben, die alle Begehren, deren Begründungen und Abhandlungen aufzeige, versicherte Hug. Die bis jetzt von der Bevölkerung eingegangenen Eingaben seien keine Einsprachen gewesen, die öffentlich behandelt werden mussten, erklärte er zum Erstaunen einiger Anwesenden. Es seien Petitionen, Anregungen, Wünsche oder wie man sie bezeichnen will, gewesen. Wer seit 2011 ein Anliegen platziert habe, müsse nun per Mail oder Brief bestätigen, dass er dieses aufrechterhalten will. Weitere Anliegen können innerhalb der öffentlichen Mitwirkung bis zum 17. Mai eingereicht werden.

Nicht vor 2021 abgeschlossen

Nach deren Prüfung durch den Gemeinderat finden die Anliegen Aufnahme in die Ortsplanung oder nicht, erläuterte Hug. Parallel dazu prüft das kantonale Amt für Raumplanung die Unterlagen. Danach erfolgt einen Überarbeitung der Unterlagen. Anschliessend werden die Pläne während 30 Tagen öffentlich aufgelegt. In dieser Zeit können Einsprachen erfolgen. Das letzte Wort hat der Regierungsrat, der die Planung genehmigen muss. Der Gemeindepräsident rechnet nicht mit einer Fertigstellung vor 2021 oder 2022.

Ruhigere Wohnzonen

Uriel Kramer (Präsident Bau- und Werkkommission) stellte die wesentlichen Änderungen vor, die aufgrund der bisherigen Eingaben in die Ortsplanung eingeflossen sind. Das Gesamtkonzept sieht vor, lärmintensive Industriezonen eher an den Hauptverkehrsadern zu platzieren, Hochhauszonen oder viergeschossige Wohnzonen dort, wo bereits hohe Häuser stehen. So zum Beispiel im Gebiet Blümlisalpstrasse. Es ist geplant, das Biberena-Areal einer Hochhauszone zuzuweisen. Das Papieri-Areal soll aufgeteilt werden in eine Industrie- und Gewerbezone an der Derendingerstrasse und eine Wohn- und Gewerbezone gegen die Emme hin. Der südliche Teil des Areals soll öffentlich zugänglich sein. Wohnzonen sind eher am Rand des Siedlungsgebiets geplant. Die gesetzlichen Grundlagen, vor allem gegeben durch das Raumplanungsgesetz, erlauben keine weiteren Einzonungen von Bauland. Einzig das Schwerzimoos sei als Siedlungserweiterung vorgesehen, da dieses im kantonalen Richtplan ausgewiesen werde und ein übergeordnetes Interesse bestehe, erläuterte Ortsplanerin Susanne Asperger.

Trottoirs ergänzen

Die Erschliessungspläne basieren auf Zielen, die der Gemeinderat im Juni 2011 beschlossen hatte. Diese beinhalten eine gute Erschliessung mit Gemeindestrassen und eine hohe Dichte des Langsamverkehrs. Die Bleichenberg- und die Schöngrünstrasse sollen mit Trottoirs oder Radwegen ergänzt werden.

Ein Anwesender ärgerte sich darüber, dass an gewissen Orten alte, einheimische Bäume gefällt werden, nur um Platz für einen Verbindungsweg für Radfahrer und Fussgänger zu erstellen. Das widerspreche dem Zonenreglement, das eine starke Durchgrünung mit regionaltypischen Bäumen und Sträuchern vorsieht, beklagte er sich. Asperger entgegnete, dass es immer eine Interessensabwägung gebe. «Ist die Förderung des Langsamverkehrs oder die Begrünung höher zu gewichten?», gab sie zu bedenken.

Jeder hat eigene Probleme

Im Publikum kamen nicht viele Einwände zu Themen von öffentlichem Interesse zur Sprache. Die Anwesenden machten im Anschluss an die Erläuterungen jedoch regen Gebrauch davon, ihre individuellen Probleme mit den anwesenden Behördenvertretern durchzudiskutieren.