Lüterkofen-Ichertswil

Ort zum Sterben gesucht: Verein Sterbehospiz möchte dieses Bauernhaus kaufen

In diesem Haus in Lüterkofen-Ichertswil möchte der Verein Sterbehospiz wirken.

Der Verein Sterbehospiz Solothurn hat die Nachbarn in Lüterkofen-Ichertswil darüber informiert, dass er den Kauf eines Bauernhauses im Dorf erwägt.

Die Idee, dass die Region einen schönen Ort braucht, wo man die letzten Tage seines Lebens gut betreut verbringen und dann in Würde sterben kann, zirkuliert schon lange in den Köpfen der Gründungsmitglieder des seit 2016 bestehenden Vereins Sterbehospiz Solothurn. Das Fundraising und das Finden einer passenden Liegenschaft sind die höchsten Hürden, die der Verein überwinden muss.

An der Kesslergasse in Lüterkofen, gleich gegenüber der Mehrzweckhalle, hat der Verein nun ein Bauernhaus gefunden, das möglicherweise in Zukunft als Sterbehospiz dienen könnte. Die Nachbarn wurden bereits über das Projekt informiert. Roger Siegenthaler, Gemeindepräsident von Lüterkofen-Ichertswil, lobt die offene und informative Art, mit der der Verein Sterbehospiz kommuniziert. «Das Projekt wurde uns sehr detailliert vorgestellt und ich denke, dass niemand etwas Grundsätzliches gegen die Idee hatte. Wir brauchen ein Sterbehospiz in der Region.» Siegenthaler vermutet aber, dass die Leute im Dorf ihre Zweifel haben, ob der Verein wirklich das richtige Haus ausgewählt hat.

«Es wird nicht einfach, hier alle Auflagen zu erfüllen. Das Strässchen ist schmal und das Haus hat keine eigenen Parkplätze.» Es sei zu erwarten, dass die Angehörigen ein Sterbehospiz wahrscheinlich mit dem Auto besuchen werden, gibt Siegenthaler zu bedenken. Für das Projekt Sterbehospiz müsste also zunächst ein Verkehrs- und ein Parkplatzkonzept erstellt werden. «Zudem müsste die Liegenschaft umgezont werden. In der jetzigen Wohnzone ist kein stilles Gewerbe erlaubt. Und dann handelt es sich auch noch um ein schützenswertes, für das Dorfbild wichtiges Bauernhaus, was einen Umbau erschweren könnte.» An möglichen Einsprachen und Beschwerden könnte das an sich gute Projekt scheitern, meint Siegenthaler.

«Stille Phase» des Vereins

Aktuell befinde sich der Verein Sterbehospiz «in einer stillen Phase», nimmt Präsidentin Linda Gasser zum Stand der Dinge Stellung. «Wir möchten uns in der Öffentlichkeit weder zu Verhandlungsvorgängen noch zur genannten Liegenschaft äussern.» Es sei noch nichts Definitives zu vermelden. «Wir möchten vermeiden, Fehlinformationen zu streuen, um dann im dümmsten Fall in ein paar Wochen die Meldung revidieren zu müssen.»

Auf dem Internetauftritt des Vereins Sterbehospiz ist zu lesen, dass auf das Spendenkonto fast 100 000 Franken einbezahlt worden sind. Ein vielfaches an schriftlichen Zusagen von Stiftungen und Firmen liege vor, bestätigt Projektleiterin Lena Dick-Leitner. «Das professionelle Fundraising beginnt im Januar. Wir werden das Sterbehospiz erst realisieren, wenn wir den Liegenschaftskauf, den Umbau und die ersten fünf Betriebsjahre finanziell abgesichert haben.» Sie ist zuversichtlich: «Ich spüre die breite Unterstützung, die das Projekt Sterbehospiz erfährt. Wir können zwar keinen Termin nennen und wissen auch nicht, wo genau es schliesslich sein wird, aber ich bin überzeugt, dass es in absehbarer Zeit ein Solothurner Sterbehospiz geben wird.»

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